Rehberg: Nach der ersten Delle brauchen die Mainzer das...

Frust bei den Mainzern nach dem 0:3 auf Schalke. Frust Archivfoto: Hübner

0:3 auf Schalke. 1:2 im DFB-Pokal in Fürth. Zwei Niederlagen in Folge. Am Samstag erwartet der FSV Mainz 05 zuhause das Team vom FC Ingolstadt - und für die Schmidt-Elf geht...

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. Die erste Delle. Zwei Niederlagen hintereinander. 0:3 auf Schalke. 1:2 im DFB-Pokal in Fürth. Letzteres hat dafür gesorgt, dass die 05er ab sofort „nur“ noch in zwei Wettbewerben vertreten sind. In der Bundesliga geht es im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt darum, aus dem kleinen Zwischentief nicht einen Trend werden zu lassen. Gerade vor der in der Europaliga richtungsweisenden Partie am kommenden Donnerstag beim RSC Anderlecht braucht es zur mentalen und emotionalen Verstärkung frische positive Bilder in den Köpfen der 05-Profis. Falls die Elf von Martin Schmidt nach der Enttäuschung in der Veltins Arena noch einen kleinen Motivationsanreiz benötigen sollte: Der Ingolstädter Cheftrainer Markus Kauczinski ist in Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen.

Ingolstädter fühlen sich im Aufwind

Auch nach dem achten Spieltag wartet der Kohlenpottler in seiner neuen Aufgabe im Süden der Republik immer noch auf den ersten Sieg. Der 44-Jährige muss allmählich Belege liefern. Die Ingolstädter fühlen sich seit dem 3:3 gegen Borussia Dortmund im Aufwind. 2:0 geführt. 3:1 geführt. Eine Stunde lang traten die Bayern als www-Team auf: wacher, wilder, willensstärker. In der Schlussphase gingen zwei Punkte noch flöten. Am Dienstagabend scheiterte der FC im DFB-Pokal erst im Elfmeterschießen an der Eintracht. Nach 120 Minuten hieß es 0:0 in Frankfurt. Das Gefühl blieb hängen bei den Ingolstädtern: Wenn wir sicher verteidigen, dann können wir mithalten.

Nötig war dafür eine Kurskorrektur des Trainers. In der Sommervorbereitung hatte sich Kauczinski von den Führungsspielern dazu überreden lassen, das unter Vorgänger Ralph Hasenhüttl erfolgreich praktizierte Extrempressing beizubehalten. Dem Trainer fiel diese Entscheidung nicht leicht. Er gilt als ein Vertreter des Ballbesitzfußballs. Nach sechs Niederlagen und einem Remis in den ersten sieben Spielen leitete Kauczinski die taktische Wende ein. Gegen die Dortmunder lief der FC im flachen 4-4-2 auf. Das Angriffspressing wurde abgelöst vom einem insgesamt wesentlich tiefer organisierten Mittelfeldpressing. In der weit nach vorn verschobenen 4-3-3-Variante war die Mannschaft zu oft ausgekontert worden.

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Eine auf defensive Sicherheit bedachte Raumverengungsmannschaft

Nun steht den 05ern eine auf defensive Sicherheit bedachte Raumverengungsmannschaft gegenüber. Die nach Balleroberungen Kombinationsumschaltungen einleitet. Und die über Spezialisten wie Markus Suttner und Pascal Groß hervorragende Standardbälle im Portfolio hat.

Kauczinski hat eine zentrale Achse geformt. Hinten die Innenverteidiger Marvin Matip und Marcel Tisserand, davor auf den Sechserpositionen die aggressiv stechenden Arbeiter Almog Cohen und Roger, vorne die laufstarken und torgefährlichen Stürmer Dario Lezcano und Lukas Hinterseer. Der Paraguayer Lezcano, der gegen die Dortmunder zwei Tore schoss, fällt in Mainz allerdings wegen einer Zerrung aus.

Hinterseer kennen die 05er noch aus der Vorsaison. Da schoss der Neffe des einstigen österreichischen Skistars und heutigen Volksmusikanten Hansi Hinterseer den gerade aufgestiegenen FC Ingolstadt am ersten Spieltag zum ersten Bundesligasieg in der Klubgeschichte. In der Coface Arena. Damals fanden die 05er kein Mittel gegen Hasenhüttls 4-3-3-Vollgaspressing. Das sah beim mit 0:1 verlorenen Rückrundenspiel ähnlich aus.

Gegnerische Standardsituationen vermeiden

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An diesem Samstag gilt es, passgenaue Gegenzüge abzuklemmen und gegnerische Standardsituationen zu vermeiden. Und es geht darum, im eigenen Ballbesitz Wege zu finden durch die wie mit dem Lineal gezogenen Ingolstädter Kettenverschiebelinien. Letzteres gehört überhaupt nicht zur Lieblingsbeschäftigung der 05er. In Fürth haben die Mainzer es versäumt, aus den vielen sicher abgefangenen Konteransätzen schnelle, zielstrebige Gegenumschaltungsaktionen werden zu lassen.

Manchmal hilft gegen diese massiven Verschlusssysteme auch der lange Pass ins Angriffszentrum und der anschließende Kampf um die abgewehrten Bälle. Schön aussehen muss das ja nicht. Die Schmidt-Elf braucht in diesem Moment viel mehr das Drei-Punkte-Erlebnis.