WM-Analyse: Iran - Dejagah weiß, wie Titel geht

Irans Kapitän Ashkan Dejagah (rechts) hat bei der WM in Russland noch keine tragende Rolle gespielt. Foto: dpa

Ashkan Dejagah ist ein Fuchs. Nicht nur, weil seine Karriere einst in Reinickendorf begann, sondern weil der eigentliche iranische Kapitän weiß, wie man einen Titel gewinnt....

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. Von Carsten Schröder

Wer bei so einem Turnier wie der WM etwas erreichen möchte, dem kann ein Hauch von Turniererfahrung nur hilfreich sein. Und wenn zur Erfahrung auch noch das Sieger-Gen kommt… Im Team des Iran ist es eigentlich Ashkan Dejagah, der beides mitbringt. Schließlich ist das Turnier in Russland keineswegs das erste des gebürtigen Teheraners. Auch vor vier Jahren war er dabei. Und davor, Stichwort Sieger-Gen, hat er ein Turnier sogar schon mal gewonnen. An seiner Seite standen damals aber nicht Abwehrrecke Milad Mohammadi, Antreiber Saeid Ezatolahi oder die Stürmer Sardar Azmoun und Alireza Jahanbakhsh. Er lief auf mit Torwart Manuel Neuer, mit Jérôme Boateng, Mats Hummels, Mesut Özil, Sami Khedira. Das war im Sommer 2009. Mit der deutschen U21 gewann der Deutsch-Iraner da den Titel des Europameisters. Es ist ohne Zweifel der größte Erfolg seiner Laufbahn.

In Russland blieb Dejagah bislang nur die Zuschauerrolle. Aber egal, die Sache lässt sich ja auch olympisch nehmen. Zumindest ist der 31-Jährige, der in jungen Jahren nach Berlin kam, bei einer WM dabei. Fuchsig, wie der Offensivmann eben ist. Ein Fuchs aus Reinickendorf. Bei den dortigen Füchsen startete er in der Jugend seine Laufbahn, ehe es über TeBe Berlin zur großen Hertha ging. Hier in die Bundesliga, zum VfL Wolfsburg – aber nie wirklich in den Vordergrund.

Als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft hätte es Dejagah wohl nicht zu einer WM gebracht. Heute längst nicht mehr, ging’s doch über den FC Fulham gar zu Al-Arabi nach Katar. Aktuell steht Dejagah bei Nottingham Forest unter Vertrag. Ein Fuchs im Wald.

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Kommt es jetzt in Russland noch zu einem Wiedersehen mit Manuel Neuer und Co.? Es dürfte nur schwer eines geben, hat es Ashkan Dejagah doch mit dem Iran in eine Gruppe mit Europameister Portugal sowie Spanien verschlagen. Zumindest besteht noch eine Chance, nachdem die Partie gegen Marokko gewonnen wurde (okay, glücklich, wir erinnern uns an das Eigentor von Aziz Bouhaddouz in der Nachspielzeit). Aber auch beim 0:1 gegen Spanien haben die Perser bewiesen, dass sie es einem renommierten Gegner äußerst schwer machen können. Wer weiß also, wo der Weg nach dem Spiel gegen Portugal noch hinführt? Vielleicht sollte Nationaltrainer Carlos Queiroz doch auch mal auf das Sieger-Gen des Routiniers vertrauen.