Muss Scotty jetzt Ursula hochbeamen?

Leonard Nimoy alias "Mr. Spock". Foto: dpa

Nachdem Mister Spock von uns gegangen ist, versteht nur noch Bill Clinton die Frauenquote.

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. Es ist momentan so: Wir sind nicht wirklich in der Verfassung, diese Entscheidung des Bundestags zur Frauenquote anzunehmen. Und zum European Song Contest (ESC) wollten wir schon gleich garnicht. * So, jetzt mal zum wirklichen Leben. Wir sind sehr traurig, dass der große Commander im Himmel Mister Spock vom Raumschiff Enterprise nun unwiederbringlich hochgebeamt hat. Wir Älteren erinnern uns: Beamen steht nicht im Zusammenhang mit einer Whiskey-Sorte, sondern bedeutete auf der Enterprise, dass Cheftechniker Scotty Lebewesen in Moleküle zerlegte, verschickte und dann am Ankunftsort wieder zusammensetzte. Seitdem geistert die Frage durchs Universum, ob die Molekularküche damit etwas zu tun habe. * Mister Spock war ja Halb-Vulkanier, sein Blut war grün, ein Fanal für die Öko-Bewegung. Angesichts einer Studie des Londoner King‘s College, zu uns gebeamt von der Deutschen Presse-Agentur und veröffentlicht auch im "British Journal of Urology International", das in jeder Urologen-Praxis, die auf sich hält, neben "Bunte" und "Gala" ausgelegt sein sollte, angesichts jener Studie also, die sich mit der Länge primärer männlicher Geschlechtsmerkmale befasst, fragen wir uns, ob grünes Blut da irgendeinen Einfluss hat. Blaues Blut hat bestimmt diesbezüglich einen Einfluss, fragt sich nur, welchen. Wir müssen diese Frage stellen, weil wir nachgelesen haben, dass auf der Enterprise offenbar ein reges Treiben herrschte und Spock ein Schwerenöter war. So habe Lieutenant Uhura, die dunkelhäutige Kommunikationsoffizierin, mindestens einmal Captain Kirk geküsst und später auch Mister Spock. Wie meinen? Nein, wir wissen nicht, wie grünes Blut in Wallung aussieht, das äußere Erscheinungsbild der heutigen Grünen-Politikerinnen Katrin Göring-Eckardt und Claudia Roth lässt da kaum Rückschlüsse zu. Aber jetzt mal ohne Scherz: Die Besetzung der Rolle "Lieutenant Uhura" mit der Afroamerikanerin Nichelle (Ja, mit "N"!) Nichols war 1966 eine gewagte Entscheidung, lesen wir bei Wikipedia. Die Fernsehstationen der südlichen Staaten hätten damals damit gedroht, die Serie deswegen nicht auszustrahlen. Nein, wir reden nicht vom Bayerischen Rundfunk, sondern von den südlichen Staaten der USA! Dann gab es aber einen, der Nichelle Nichols überredete, nicht aufzugeben, aber es war nicht Magic Horst Seehofer, sondern - kein Scherz - Martin Luther King! * Bleiben wir in höheren Sphären. Wir entnahmen kürzlich dem "Spiegel", dass ein Gutachten des Luftfahrtamtes der Bundeswehr davor warnt, der neu zu beschaffende Marinehubschrauber MH 90 solle nicht über Nord- und Ostsee eingesetzt werden. Das ist insofern blöd, als MH 90 ausgerechnet über Nord- und Ostsee eingesetzt werden sollte, was ja angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Hubschrauber der M A R I N E handelt, nicht weiter überrascht. Bislang dachten wir, dass Einsätze über dem Meer mehr oder weniger zur Kernkompetenz von Marinehubschraubern gehörten. Offensichtlich waren wir da naiv. Vielleicht gilt eher: Nordsee ist Mordsee. Aber nur keine Aufregung. Wahrscheinlich hat der MH 90 einfach sein Freischwimmerzeugnis oder seine Seepferdchenprüfung vorläufig nicht bestanden. Oder er war unartig und bekommt aus disziplinarischen Gründen Startverbot, weil er im Trainingsschwimmbad vom Zehnmeter-Turm eine Arschbombe hingelegt hat. Vor unserem geistigen Auge sehen wir schon Captain Kirk mitleidig auf einen MH 90 schauen und sagen: "Scotty, beam ihn hoch." Dann legt Lieutenant Uhura ihren Arm um Ursula von der Leyen und sagt: "Komm, Schwester, lies im British Journal of Urology International diesen interessanten Bericht und lass ihn Dir dann von Mister Spock genau erklären." * Wie kriegen wir da jetzt den Übergang zum US-Ex-Präsidenten Clinton. Bill, the Thrill, wie wir ihn nennen, war ja praktisch der Erfinder der Frauenquote. Nun hat laut FAZ der Maler Nelson Shanks erzählt, dass er auf einem Bild, das er 2005 von Clinton malte, und das in der National Portrait Gallery in Washington hängt, über den Kaminsims einen Schatten malte, als Symbol für das blaue Kleid der früheren Clinton-Praktikantin Monica Lewinsky. Auf dem Kleid waren gewisse Spuren gefunden worden. Nun wird uns klar, woher der Begriff "Kamineffekt" stammt. Wir lesen bei Wiki: Durch Feuer erwärmte Luft wird nach oben außen abgeführt, mit dem Sog schädliche Gase abgezogen." So war das wohl damals, bei Bill und Monica. Shanks erwägt allerdings nicht, nachträglich auf den Kaminsims ein Exemplar des British Journal of Urology International aufzumalen.