Wichtige Weichenstellung

Martin Schmidt. Foto: Sascha Kopp

Langsam wird‘s interessant in der Fußball-Bundesliga. Manager Christian Heidel hat davon gesprochen, in der zweiten Länderspielpause eine erste Zwischenbilanz ziehen zu...

Anzeige

. Von Dennis Rink

Die beiden Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und den FC Bayern haben den Start etwas getrübt. Natürlich kann man gegen die Ausnahmeteams verlieren. Kein Problem. Auffällig war aber, dass die Mainzer gegen die ohne Zweifel favorisierten Champions-League-Teilnehmer sehr brav aufgetreten sind. Den Glauben an die Überraschung haben sie nicht ausgestrahlt.

Jetzt also Darmstadt. Da muss die Brust raus. Das Team von Trainer Martin Schmidt ist Favorit und muss gewinnen. Sonst würde die Bilanz von Heidel eher durchwachsen ausfallen. Zumal nach der Länderspielpause Borussia Dortmund mit Thomas Tuchel in die Coface Arena kommt. Das wird alles nicht einfacher. In dieser Saison liegt das Feld sehr eng beieinander. Zwischen Penthouse und Tabellenkeller fährt der Fahrstuhl schnell hin und her. Die 05er müssen den Knopf nach oben wieder finden.

Allerdings hätten die Mainzer auch kein Problem damit, die Treppe nach oben zu nehmen. Denn der FSV ist mit Abstand das laufstärkste Team der Liga. Mit 827 Kilometern sind sie acht Kilometer mehr gelaufen als Borussia Mönchengladbach auf Platz zwei. Das liegt natürlich auch daran, dass der von Mainz 05 gepflegte Umschaltfußball laufintensiver ist als die Ballbesitz-Auftritte von Bayern München und Borussia Dortmund, die auf den Plätzen 17 und 15 liegen.

Anzeige

Martin Schmidt legt auf diese Statistik einen großen Wert. Schon bei seinem Amtsantritt hat der 05-Trainer das Ziel ausgegeben, das laufstärkste Team der Liga betreuen zu wollen. Geschafft. Das ist auch gut, garantiert aber keine Tore. So einfach ist der Fußball nicht. Deshalb muss Schmidt daran arbeiten, sein Team taktisch flexibler aufzustellen, damit die Gegner die 05er nicht so leicht ausrechnen können. Und da wären wir schon wieder beim SV Darmstadt 98. Die „Lilien“ werden ihr eigenes Tor massiv verteidigen und den Mainzern keinen Raum für Konter geben. Im Gegenteil. Der FSV wird mit Sicherheit mehr Ballbesitz haben als der Aufsteiger. Dafür muss der Schweizer Lösungen finden. Sonst wird es in Darmstadt ungemütlich – und danach erst recht.