Rehberg: Spannender Kampf um die fetten CL-Börsen

Eintracht-Trainer Adi Hütter. Foto: dpa

In dieser Saison ist es weniger der Abstiegskampf, der Spannung bis zum Schluss bietet - sondern der Blick auf die oberen Tabellenplätze und die letzten dort anstehenden...

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. Über Jahre hinweg war eine TV-Konferenzschaltung am letzten Spieltag nur noch spannend beim Thema Abstiegskampf. Das hat sich diesmal erledigt. Der 1. FC Nürnberg und Hannover 96 müssen in die Zweite Liga runter. Der VfB Stuttgart muss in die Relegation gegen Union Berlin oder den SC Paderborn.

Dafür tobt die Spannung im oberen Drittel der Tabelle. Der FC Bayern und Borussia Dortmund haben ein Fernduell um den Titel. Was die Sache zusätzlich dramatisiert: Die jeweiligen Schluss-Gegner der beiden Meisterschafts-Aspiranten benötigen jeden Punkt im Kampf um die Europapokal-Qualifikation. Borussia Mönchengladbach muss mit hoher Wahrscheinlichkeit den BVB bezwingen, um den Champions-League-Platz zu verteidigen. Die Frankfurter Eintracht muss in München wahrscheinlich gewinnen, um vielleicht die CL zu erreichen - und um überhaupt in den Europapokal zu kommen, braucht es wahrscheinlich zumindest einen Punkt gegen die Bayern.

Leverkusen vielleicht lachender Dritter?

In dieser Gemengelage darf man nicht übersehen, dass am Ende Bayer Leverkusen der lachende Dritte sein könnte im Kampf um die fetten CL-Börsen: Die Werkself kann mit einem Erfolg in Berlin im letzten Moment noch auf den vierten Rang springen.

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Interessant ist der Vergleich zwischen den beiden Rheinland-Kombattanten. Die Gladbacher waren in der Hinrunde eine Spitzenmannschaft, Dritter mit überragenden 33 Punkten. Rückrunde: 10. nach 16 Spielen mit schmalen 22 Zählern. Diese Misserfolgsphase hat dazu geführt, dass Manager Max Eberl die Zusammenarbeit mit Trainer Dieter Hecking zum 30. Juni aufgekündigt hat. Mit dem Risiko, dass die Spieler ihrem Noch-Trainer nicht mehr folgen. Es ist eng geworden. Das 4:0 in Nürnberg und die zunehmende Erfolglosigkeit der von der Europaliga geschlauchten Eintracht haben Gladbach noch mal die CL-Tür aufgemacht.

Bayer Leverkusen? Schwache Hinrunde vor dem Hintergrund der Ambitionen dieses Klubs: 9. Platz mit 24 Punkten. Rückrunde: Eine Spitzenmannschaft, Dritter nach 16 Spielen mit überragenden 31 Zählern. Da hat sich ein Trainerwechsel optimal ausgezahlt. Peter Bosz, angetreten für Heiko Herrlich am 4. Januar, hat abgeliefert mit seinem gnadenlosen Offensivansatz. Der Holländer, der in der Vorsaison in Dortmund nach sieben grandiosen Spielen (19 von möglichen 21 Punkten) und den folgenden neun Partien ohne Sieg (vier von möglichen 22 Punkten) davongejagt worden ist als beratungsresistenter Risiko-Teufel, wird nun unterm Bayer-Kreuz als Messias gefeiert.

Gladbach oder Leverkusen? Der im Amt gehaltene Hecking oder der neue Bosz? Der Trend spricht für Bayer 04. Wenn da am Samstag nicht dieses ernüchternde 1:1 zu Hause gegen orientierungslose Schalker gewesen wäre. Da hat sich der Eindruck verstärkt: Wenn es gilt, in der Moneytime den letzten Funken Kampfgeist und Konsequenz zu mobilisieren, dann bringen die Bayer-Profis das Ergebnis nicht. Ein Sieg hätte die in der Rückrunde entfesselte Bosz-Elf fast schon sicher ins gelobte Land gehievt.