WM-Prognose: Bundesligisten machen Schweiz zum Favoriten

Josip Drmic ist einer von zahlreichen Bundesliga-Legionären der Schweiz. Foto: dpa

Deutschland ist raus, doch die Bundesliga ist noch dabei. Vor allem die Deutschland-Legionäre aus der Schweiz machen sich Hoffnungen, noch für eine große WM-Überraschung zu sorgen.

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. Von Carsten Schröder

Es dürfte jeder gemerkt haben: Bei der WM in Russland laufen die Achtelfinals – und Deutschland ist nicht mehr dabei. Spaß macht Fußball aber weiter. Und zumindest ein wenig Bundesliga steckt ja auch noch drin. Ganz speziell in der Schweiz. Wenn die Eidgenossen jetzt ihr Achtelfinale gegen Schweden bestreiten, dann steht ganz sicher Yann Sommer im Kasten. Nach seinem Treffer beim 2:2 gegen Costa Rica auf einen ersten Startelfeinsatz hoffen darf Josip Drmic. Auch Denis Zakaria kam bereits zwei Mal zum Einsatz. Und in der Hinterhand hat Trainer Vladimir Petkovic auch noch Nico Elvedi. Dieser scharrt als Abwehrspieler ganz sicher mit den Hufen, müssen die Alpenkicker doch gegen Schweden mit Stephan Lichtsteiner (Gelbsperre) und Fabian Schär (verletzt) gleich zwei Mann ihrer Viererkette ersetzen.

Der Kenner hat’s gemerkt: Bis dahin schon vier Mal Bundesliga. Und gleich vier Mal Borussia Mönchengladbach. Der Traditionsklub vom Niederrhein ist von allen Bundesligavereinen noch am Besten bei der WM vertreten. Und spannt man gerade beim Blick auf die Schweiz den Gürtel nicht ganz so eng, könnte man sogar Granit Xhaka und Michael Lang dazu nehmen. Der eine, Mittelfeldmotor Xhaka, hat sich vor ein paar Jahren im Borussia-Park in den Vordergrund gespielt. Der andere, Rechtsverteidiger Lang, wird kommende Saison für Mönchengladbach auflaufen.

Natürlich ist die einzig wahre Borussia für die Schweiz noch lange nicht alles. Hinzu kommen Breel Embolo (Schalke 04), Steven Zuber (TSG Hoffenheim), Gelson Fernandes (Eintracht Frankfurt), Manuel Akanji und Torwart Roman Bürki (beide BVB). Und nahezu der komplette weitere Kader hat zumindest eine Bundesliga-Vergangenheit.

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Allen voran gilt dies für Xherdan Shaqiri, der ein paar Jahre für Bayern München spielte, jetzt das Trikot von Stoke City trägt. Mit Granit Xhaka bildet der Rechtsaußen das Herzstück der „Nati“. Und natürlich wollen beide vorne weg marschieren, wenn es jetzt darum geht, die Schweden aus dem Turnier zu kicken. Realistisch? Glaubt man den zahlreichen Sportwetten-Anbietern, dann gilt die Schweiz durchaus als Favorit. Die besseren Einzelkönner haben die Eidgenossen ja auch ganz sicher. Und schaut man auf den Teamgeist, scheint’s auch da zu stimmen (was für das deutsche Team, in der Schweden-Gruppe auf der Strecke geblieben, ja wohl nicht galt).

Kraftpakete sind Xhaka, Shaqiri und Co. obendrein, was auch einen weiteren Wettbewerbsvorteil der Schweden aufwiegen sollte. Zumal fraglich ist, ob die Puste der Skandinavier nach dem Kraftakt gegen Deutschland und dem furiosen Auftritt gegen Mexiko überhaupt noch im bislang gezeigten Umfang vorhanden ist. Unterm Strich: Klarer Vorteil Schweiz, klarer Vorteil Bundesliga. Daumendrücken. Zwingend nötig für einen Schweizer Erfolg wird gleichwohl sein, die Sache spätestens in der Verlängerung zu entscheiden. Geht’s zum Elfmeterschießen, steht mit Yann Sommer der falsche Keeper im Kasten.

Kane sollte England weiterhelfen

Apropos Elfmeterschießen: Auch unsere lieben Kicker von der Insel sind zum Abschluss des Achtelfinales ja noch an der Reihe. Es geht für England gegen Kolumbien, das zwar schon lange nicht mehr auf ihren „El tren“ genannten Ex-Bayern-Angreifer Adolfo Valencia zurückgreifen kann, aber doch noch immer einem Zug unter Volldampf gleich auf den Gegner einstürmt. Eine schwierige Aufgabe für die jungen Engländer, die bei allen Fortschritten in der Ausbildung von Talenten zumindest einen fehlerfreien Torhüter weiterhin nicht aufbieten können. Dafür gibt’s aber Harry Kane. Auf dem Weg zur Torjägerkanone der WM wird sich dieser nicht aufhalten lassen. Noch dazu hat er ja auch bewiesen, dass selbst durch die Kicker von der Insel mittlerweile Elfmeter sicher versenkt werden können.