WM-Einwurf: 87 Vereine hoffen auf einen Titel-Helden

184 Fußballer, acht Trainer, 87 Vereine, ein WM-Pokal - die letzten acht Spiele des Turniers. Foto: dpa

Wenn einer einen WM-Pokal gewinnt, dann kann er in seinem Verein was erzählen. Und der Verein profitiert mit medialer Aufmerksamkeit. Derzeit sind neben den acht...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Wer möchte nicht gern einen Weltmeister-Spieler in seinen Vereinsreihen haben. Nicht nur, dass der Klub dann plötzlich im Rampenlicht der Großen einen neue Rolle einnimmt, auch der Marktwert des Spielers und seiner Kollegen dürfte sich vervielfachen. So hoffen insgesamt noch 87 Vereine bei der Weltmeisterschaft in Russland auf den großen Coup eines ihrer Kicker.

Zehn der 184 Viertelfinal-Spieler verdienen ihre Brötchen in Deutschland. Damit rangiert der deutsche Profifußball allerdings nur auf Platz sechs dieser inoffiziellen Rangliste. Vorne zieht die englische Premier League mit 51 Kickern einsam ihre Kreise, gefolgt von Spanien (25), Russland (23) und Italien (21). Wären Spanien noch dabei und Italien überhaupt qualifiziert, sähe das Ergebnis sicher anders aus. Vor der Sammlung aus Bundesliga und Zweiter Liga liegt zudem noch Frankreich (18 Spieler).

Wenn es blöd läuft, können die deutschen Vereine bereits nach dem Viertelfinale alle Hoffnungen auf einen Hauch von Weltmeister begraben. Wenn Pavard (VfB Stuttgart) und Tolisso (FC Bayern München) mit Frankreich an Uruguay scheitern, Casteels (VfL Wolfsburg) und Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) mit Belgien an Brasilien hängen bleiben, Jedvaj (Bayer Leverkusen), Kramaric (TSG Hoffenheim) und Rebic (Eintracht Frankfurt) mit Kroatien gegen Gastgeber Russland den Kürzeren ziehen und Augustinsson (Werder Bremen), Forsberg (RB Leipzig) und Ekdal (Hamburger SV) mit Schweden gegen England verlieren, sind die deutschen Vereine raus aus der Verlosung.

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Die meisten Vereinsspieler stellen Manchester City (11), Manchester United, Tottenham Hotspur (je 9), Paris St. Germain (8) und Atlético Madrid, FC Chelsea und FC Barcelona (je 7). Der Champions-League-Dauersieger Real Madrid ist nur mit fünf Spielern noch in Russland vertreten, der italienische Meister Juventus Turin ebenfalls. Genauso wie ZSKA Moskau und Zenit St. Petersburg. Die beiden russischen Vertreter müssen allerdings darauf hoffen, dass ihre Sbornaja den Titel holt, setzt diese doch verstärkt auf Profis, die im eigenen Land bei einem der großen Vereine ihr Geld verdienen. Einzige Ausnahme ist der bislang dreifache Torschütze Tscheryschew, der als einzige Hoffnung des spanischen Erstligisten FC Villareal noch im Rennen ist.

Die Topklubs Europas sind allerdings breiter aufgestellt, wobei Masse nicht unbedingt Titelchancen verkörpert. Denn bei Guardiola-Klub Manchester City tummeln sich zwar mit Kompany, de Bruyne, Ederson, Danilo, Fernandinho, Gabriel Jesus, Stones, Walker, Delph, Sterling und Mendy die meisten Viertelfinalisten, doch hat City nur in vier Nationen (Belgien, Brasilien, England und Frankreich) Beine im Spiel. Gleiche Ausgangschancen haben auch Atlético (Brasilien, Kroatien, Frankreich, Uruguay), FC Chelsea (Belgien, Brasilien, England, Kroatien), FC Liverpool (Belgien, Brasilien, England, Kroatien) und Juventus (Brasilien, Frankreich, Kroatien und Uruguay). Tottenham (Belgien, Frankreich, England) hat sogar nur drei Eisen im Feuer, genauso wie Real (Brasilien, Frankreich, Kroatien).

Die besten Chancen auf einen Weltmeister in ihren Reihen haben also nicht automatisch die mit den meisten Spielern. Manchester United ist gleich in fünf Nationen vertreten, hat neben den favorisierten Teams Belgien (Fellaini, Lukaku), Brasilien (Fred), Frankreich (Pogba) und England (Jones, Young, Lingard, Rashford) auch eine Außenseiter-Option mit dem Schweden Lindelöf. Und PSG ist beispielsweise bereits im Endspiel. Schließlich spielen Meunier (Belgien) und Marquinhos, Thiago Silva und Neymar (Brasilien) in der Runde der letzten Acht gegeneinander, genauso wie Cavani (Uruguay) und Areola, Kimpembe und Mbappé (Frankreich) - zumal die Sieger beider Duelle einen Finalisten unter sich ausspielen. Gleiches gilt für den FC Barcelona mit Vermaelen (Belgien), Coutinho, Paulinho (Brasilien), Suárez (Uruguay) und Umtiti, Dembélé (Frankreich). Allerdings haben die Katalanen mit dem Kroaten Rakitic auch im anderen Turnierbaum noch Chancen auf das Finale.

Hier im Überblick die Vereine, die sich noch Hoffnungen auf weltmeisterliches Flair bei der Rückkehr ihrer WM-Fußballer machen dürfen:

ZSKA Moskau (5 Spieler, 1 Nation), Zenit St. Petersburg (5/1), Rubin Kasan (2/1), Spartak Moskau (2/1), Achmat Grosny, FK Krasnodar (4), Lokomotive Moskau (3/2), Arsenal Tula, Club Brügge, Waasland-Beveren, RSC Anderlecht, KAA Gent, FC Villareal, Deportivo Alaves, Celta Vigo, FC Barcelona (7/5), Real Sociedad San Sebastian, FC Girona, Real Madrid (5/3), FC Sevilla, Atlético Madrid (7/4), Independente (2/1), Galatasaray Istanbul, Besiktas Istanbul, Vasco da Gama, Penarol Montevideo (2/1), CF Monterrey (2/1), Boca Juniors, Cruzeiro, Gremio Porto Alegre, Corinthians (2/1), Seattle Sounders, HNK Rijeka, Dinamo Zagreb, FC Kopenhagen, Al-Ain Sport-Club, Bejing Guoan, Dalian Yifang, Tianjin Quanjuan, Swansea City (2/1), Celtic Glasgow (2/2), Schachtar Do9nezk, Dynamo Kiew, RB Salzburg, Sporting Lissabon, FC Porto, Bayer Leverkusen, Werder Bremen, FC Bayern München, Vfb Stuttgart, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, TSG hoffenheim, RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg, Juventus Turin (5/4), Lazio Rom, CFC Genua (2/2), Sampdoria Genua, Inter Mailand (4/2), SSC Neapel, AS Rom, AC Mailand (2/1), AC Florenz, FC Bologna (2/1), FC Crotone, FC Toulouse (2/1), Olympique Marseille (3/1), AS Monaco (3/2), Paris St. Germain (8/4), Olympique Lyon, EA Guinkamp, Hull City, West Bromwich Albion, Manchester City (11/4), Stoke City, FC Everton, FC Burnley, Leicester City (2/1), Crystal Palace, FC Arsenal, Tottenham Hotspur (9/4), FC Liverpool (5/4), FC Chelsea (7/4), Manchester United (9/5), Leeds United.