Hackathon unter Regie der Berliner Charité und der Uniklinik...

Beim diesjährigen „Healthcare Hackathon“ dreht sich alles um die Covid-19-Pandemie. Foto: Uncredited/NIAID-RM/ap/dpa

Bei einem „Healthcare Hackathon“ sollen klinikübergreifende Lösungen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gefunden werden. Auch die Unimedizin Mainz ist daran beteiligt.

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MAINZ/BERLIN. In der Covid-19-Pandemie haben viele Kliniken Lösungen im Bereich digitaler Informationssysteme oder Datenerhebung entwickelt. Allerdings handelt es sich zumeist um Insellösungen ohne weitere Vernetzung. Bei einem bundesweiten „Healthcare Hackathon“ sollen nun am Montag klinikübergreifende Lösungen gefunden werden. Veranstalter sind die Charité Berlin, der Verband der Universitätsklinika sowie die Universitätsmedizin Mainz.

Hackathons sind Veranstaltungen, bei denen Experten aus verschiedenen Bereichen gemeinsam digitale Lösungen erarbeiten – aus aktuellem Anlass nicht bei einem Treffen, sondern online. Insgesamt beteiligen sich 23 Universitätskliniken, darunter auch Frankfurt und Gießen/Marburg an der Veranstaltung, eine der ersten des neuen Nationalen Forschungsnetzwerks Universitätsmedizin. Die beiden Bundesminister für Forschung und Gesundheit, Anja Karliczek und Jens Spahn, werden zur Eröffnung sprechen.

Dass Mainz hier mit der Berliner Charité auf Augenhöhe agiert, verdankt es den IT-Aktivitäten am Klinikum. Ein eigener „Healthcare Hackathon“ im letzten Jahr, aber auch der „Gutenberg Health Hub“ als eine Art Entwicklungslabor für innovative IT-Anwendungen gehören dazu. Christian Elsner, kaufmännischer Direktor der Unimedizin und deren IT-Taktgeber: „Wir koordinieren für alle Universitätsklinika die einheitliche Datenerhebung und die App-Aktivitäten.“ Es müsse nicht alles neu erfunden werden. Der „Healthcare Hackathon“ solle dafür sorgen, dass die individuellen Lösungen synchronisiert werden.

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Ein Aspekt ist die Kommunikation in Zeiten von Covid-19 wie etwa der in Mainz entwickelte „GutenBot“, ein Sprachauskunftssystem. Es geht aber auch um Studienplattformen und einheitliche Datenerhebung. Elsner: „Es gibt zig Lösungen, aus denen es nun einen Standard herauszuarbeiten gilt, damit wir keinen Wildwuchs an Daten erhalten.“ Die viel diskutierten Tracking-Tracing-Apps zur Verfolgung von Infektionsketten sind ebenso Thema wie Logistik und Support: „Dabei geht es etwa um die Koordination von freiwilligen Helfern im Krisenfall.“

Spannend auch das Projekt „Cosinuss“ aus München, ein telemetrisches Überwachungsgerät für Covidinfizierte in heimischer Quarantäne. Christian Elsner: „Ein Ohrclip misst in regelmäßigen Abständen Temperatur und Sauerstoffsättigung, und diese Daten werden dann in der Klinik ausgelesen, um jede Verschlechterung sofort feststellen zu können.“ Eine solche Lösung wird schon im Bereich der Kardiologie eingesetzt.

Der Hackathon soll nun Entwickler und Anwender an einen virtuellen Tisch bringen, um die Arbeitspakete an verschiedene Standorte zu verteilen. Ein Verfahren, das auch zeitsparend ist. „Die Umsetzung einer übergeordneten digitalen Vernetzung von Kliniken ist gerade in Krisenzeiten enorm wichtig“, sagt Elsner. Weitere dieser Hackathons werden zeitnah in Kiel (5. Juni) und am 21./22. Juni in Mainz stattfinden. An den beiden Juni-Tagen wird Covid-19 über Arbeitsgruppen und Kapitel fortgeführt – es geht aber unter anderem auch um digital unterstützte Pflege, Notfallmedizin, Künstliche Intelligenz und eine Quantencomputerchallenge.