Nur halb so lustig wie Kussine

Schwarz-gelb wie Klopps Borussen - und doch nur eine Drohne. Foto: dpa

Die de Maizières sind eine interessante Familie. Sie wissen: Drohen Drohnen abzustürzen, kommt auch die Mutti-Biene ins Trudeln.

Anzeige

. Beim Champions-League-Finale in London war der Ex-Mainzer Jürgen "Kloppo" Klopp sehr schön angezogen, zu seinen neuen eintransplantierten Haaren. Gerade in solchen Momenten wird uns klar, dass sich die alten Weisheiten angesichts des medizinisch-technischen Fortschritts weiterentwickeln müssen: Ein Satz wie "bei dieser Aufregung fliegt im doch gleich der Draht aus der Mütze" oder "da geht ihm der Hut hoch" sind im Fall Kloppo nicht mehr haltbar.

*

Ganz anders herum geht offenbar Günter Netzer zu Werke, der sich im Fernsehen für eine Telefonanbieter-Werbung mit Glatze präsentierte. Angeblich war die nur künstlich, aber womöglich hat er sich doch verkühlt. Er hat nämlich kürzlich in der Talkshow von Markus Lanz auf unglaublich männerfeindliche Weise vom Leder gezogen. Klamotten für sich habe er noch nie in seinem Leben eingekauft, Versuche, sein Outfit selbst auszuwählen, hätten in einer Katastrophe geendet. Nun, wir wissen, dass manche Männer seit Menschengedenken leider mit diesen blöden Sprüchen konfrontiert sind, à la: "Na, hast Du wieder mal versucht, Dich alleine anzuziehen?" Üble Vorurteile! Und jetzt kommt dieser Netzer daher und erzählt so einen Quark. Verräter! Früher war seine Spezialität, aus der Tiefe des Raums zu kommen, jetzt verläuft er sich sogar in der Untiefe seines eigenen Kleiderschranks. Wobei nicht von der Hand zu weisen ist, dass in Fußballkreisen der sogenannten "zweite Anzug", also wie jetzt etwa die deutsche Rumpfnationalmannschaft in den USA, generell nicht unproblematisch ist. Seine Frau, so Netzer, suche ihm morgens immer die Klamotten aus. Nun, sagen wir da, wenn Frau Netzer morgens noch so ausgeruht ist, sich gleich derart ins Getümmel zu werfen... Wir für unseren Teil wären jedenfalls total von den Socken, wenn uns das widerfahren würde. Eine Schande für die Männer, dieser Netzer.

*

Anzeige

Kommen wir zu ernsten Themen, wir werden hier schließlich nicht dafür bezahlt, zu scherzen. Deutschland habe im vergangenen Jahr so viele Kleinwaffen exportiert wie seit 15 Jahren nicht mehr, entnehmen wir den Presseagenturen. Kleinwaffen, liebe Kinder, das ist nicht das Schippchen aus dem Sandkasten, mit dem ihr dem Thomas aus dem Nachbarhaus in vorbeugender Notwehr auf die Nase haut, wenn er euch sein neues i-Phone nicht leihen will. Kleinwaffen sind zum Beispiel Maschinenpistolen. Riesige Probleme mit Waffen hat derzeit Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Das erinnert uns daran, dass es auch einen Lothar de Maizière gibt, Cousin von Thomas, "Kussäng", wie es in hiesigen Regionen heißt, was aber meistens nur halb so lustig ist wie Kussine. Dieser Lothar jedenfalls war nach dem Mauerfall frei gewählter DDR-Ministerpräsident, wurde von bösen Zungen aber "Lothar, die Misere" genannt. Das konnte auch nicht von seiner damaligen stellvertretenden Regierungssprecherin verhindert werden, einer gewissen Angela Merkel. So hängt mal wieder alles mit allem zusammen, denn womöglich hat sie jetzt mit Thomas die Misere erst recht an der Backe.

*

Es geht ja nicht nur um die Drohnen, die ähnlich wie Günter Netzer vorne und hinten nicht mehr hochkommen, sondern auch um den Nachfolger des legendären Bundeswehrgewehrs G 3, wir Älteren erinnern uns. Vom Modell G 36 lesen wir in der wunderbaren Zeitung "Die Welt", die Geschoss-Energie habe in den neunziger Jahren nicht mal ausgereicht, "selbst bei geringen Distanzen etwa dünnes Blech zu durchschlagen". Das heißt doch nichts anderes, als dass die armen Soldaten nicht mal in der Lage gewesen wären, sich im Biwak eine Dose Erbsen aufzumachen! Sodass uns der Begriff "Erbsenzähler" in ganz neuem Licht erscheint.

*

Da der Begriff "Drohne" mehrere Bedeutungen hat, haben wir bei "Wikipedia" nachgeschaut und gefunden: Drohne ist auch "die männliche Honigbiene". Damit kommt es uns aber umso komischer vor, dass im Zusammenhang mit dem Fluggerät meistens von "unbemannter" Drohne die Rede ist. Wir lesen: "Die männlichen Drohnen begatten junge Königinnen." Oha. Das bedeutet, dass in Wiesbaden und Rüsselsheim kommende Woche, wenn König Willem und seine Maxima zu Besuch kommen, schwer darauf geachtet werden muss, dass sich nicht irgendwelche Bienenvölker da rumtreiben.

Anzeige

*

Sehr traurig ist auch immer das Ende der Drohnen. Nach der Kopulation mit einer Bienenkönigin - liebe Kinder, fragt die Mutti, was das ist, eine Bienenkönigin - sterben die Drohnen "und fallen dann von der Königin ab". Nee Leute, das ist es dann doch nicht wert. Oder höchstens ganz selten.