Rehberg: Und der Verlierer ist...Horst Heldt

Horst Heldt. Foto: dpa

Der einstige Bundesligaprofi und heutige Fußballmanager Horst Heldt hat keine gute Figur abgebeben in diesem öffentlich dargebotenen Kindergarten-Theater zwischen dem 1. FC...

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. Die Kölner suchen einen Nachfolger für den geflüchteten Sportdirektor Jörg Schmadtke. Der hat den von jeher aufgeregten Verein wieder nach oben geführt, sportlich und wirtschaftlich stabilisiert. Und als die erste Delle kam nach erfolgreichen Jahren, da hat sich der brummige Stratege nicht an die Arbeit gemacht, die Transferfehler aus dem Sommer zu korrigieren, sondern er hat sich drei Millionen Abfindung zahlen lassen für einen sofortigen Rücktritt. Kein Ruhmesblatt.

Bis der neue Sportdirektor gefunden ist, hat sich Toni Schumacher als Aushängeschild angedient. Das Kölner Vorstandsmitglied hat als ehemaliger Nationaltorhüter und Klub-Denkmal viel Erfahrung im Fußballzirkus. Aber mit der Veröffentlichung des Namens Horst Heldt vor den Sky-Kameras lag der redselige Rheinländer völlig daneben. Wer einem Liga-Konkurrenten den bis dahin erfolgreichen Sportdirektor abwerben will, der muss wissen, dass das eine geheime Kommandosache bleiben muss.

Inhaltlose Interviews

Insbesondere dann, wenn auf der Gegenseite ein gewiefter Geschäftsmann wie der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind sitzt. Wenn Schumacher dachte, das ließe sich mit öffentlichem Druck und ein paar großen Scheinen als Entschädigung durchboxen, dann war das ein naives Ansinnen. Kind mag es an so manchem fehlen, aber nicht an Standfestigkeit – und schon gar nicht an Geld. Und dass Schumacher dann auch noch verlauten ließ, Heldt habe ja in Hannover Probleme mit einem Aufsichtsrat, dem ehemaligen Trainer Martin Andermatt, spätestens da war klar, dass sich Kind brüskiert fühlen muss.

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Eine ganz schwache Rolle spielte Horst Heldt. Man kann sich vorstellen, dass der Job in Hannover unter einem eigenwilligen und allmächtigen Macher wie Kind, der wenig vom Fußball versteht, der aber dennoch alles kontrollieren will von den Geschäften bis tief in die Kabine hinein, nicht ganz einfach ist, das ist nachvollziehbar. Dass Heldt, der Rheinländer ist und aus der Geißbock-Jugend stammt, es reizvoll findet, seinen schlingernden Heimatverein zu retten, auch das weckt Verständnis. In dieser Sache aber inhaltlose Interviews zu streuen, keine klaren Bekenntnisse in die eine oder andere Richtung abzugeben, sondern nur über die Öffentlichkeit mal die Wechselchancen auszutesten, das hat Heldt zum Verlierer werden lassen in diesem Heimatfilmchen. Der Tag wird kommen, an dem Martin Kind die Antwort gibt, die ihn wahrscheinlich heute schon umtreibt.

Heldt redet zu viel vor Mikrofonen

Schon in seiner Schalker Zeit hatte Heldt ein Problem: Er redet zu viel vor Mikrofonen und Kameras – und da reiht sich eine gestanzte Floskel an die nächste. Auch wenn Heldt jetzt in Kinds Hierarchie sogar noch eine Treppenstufe hinauffallen mag, die nächste sportliche Krise in Hannover wird kommen. Und wenn dem Patriarchen Kind und seinen Geschäftsfreunden demnächst erst mal das gesamte Fußballunternehmen Hannover 96 gehört, spätestens dann sitzt Heldt auf einem ganz dünnen Ast. Der Posten in Köln ist dann längst mit einem anderen Fachmann besetzt.

Für die Branche Profifußball ist das wieder mal ein Signal: Wer als Verantwortlicher auf diese Art und Weise mit Verträgen spielt, der macht sich unglaubwürdig – und das ist Wasser auf die Mühlen der immer lauter werdenden Kommerzkritiker.