Rehberg: Cordoba, Hack und Klement können bei den 05ern noch...

Dribbelstark: Philipp Klement. Archivfoto: hbz/Jörg Henkel

„Wir müssen und wir wollen uns im eigenen Ballbesitz verbessern“, hatte 05-Trainer Martin Schmidt nach dem Heimsieg gegen Wolfsburg gesagt. Verbesserte Ansätze waren im...

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. Diese Länderspielpause tut den 05ern gut. Die vielen verletzten Spieler haben Zeit, gesund zu werden und wieder Wettkampffitness zu erlangen. Auch über Testspiele. Beim 2:0-Sieg am Donnerstagnachmittag im Bruchwegstadion gegen den Zweitligisten SV Sandhausen haben sich erste wichtige Erkenntnisse ergeben: Der bislang verletzte Mittelstürmer Jhon Cordoba wird zu einer Alternative, Spieler aus der zweiten Reihe melden Ansprüche an – und Martin Schmidt kommt voran auf dem Weg, der Mannschaft Muster im eigenen Ballbesitz zu vermitteln. Der Reihe nach.

Cordoba und Muto als Doppelspitze?

JHON CORDOBA. Der Kolumbianer kam nach der Pause aufs Feld. Als zweite Spitze neben Florian Niederlechner in einer 4-4-2-Grundordnung mit offensiv besetzten Außenbahnen. Cordoba, der bislang erst zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga hatte, ist ein physisch starker Spieler, der sich viel bewegt, der dem Mittelfeld entgegen kommt, der Bälle anzieht, behauptet und sicher weiterleitet, der sich auch dreht, ins Tempodribbling geht und der sich mit seiner Antrittsschnelligkeit Vorteile schaffen kann in Eins-gegen-Eins-Situationen. Auffallend: Der 22-Jährige setzt im offensiven Zweikampf seinen muskulösen Körper sehr resolut und gewinnbringend ein. Ein Filigrantechniker auf engen Räumen ist er sicher nicht, aber eine anzugsstarke und ballsichere Lokomotive mit Verdrängungspotenzial. Da tut sich die Perspektive auf: Cordoba als beweglicher Wandspieler im Angriffszentrum, Yoshinori Muto als schneller, laufstarker, wendiger, dribbelstarker und torgefährlicher Flügelstürmer. Wobei der Japaner dann noch sein taktisches Verhalten gegen den Ball in größer werdenden rückwärtigen Räumen verbessern müsste. Auch eine 4-4-2-Variante mit Cordoba und Muto als Doppelspitze ist denkbar.

Im Kopfballspiel ist Hack die Macht

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ALEXANDER HACK. Der Innenverteidiger ist auf dem Weg, sich eine Bundesligachance zu verdienen. Der 22-Jährige, der in Memmingen geboren ist, der für die SpVgg Unterhaching schon eine Drittligasaison gespielt hat und der in der 05-U23 eine Bank ist im Abwehrzentrum, bestach gegen den SV Sandhausen mit seiner sicheren, präzisen und überlegten Spieleröffnung. Der 1,93 Meter große Hüne beherrscht den Flachpass ins Zentrum und den langen Diagonalball auf die Seiten. Im Kopfballspiel ist Hack die Macht. Auch im Ablaufen von Gegenspielern ist er sehr geschickt. Steigerungspotenzial besteht im direkten Zweikampf, wenn es darum geht, am Boden konsequent und kompromisslos jeden Ball abzuarbeiten, als wäre das der wichtigste in diesem Spiel. Das geeignete Vorbild auf diesem Gebiet wäre: Nikolce Noveski.

Für die Bundesliga muss man sich aufdrängen

PHILIPP KLEMENT. Der Ballbesitzzehner hat eine ganz große Gabe: Kreatives Freilaufverhalten, perfekte Ballannahme, schnelle Drehung auf engem Raum und unter gegnerischem Druck – und schon entsteht eine neue Spielsituation. Und dann kann der 23-Jährige seine Pässe legen, mit einem hervorragenden Auge, mit dem angemessenen Timing, auch mit dem Blick für die Lücken im gegnerischen Abwehrverbund. Darüber hinaus ist Klement, der am vergangenen Wochenende beim 4:1 im Ligaspiel der U23 bei den Stuttgarter Kickers drei prächtige Tore geschossen hat, ein Freistoßkünstler. Arbeiten muss der bescheiden auftretende Edeltechniker noch am nötigen Spielmacher-Selbstverständnis: Für die Bundesliga wird man nicht entdeckt, für die Bundesliga muss man sich mit Konsequenz und mit zu steigerndem Selbstvertrauen aufdrängen. Da Yunus Malli, der sich als neuer türkischer Nationalspieler nun auch regelmäßig auf internationaler Bühne präsentiert, sicher nicht ewig in Mainz spielen wird, könnte Klement in den Zukunftsplanungen schon bald eine wichtige Rolle spielen.

Wer nicht so recht vorankommt, das ist Gaetan Bussmann. Der Linksverteidiger aus der zweiten französischen Liga ist ein athletischer Läufer und Kämpfer, aber spielerisch hakt es. Zudem muss der Franzose wesentlich handlungsschneller werden.

„Wir müssen und wir wollen uns im eigenen Ballbesitz verbessern“, sagte Trainer Martin Schmidt nach dem Heimsieg in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg. Das war erkennbar gegen den SV Sandhausen. Da waren Muster erkennbar im Passspiel. Zwar oft noch nicht mit dem nötigen Tempo, dem nötigen Druck, der nötigen zügigen Raumüberwindung, aber eine Entwicklung deutet sich an. Schon beim Auswärtsspiel in Köln werden die 05er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ständig Räume bekommen für Umschaltüberfälle. Und dann wird diese Mannschaft abhängig von ihrer Effizienz im Abschluss.