Spartipps für klimafreundlichere Weihnachtsbeleuchtung

Wer jetzt schon an die vorweihnachtliche Beleuchtung denkt, kann auf stromsparende LEDs umsatteln.

Traditionelle Adventslichter fressen jede Menge Strom und zurzeit auch viel Geld. Dabei gibt es große Einsparpotenziale, ohne auf die besinnliche Beleuchtung verzichten zu müssen.

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Region. In Deutschland könnten durch den kompletten Verzicht auf die private, besinnliche Beleuchtung in der Vorweihnachtszeit rund 600 Millionen Kilowattstunden Strom eingespart werden. Das ist in etwa so viel, wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern pro Jahr verbraucht. Damit ließen sich beim derzeitigen Strommix mit einem hohen Kohlestromanteil selbstredend tonnenweise CO2 einsparen. Doch wer will schon auf die stimmungsaufhellenden Lichter verzichten – selbst, wenn es derzeit den Geldbeutel erheblich schonen würde?

Die gute Nachricht: Es gibt sparsame und damit klimafreundlichere Alternativen. Welche Einsparpotenziale neue LED-Lichterketten haben, und welche Wirkung eine kleine Gewohnheitsänderung beim Ein- und Ausschalten der Weihnachtsbeleuchtung haben kann – ein Überblick.

Neue LED-Lichterketten amortisieren sich schnell

Moderne Leuchtdioden (LED) in Lichtschläuchen und Lichterketten verbrauchen im Vergleich zu konventionellen Glüh- oder Halogenlampen nur etwa ein Zehntel des Stroms, bei einer rund 100-mal längeren Lebensdauer. Laut Berechnungen des Öko-Instituts kann sich ein sofortiger Umstieg auf neue LED-Beleuchtung schnell auszahlen und bei jährlicher Wiederverwendung auch nachhaltig sein. Dabei ist jedoch zwingend auf die Qualität der Lichterketten zu achten. Gute Modelle können jahrzehntelang halten, Billigware geht dagegen tendenziell schneller kaputt. Ein ständiger Neukauf dieser Art Beleuchtung würde somit für mehr Elektroschrott sorgen und den nachhaltigen Effekt sowie die Kosteneinsparung konterkarieren.

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EU-Energielabel zeigt Stromsparpotenzial an

Beim Kauf kann direkt auf der Verpackung der mögliche Einspareffekt erkannt werden: Das EU-Energielabel bewertet in einer Art Klasseneinteilung mit farbigen Balken, von Rot bis Grün, die Energieeffizienz. Diese Art der Einteilung hatte sich kürzlich geändert: Die effizientesten LEDs der vormaligen Klasse A++ sind nun in die Klassen A bis F eingeteilt – sind dadurch aber nicht weniger effizient.

Öko-Stromvertrag spart CO2-Emissionen

Das Weihnachtshaus von Ahnatal mit seinen rund 85.000 LED-Lichter und dem riesigen Weihnachtsmann.
Das Weihnachtshaus von Ahnatal mit seinen rund 85.000 LED-Lichter und dem riesigen Weihnachtsmann. (© Uwe Zucchi/dpa)

Einen neuen Stromvertrag in der derzeitigen Energiekrise abzuschließen, kann schnell zu einer teuren Angelegenheit werden. Deshalb bedeutet eine Umstellung auf Öko-Strom zwar keine unmittelbare Kosteneinsparung, allerdings kann bei der Weihnachtsbeleuchtung laut einer Berechnung des Energieversorgers „Lichtblick“ ein Ausstoß von 220.000 Tonnen des Treibhausgases CO2 vermieden werden – vorausgesetzt alle Lämpchen in Deutschland würden mit Ökostrom betrieben.

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Batteriebetriebene Beleuchtung vermeiden

Die Verbraucherzentrale rät von kabellosen, batteriebetriebenen LED-Lichterketten ab, da Batteriestrom rund 300-mal teuer sei als Strom aus der Steckdose. Zudem hielten die Batterien nicht sehr lange und müssten teilweise sogar während der Weihnachtszeit ausgewechselt werden. Das Verwenden von Akkus kann zwar den dann anfallenden Sondermüll reduzieren, wird den Einsatz aufgrund der energieintensiven Produktion allerdings nicht sonderlich ökologischer machen.

Eine nachhaltigere Alternative zu Batterien, Akkus und Strom aus der Steckdose sind dann schon eher die mit Solar betriebenen LED-Lichterketten. Selbst im Winter mit weniger Sonnenstunden, bei einer bedeckten Wetterlage, produzieren die kleinen Solarmodule genug Strom, um LEDs im Dunkeln lange und hell genug leuchten zu lassen.

Weihnachtsstimmung dank warmweißem Licht

Das Vorurteil gegenüber LED-Beleuchtung und ihrem zu grellen Licht ist mittlerweile überholt. Entscheidend für eine schöne Weihnachtsatmosphäre ist das verwendete Lichtspektrum, also die Farbtemperatur, die in Kelvin (K) angegeben wird. Im Handel gibt es Leuchten mit weniger als 3000 Kelvin und die verbreiten warmweißes, gelbliches und damit ein als angenehm empfundenes Licht. Bei 4000 Kelvin spricht man von neutralweißem Licht.

Keine Dauerbeleuchtung dank Zeitschaltuhr

Um einen großen Einspareffekt zu erzielen, sollte die Weihnachtsbeleuchtung lediglich dann strahlen, wenn sie auch gesehen wird. Sprich: Dann einschalten, wenn man zu Hause ist und die Beleuchtung beim Verlassen der Wohnung sowie nachts ausschalten. Oder aber den bequemen Weg gehen und mithilfe einer Zeitschaltuhr die gewünschte Beleuchtungszeit einstellen. Neuerdings gibt es sogar Lichterketten mit integriertem Timer, der sich nach individuellen Wünschen einstellen lässt.

Passend zur eigentlichen Tradition der Weihnachtsbeleuchtung kann aber auch gelten: weniger ist mehr. Warum also das komplette Haus hell erleuchten, wenn wenige oder sogar nur eine Lichterkette oder eine andere Leuchtdekoration für eine besinnliche Weihnachtsstimmung beitragen kann?

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