Trotz Corona: Bürgerzentrum rettet Blutspende in Weiterstadt

aus Coronavirus-Pandemie

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Peter Meineker geht regelmäßig zur Blutspende. Bei dem gemeinsamen Termin der drei DRK Ortsvereine wird er von Rabia Es Sbai vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg und Hessen betreut. Foto: Marc Wickel

Weil ihre Räume aktuell zu klein für eine Blutspende sind, haben die drei DRK Ortsvereine gemeinsam eine Woche lang das Bürgerzentrum dafür genutzt - mit vielen Spendern.

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WEITERSTADT. Auch wenn in Deutschland täglich mehrere tausend Blutspenden benötigt werden und nur rund zwei bis drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut spenden, mussten die Termine dafür in der Weiterstädter Kernstadt, Braunshardt und Gräfenhausen wegen der Pandemie-Kontaktbeschränkungen ausfallen. "Die Räume waren zu klein", erläutert Jens Boywitt, Vorsitzender des DRK-Gräfenhausen und Schneppenhausen die Maßnahme. Doch es gab eine Lösung. Das Weiterstädter Bürgerzentrum wurde für eine Woche zum Blutspendezentrum. Am Eingang bekamen die Spender eine Einmalmaske von DRK-Helfern überreicht - mit einer langen Pinzette. Eine weitere Helferin mit Maske und Kunststoffvisier maß Fieber - kontaktlos mit einem Infrarot-Fieberthermometer. Wer soweit gesund war, wurde anschließend noch ärztlich danach untersucht, ob er oder sie aktuell Blut spenden darf.

Unterstützung von der Stadt

Bei Peter Meineker war alles in Ordnung, er kam auf die Liege, wo ihm Rabia Es Sbai vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg und Hessen den Arm desinfizierte und ihm dann 500 Milliliter Blut abnahm.

"Ich habe schon über zwei Dutzend Mal Blut gespendet", sagte er. Da er regelmäßig spende, passe er sogar auf, wo er Urlaub mache. "Ich achte darauf, auf welche Seite des Gardasees ich fahre", schildert er. Das Ostufer zähle zum Gefährdungsgebiet des West-Nil-Virus. Wer dort war, darf vier Wochen lang kein Blut spenden. Nach wenigen Minuten ist der Eingriff vorbei. Rabia Es Sbai entfernt die Nadel aus Meinekers Arm und legt einen Verband an. Zehn Minuten muss er jetzt noch auf der Liege bleiben.

Mit den vier Terminen im Bürgerzentrum haben die Weiterstädter DRK-Ortsvereine ihren Ausfall wieder aufgeholt. Die Idee zur ersten gemeinsamen Aktion hatten die drei Vorstände vor einigen Wochen entwickelt und dann online und telefonisch organisiert. "Die Stadt war sofort bereit, uns das Bürgerzentrum für eine Woche zur Verfügung zu stellen", schildert Michael Ackermann, Vorsitzender des Weiterstädter Ortsvereins.

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Jeden Tag ausgebucht

Das Bürgerzentrum war nicht nur wegen seiner Größe geeignet, die einzelnen Stationen bei einer Blutspende können dort so eingerichtet werden, dass es keinen Begegnungsverkehr gibt. Rein beim Eingang gegenüber der Carl-Ulrich-Schule, raus auf der Rückseite, sodass man auf dem Parkplatz des Bürgerzentrums kommt. "Neu war, dass die Blutspender sich online angemeldet haben und punktgenau drankamen", sagt Ackermann. Das habe gut geklappt, findet Johannes Oeler, Vorsitzender des DRK Braunshardt. "Im Moment ist eine Phase hoher Disziplin." Man sei jeden Tag ausgebucht gewesen, sagen die drei Vorsitzenden.

"Was nicht möglich war, war das Zusammensitzen und Unterhalten beim Imbiss nach der Spende", beschreibt Michael Ackermann einen Unterschied zum üblichen Blutspendetermin. Für August, Oktober und November sind die nächsten Termine geplant, bislang bei den Ortsvereinen.

Die Aktion hat sich gelohnt. Insgesamt waren 514 Spender aus Weiterstadt und Umgebung ins Bürgerzentrum gekommen, 73 waren Erstspender. Fünf hatten zum 116., 127., 133., 134. und 155. Mal gespendet. "Im Durchschnitt kommen nach Weiterstadt und Braunshardt zwischen 110 und 130 und nach Gräfenhausen zwischen 80 und 100 Spender", so Michael Ackermann.