Rehberg: Nichts ist mehr wie vorher

TSG-Stürmer Sandro Wagner ist für sein Foul gegen den Leipziger Stefan Ilsanker für zwei Spiele gesperrt worden und fehlt im Spiel gegen Mainz 05. Foto: dpa

Wenn es eine 05-Hinrundenpartie gibt, die sich ins Gedächtnis eingebrannt hat, dann diese: Jenes 4:4 am zweiten Spieltag in der Opel Arena gegen die TSG Hoffenheim. Ein früher...

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. Wenn es eine 05-Hinrundenpartie gibt, die sich ins Gedächtnis eingebrannt hat, dann diese: Jenes 4:4 am zweiten Spieltag in der Opel Arena gegen die TSG Hoffenheim. Mit einer eigenwilligen Torfolge. 1:0 Pablo de Blasis (3.), 2:0 de Blasis (23.), 3:0 Jhon Cordoba (27.), 3:1 Sandro Wagner (39.), 4:1 Levin Öztunali (43.). Dann war zunächst mal Pause. Die phasenweise vorgeführten Hoffenheimer schienen geschlagen. Doch dann sah Gaetan Bussmann die Rote Karte. Und die Partie wendete sich. 3:2 und 3:3 Mark Uth (71./72.), 4:4 Adam Szalai (84.).

Soll niemand sagen, ein frühes Saisonspiel würde keine Hinweise liefern auf das, was danach noch so alles kommt. Für die 05er halten wir fest: Die Gegentorflut sollte Bestand haben bis Weihnachten (30 Gegentreffer in 16 Spielen). Für die TSG halten wir fest: Diese Mannschaft sollte nicht zu bezwingen sein bis Weihnachten - und die Remisflut hielt an (10 in 16 Spielen).

Erneutes 4:4 eher unwahrscheinlich

An diesem Samstag treten die Mainzer in der Sinsheimer Arena gegen die TSG 1899 an. Und nichts ist mehr, wie es vorher war. Die 05er haben nach der Winterpause ihre Defensive im Griff (0:0 gegen den 1. FC Köln, 1:1 gegen den Turboangriff von Borussia Dortmund). Die Hoffenheimer spielen nicht mehr unentschieden und sie sind erstmals bezwungen worden (2:0-Sieg in Augsburg, 1:2-Niederlage in Leipzig). Was uns das signalisieren soll? Ein erneutes 4:4 ist eher unwahrscheinlich.

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Personell ist die Mannschaft von Martin Schmidt im Vorteil. Die TSG muss auf ihren zentralen Abwehrspieler Kevin Vogt verzichten (in Leipzig ausgeschieden mit einer Schädelprellung) und auf ihren Sturmführer Sandro Wagner. Der sehr selbstbewusste Torjäger, der in Zweikämpfen gerne Grenzen auslotet, sah in Leipzig die Rote Karte. Nach einem üblen Foul an Stefan Ilsanker. Der 1,94 Meter große Wagner, mit zehn Toren und zwei Torvorlagen der überragende Stürmer im Team von Julian Nagelsmann, ist für zwei Spiele gesperrt worden. Die 05er dagegen haben erstmals nach der Winterpause ihren bis dahin gesperrten Mittelstürmer Jhon Cordoba am Start. Und wenn Trainer Martin Schmidt das will, dann kann er auch gleich noch seinen prominenten Winterzugang Bojan Krkic auf den Platz stellen. Was uns das signalisieren soll? Die Mainzer könnten in Sinsheim mal wieder drei Punkte schnappen. Die Gelegenheit ist günstig. Ein Wunschergebnis gibt es dafür nicht zwangsläufig.

Nagelsmann hat nicht viel falsch gemacht

Diese Rechnung hat Schmidt mit dem Hoffenheimer Kollegen auch noch offen. Am 11. Februar 2016 gelangte Nagelsmann als jüngster Trainer in der Geschichte der Bundesliga im Alter von 28 Jahren auf den Chefsessel des Dietmar-Hopp-Spielzeugs. Er begann mit einem 1:1 in Bremen. Sein erstes Heimspiel? 3:2 gegen – Mainz 05. Seitdem hat der in Landsberg am Lech geborene Absolvent eines Bachelor-Studiengangs für Sport und angewandte Trainingswissenschaften nicht viel falsch gemacht.

Gelernt hatte Nagelsmann 2007/08 beim FC Augsburg II als einer der Assistenten von Nachwuchstrainer Thomas Tuchel. Letzterer wechselte danach an den Bruchweg und wurde 2009 Deutscher A-Jugendmeister mit Stefan Bell und André Schürrle. Das schaffte dann auch Nagelsmann, fünf Jahre später, mit der U19 der TSG Hoffenheim. Da war der Jungtrainer gerade mal 26 Jahre alt. Nun eine komplette Hinrunde ohne Niederlage zu überstehen, das schafft in der Bundesliga in der Regel nur der FC Bayern. Aber zehn Unentschieden sorgen eben auch nicht für ein riesiges Punktepaket. Die besondere Spielweise der Hoffenheimer und die Chancen der 05er, davon handelt der Blog am Freitag.