Rehberg: Stürmer-Neuzugang Karim Onisiwo kickte mit Alaba im...

Trainer Martin Schmidt begrüßt Karim Onisiwo. Foto: rscp / René Vigneron

Dreikönigstag in Deutschland. Ein herrlicher Sonnentag in Andalusien. Bis zum kommenden Sonntag werden sich die 05-Profis im Marbella-Football-Center auf die anstehende...

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. Dreikönigstag in Deutschland. Ein herrlicher Sonnentag in Andalusien. Bis zum kommenden Sonntag werden sich die 05-Profis im Marbella-Football-Center auf die anstehende Bundesliga-Rückrunde vorbereiten. Der Start des Trainingsprogramms war erst für den späten Nachmittag angesetzt. Am Eingang steht wie im Vorjahr wieder ein junger spanischer Kontrolletti mit gelbem Leibchen, der problemlos als Zwillingsbruder von Yunus Malli durchgehen könnte. Zeitgleich mit den 05ern üben auf dem in den Hügeln angelegten Trainingsgelände der belgische Spitzenklub SV Zuid-Waregem und der holländische Erstligist NEC Nijmwegen.

Trainer Martin Schmidt hat nun doch noch einen Winterzugang begrüßen dürfen. Karim Onisiwo. 23 Jahre alt, 1,88 Meter groß, ein Flügelstürmer, der in Österreich für viel Aufsehen gesorgt hat als Angreifer beim Erstligaaufsteiger SV Mattersburg und als Debütant in der A-Nationalmannschaft. Das ist ein interessanter Mann mit einer interessanten Geschichte. Der Vater ist Nigerianer, die Mutter ist Wienerin. Der Vater war schon im nigerianischen Lagos gut befreundet mit dem Rapper George Alaba, dem Vater des Bayern-Stars David Alaba. Beide wanderten gemeinsam nach Wien aus.

Die Söhne Karim Onisiwo und David Alaba kickten als Kinder gemeinsam im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt im Stadtteil Aspern im Fußballkäfig. Alaba wechselte dann nach seiner ersten Ausbildungszeit bei Wien-Favoriten, der Kooperationsschule von Austria Wien, schon mit 16 in die Jugendabteilung des FC Bayern. Auch Onisiwo wurde beim Favoritner AC ausgebildet, später bei Rapid, bei der Austria, beim Simmeringer SC, beim SC Team Wiener Linien und beim FC First Vienna. Alaba war der ehrgeizige Früh-, Onisiwo der nicht ganz so zielstrebige Spätentwickler.

Mattersburg zurück in die erste Liga geschossen

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Auch im Männerfußball erlebte der junge Karim, der zwischendurch eine Lehre als Automechaniker absolvierte, viele Klubwechsel, über die Vienna, den SC Ostbahn, den TSV Neumarkt, den SV Straßwalchen hin zum Leistungsfußball bei Austria Salzburg. Den SV Mattersburg schoss Onisiwo schließlich 2014/15 mit 18 Toren zurück in die österreichische Bundesliga. Im ersten Halbjahr der aktuellen Saison gehörte der physisch starke, schnelle und im Dribbling talentierte Flügelstürmer zu den auffälligsten Talenten der Liga (zwei Tore/sechs Torvorlagen). Eine Art Shootingstar, der Ende November 2015 - nach nur einem Einsatz in der U21-Nationalmannschaft - schon sein Debüt feierte im A-Team als Einwechselspieler beim 1:2 gegen die Schweiz. Nationaltrainer Marcel Koller hatte den 23-Jährigen nominiert als Ersatz für den verletzten Martin Harnik vom VfB Stuttgart. Sollte Onisiwo ein paar gute Spiele hinlegen in der neuen Umgebung am Bruchweg, dann könnte er eine Chance haben, in den Austria-Kader aufgenommen zu werden für die EM 2016 in Frankreich.

Der Transfer macht Sinn. Denn mit Yoshinori Muto, Pablo de Blasis und Jairo haben die 05er in der Mehrzahl doch klein gewachsene und schmale Außenangreifer. Physische Wucht bringen in der Offensive nur Mittelstürmer Jhon Cordoba und Rechtsaußen Christian Clemens ein. Beide sind (verletzungsanfällige) Leihspieler, für die im Sommer hohe Ablösesummen fällig werden, sollten die 05er die Kaufoption ziehen. Für Cordoba ruft der spanische Erstligist FC Granada wohl fünf Millionen Euro auf, bei Clemens müssten drei Millionen auf das Konto des FC Schalke 04 überwiesen werden. Da ist der ablösefrei gekommene Karim Onisiwo, der auch von RB Salzburg, von Rapid und Austria Wien und auch schon vom 1. FC Nürnberg umworben wurde, eine Option, die die Entscheidungsfindung bei Cordoba oder Clemens eventuell beeinflusst.

Rechtsstreit sollte nicht belasten

Dass bei Onisiwo noch ein Rechtsstreit anhängig ist, das sollte den jungen Mann nicht belasten. Der SV Mattersburg hatte im vergangenen Sommer den Vertrag mit dem Stürmer per einseitiger Option bis zum 30. Juni 2016 verlängert (ohne die vereinbarte Anhebung der Bezüge). Ein Arbeits- und Sozialgericht in Österreich hat in erster Instanz diesen Vertrag wegen Verletzung des Kündigungsrechts für nichtig erklärt. Deshalb konnte der Spieler jetzt ablösefrei wechseln.

Die sechs Tage in Südspanien bieten uns nun die gute Gelegenheit, den neuen Stürmer kennen zu lernen und intensiv zu beobachten. Das werden wir tun. Mehr dazu im Donnerstagblog.