Sie ist die erste nicht

Nun wächst zusammen, was zusammen gehört. Oder so...

Eigentlich sollte den gebildeten Menschen ja am meisten interessieren, wer jetzt in Griechenland und Italien regiert. Aber seien wir ehrlich: Die heiße Romanze zwischen...

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. Fangen wir mal mit dem wirklich lebensnotwendigen Thema an... Wie meinen? Griechenland? Italien? Leute, lasst euch nicht auslachen! Sondern: 3:0 gegen die Niederlande im Fußball! Oder, wie manche sagen: Flotter Dreier für Frau Antje. Neeiin, wir sind überhaupt nicht schadenfroh. Man muss unseren niederländischen Freunden natürlich zugestehen, dass sie einige Handicaps zu kompensieren hatten. Wie meinen? Robben hat gefehlt? Das meinen wir nicht. Sondern: Der Rasen im Hamburger Stadion war frisch verlegt. Kitzelte wahrscheinlich ziemlich in der Nase, bei den kleinen Gras-Goudas. Überhaupt: Hamburg. Ganz gefährliches Pflaster. Bleibt man leicht mal stecken, auf der Reeperbahn. Mit dem Wohnwagen.

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Schon wieder diese Ratingagenturen, stufen doch glatt Frankreich runter, aus Versehen angeblich. Dabei könnten wir uns vorstellen, dass unser Freund, der kleine Präsident Nicolas Sarkozy, sich gegenüber seiner großen Ehefrau Carla Bruni ohnehin immer mal wieder heruntergestuft fühlt. "Cherie, das war jetzt aber höchstens ein Triple C." Dabei muss man sich doch nur mal die Namen dieser Ratingagenturen anschauen, und man weiß, was los ist. Zum Beispiel Moody‘s. Glattes Gegenteil von Mutti‘s... was auch immer. Wir Älteren erinnern uns da auch an die Musik-Kapelle "Moody Blues": Nights in white Satin, never reaching the end.....Nie zum Schluss kommen, das kann ja nix werden. Und: Just what the truth is, I can‘t say anymore. Leute, wenn ihr nicht mal mehr wisst, was die Wahrheit ist, echte Chaostruppe.

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Da haben wir in mehrfacher Hinsicht einen wunderbaren Übergang zur FDP, jetzt in manchen Umfragen bei satten zwei Prozent, Triple Y, würde Mutti, pardon Moody‘s vielleicht sagen. Allerdings sind unsere liberalen Freunde immer noch für einen Kracher gut. Vielleicht hatte Brüderle - keiner//ist wie Rainer - "Nights in white Satin" im Ohr, jedenfalls wurde beim Bundesparteitag in Frankfurt/Main folgendes Papier ausgeteilt: "Einladung zum Geselligen Abend". Na gut, das klang noch züchtig nach "Turnverein Waldeslust". Aber dann, hammerhart: Es ging zum "Chamäleon Beach" in Flörsheim/Main! Für Kenner praktisch die Fortsetzung von Venice Beach mit hessischen Mitteln. Bei Wikipedia lesen wir: charakteristisches Merkmal der Chamäleons ist ihre ausgeprägte Farbwechselfähigkeit. Klar. Mit Schwarz-Gelb ist bald Sense. Und: Die früheste Art ist das Chamaeleo caroliquarti, das vor 26 Millionen Jahren lebte. Wie meinen? Nein, das war sogar noch vor Genschers Zeit!

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Anstelle von Berlusconi soll jetzt ein gewisser Mario Monti in Italien das Zepter schwingen. Das erinnert uns an die legendäre Fernsehserie von 1966: Raumpatrouille, mit dem Schnellen Raumkreuzer Orion. Da gab es Dietmar Schönherr als Commander McLane, Eva Pflug als Leutnant Tamara Jagellovsk, die sich am Schluss natürlich kriegen, aber auch Wolfgang Völz als Leutnant Mario de Monti, also wahrscheinlich eine verarmte adelige Seitenlinie des neuen italienischen Premiers. Der de Monti aus der Orion war natürlich für die Damenwelt, aber auch für die Whiskey-Vorräte zuständig, während der Premier Monti eher ein Trockener sein soll. Fernsehgeschichte schrieb die Orion nicht zuletzt wegen der einfachen Mittel, mit denen Science-Fiction-Atmosphäre erzeugt wurde: Der "Leitstand" der Orion bestand auch aus Pappbechern und Bleistiftspitzern. In Richtung Monti sagen wir da hoffnungsvoll: lieber Pappbecher als Pappnasen, wohingegen der Bleistift-Spitzer eher noch die Assoziation "Berlusconi" weckt. Der verabschiedete sich übrigens standesgemäß: "Ich liebe Italien." Wir erinnern uns an Erich Mielke als Tattergreis in der Volkskammer: "Ich liebe doch alle Menschen."

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Das also war des Pudels Kern, wie Goethe seinen Faust sagen lässt. Oskar sprach zu Sahra: "Lass mich der Knecht auf Deinem Wagen sein." Ist praktisch das Gegenteil von "jemandem an den Karren fahren". Lafontaine und Wagenknecht ein Paar, obwohl er mit Christa Müller verheiratet ist. Müller - alles nix mehr, oder was? Sahra jedenfalls, so berichtet der "Stern", ist echter Goethe-Fan. Goethe, liebe Kinder, 1749 - 1832, Frankfurt, nicht Chamäleon Beach Flörsheim. Mit 16 konnte Sahra beide Teile des "Faust" auswendig, womit uns das Bonmot, jemand habe es faustdick hinter den Ohren, in ganz neuem Licht erscheint.

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"Sie ist die erste nicht", sagt Mephisto in Faust I. Wohl wahr, Sahra wär‘ dann die vierte Angetraute. Wenn es zum Scheidungskrieg kommt, wollen wir nicht hoffen, dass Lafo mit Blick auf Christa Müller schimpft: "Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber." (Faust I, Hexenküche). Wir wissen nicht, wie sich Lafo seiner Sahra erstmals genähert hat, vielleicht so: "Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, // Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?" (Faust I, Faust). Und dann hat er womöglich zu sich selbst gesagt: "Greift nur hinein ins volle Menschenleben." (Faust I, Lustige Person). Und wie wir Lafo kennen, hat er noch folgenden Spruch im Hinterkopf: "Besonders lernt die Weiber führen;//Es ist ihr ewig Weh und Ach//So tausendfach//Aus einem Punkte zu kurieren." (Faust I, Mephisto). Aber Sahra kontert dann vielleicht ganz cool: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."