Spaß auf Schienen

Der Spielplan von "Zug um Zug Frankreich" Foto: Kosmos-Verlag

Die Frankreich-Erweiterung von "Zug um Zug" macht den Spieleklassiker kniffliger und noch reizvoller.

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. Alan R. Moons "Zug um Zug", das "Spiel des Jahres 2004", ist längst ein moderner Klassiker. Das Bahnfahrer-Abenteuer, das seine Passagiere einst durch Nordamerika führte, ist mittlerweile auf rund ein Dutzend weitere Kontinente oder Nationen expandiert. Die Erweiterung "Frankreich/Old West" ist dabei besonders gelungen. Seit Dezember 2018 kann man sie sogar auf der Online-Plattform Steam spielen.

Das Prinzip von "Zug um Zug" ist so einfach wie genial: Städteziele müssen möglichst geschickt per Bahn miteinander verbunden werden. Dabei stehen sich die Spieler bisweilen absichtlich im Weg herum und ringen um die lukrativsten Strecken. Die können durch verschiedenfarbige Kärtchen gekauft werden. Und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer das Standardspiel auf der US-Landkarte spielt, steht dabei oft vor einem Problem: Manche Farben sind deutlich beliebter als andere. Die schwarzen und orangefarbenen Strecken im Westen und Mittleren Westen sind regelmäßig heiß umkämpft und vorentscheidend. Greift der Gegner also offen nach orangefarbenen oder schwarzen Karten, ist Vorsicht geboten. Für erfahrene Spieler ist so mancher Rivale dadurch sehr leicht ausrechenbar. "Zug um Zug Frankreich" macht das Spiel deutlich kniffliger. Hier haben die Strecken zunächst keinerlei Farben. Die Spieler können beim Ziehen der Spielkarten aber einzelne Strecken für bestimmte Farben reservieren. Jeder Spielzug wird dadurch gleichzeitig zu einem Signal: Hier will ich möglicherweise hin. Und dort könnte mein Städteziel liegen. "Zug um Zug Frankreich" verschärft die Interaktion und macht das Tarnen und Täuschen noch wichtiger. Auf der Rückseite wartet ein zweiter Spielplan: "Old West" führt die Passagiere in den Westen der USA. Erneut werden die Regeln variiert: Strecken müssen nun erstmals zusammenhängend gebaut werden. Eine vorausschauende Planung der Route wird dadurch noch wichtiger – und so manches Mal muss man dennoch hilflos mitansehen, wie die weit entfernten Städteziele von der Konkurrenz gnadenlos blockiert werden.

Fazit: "Frankreich/Old West" ist eine sehr hübsche Erweiterung für Taktiker. Einziger Nachteil: Man braucht bereits eines der "Zug um Zug"-Standardspiele beziehungsweise dessen Spielfiguren. Das macht den Spaß für Neueinsteiger doch recht teuer. Zur Not lassen sich die Figuren aber auch selbst basteln.

Zug um Zug Frankreich, Verlag Days of Wonder, zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren, 60 Minuten, knapp 40 Euro.