Rehberg: Schlau wird man aus Eintracht-Trainer Armin Veh nicht

Armin Veh wirft in Stuttgart hin. Archivfoto: dpa

Vielleicht läuft es ja so: Eintracht Frankfurt verliert am Samstag das Derby bei Mainz 05, SGE-Trainer Armin Veh tritt zurück. Und heuert wieder in Stuttgart an. Nein. Das...

Anzeige

. Schlau wird man aus Armin Veh nie so richtig. Den in Augsburg geborenen Fußballlehrer umweht nur eine Gewissheit: Der 54-Jährige lässt sich nicht gerne rauswerfen – dieser ebenso intelligente wie unabhängige Geist beendet seine Missionen gerne selbst. Nach drei guten Jahren in Frankfurt war es mal wieder so weit. Rückkehr in die Bundesliga mit der Eintracht 2011/12, als Aufsteiger der gefeierte Einzug ins internationale Geschäft 2012/13, tolle Europaliga-Auftritte und ein mäßiger 13. Platz in der Liga 2013/14. Und dann verabschiedete sich der Trainer aus Frankfurt. Sein Motto: Er könne es nicht leiden, mehr Spiele zu verlieren als zu gewinnen. Und man nahm an: Der Mann beginnt demnächst bei einem auf Titel programmierten Champions-League-Klub.

Vehs Bilanz mit dem VfB: Zwei Siege, sieben Niederlagen

Tatsächlich unterschrieb Veh im Sommer 2014 einen Vertrag beim - gerade von Huub Stevens vor dem Abstieg bewahrten - VfB Stuttgart. Am zwölften Spieltag unterlag Veh zu Hause dem FC Augsburg mit 0:1. Der VfB war nun Tabellenletzter, mit mickrigen neun Punkten. Veh hatte nur zwei Spiele gewonnen, aber sieben verloren. Also verkündete er am nächsten Tag seinen Rücktritt. Das war am 24. November 2014. Am 23. November 2015 hat der VfB, Drittletzter nach einer 0:4-Heimschlappe (natürlich gegen den FC Augsburg), seinen vor Selbstbewusstsein strotzenden Cheftrainer Alexander Zorniger beurlaubt. Die Ahnung, dass man auch beim VfB Stuttgart nachhaltig mehr Spiele verliert als gewinnt, hat den einstigen Meistertrainer Armin Veh demnach nicht getrogen.

Wie kommt man nun an einen Job, der mehr Siege als Niederlagen garantiert? Schwierig. Da gibt es nicht viele freie Stellen. Veh entschied sich im Sommer 2015 für: die Rückkehr zur Eintracht. Trotz seines damals merkwürdig begründeten Abgangs wurde er am Main - als Nachfolger des gar nicht mal so unerfolgreichen Thomas Schaaf - empfangen wie der Messias. Bestandsaufnahme nach 13 Spielen: drei Siege, fünf Remis, fünf Niederlagen. Das tendiert schon ein wenig zur damaligen Stuttgart-Bilanz.

Anzeige

Was passiert nach einer Derby-Niederlage?

Und nun fragen sich die Anhänger in Frankfurt: Was macht der eigenwillige Fußballlehrer, wenn er am nicht mehr fernen 28. November auch noch das Rhein-Main-Derby in der Mainzer Coface Arena verliert? Rücktritt? Und kehrt Veh dann von heute auf morgen zum VfB Stuttgart zurück - und löst dort Interimstrainer Jürgen Kramny ab? Nein. Das wird natürlich nicht passieren.

Vielleicht entpuppt sich der Schwabe Kramny, der am Bruchweg 218 Profispiele bestritten hat, der in Mainz mit und unter seinem (in Stuttgart geborenen) Kumpel Jürgen Klopp gespielt hat, der U19-Trainer war und der beim Aufstieg 2008 als Assistent von Jörn Andersen fungiert hat, ja auch als Dauerlösung im Schwabenland. Ein Debütsieg am Sonntag in Dortmund, und die Dinge könnten ihren Lauf nehmen. Persönliche Glückszeichen gibt es: In Dortmund hatte Kramny 1990 im VfB-Trikot bei einem 3:0-Sieg seinen ersten Bundesligaeinsatz, in Dortmund hat Kramny 1992 im Trikot des 1. FC Nürnberg sein erstes Bundesligator geschossen.

Kramnys 29 Vorrundenpunkte

Als Trainer hält Kramny mit dem VfB II in der Dritten Liga einen Rekord für Zweitmannschaften von Profiklubs (gemeinsam mit dem FC Bayern II): 29 Vorrundenpunkte in der Saison 2011/12. Diesen Rekord will an diesem Samstag Kramnys ehemaliger 05-Teamkollege Sandro Schwarz brechen: Mit einem Sieg in Rostock käme die 05-Zweite einen Spieltag vor Hinrundenende auf 31 Zähler.

Anzeige

Und Armin Veh (der als Erstligstrainer in Rostock mal ohne Not schon am zwölften Spieltag ausgestiegen ist, das war 2003)? Veh hat nach seiner Frankfurt-Rückkehr am dritten Spieltag mit 4:1 in Stuttgart triumphiert. Danach überfiel die Eintracht den 1. FC Köln mit 6:2. Zehn Tore in zwei Spielen. Danach ging nicht mehr viel. Der Offensivschwung war dahin. Inzwischen üben sich die Frankfurter sehr intensiv im Defensivspiel. Welche Bedeutung das hat für das Derby in Mainz, das lesen sie im Freitag-Blog.