Länderspiele helfen den 05ern

Shinji Okazaki. Foto: dpa

Die jüngste Bundesliga-Pause mit Auslands-Auftritten seiner Spieler hat dem FSV Mainz 05 schlechte Nachrichten gebracht. Verletzte Akteure, Spieler, die extrem lange Flüge...

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. Von Bardo Rudolf

Die jüngste Bundesliga-Pause hat dem FSV Mainz 05 wieder schlechte Nachrichten gebracht. Todor Nedelev hat sich bei der bulgarischen Nationalmannschaft den Mittelfuß gebrochen und fällt lange aus. Julian Baumgartlinger kehrte mit verstärkten Knieschmerzen und deshalb ohne Einsatz aus Österreich zurück. Shinji Okazaki, Junior Diaz und Gonzalo Jara mussten für ihre Länderspiele extrem lange Flüge zurücklegen. Erholung war für die vielen Nationalspieler der Mainzer nicht möglich. Und auf dem Übungsplatz konnte Trainer Kasper Hjulmand nur mit einer kleinen Gruppe üben, was eine gezielte Vorbereitung auf den nächsten Gegner SC Freiburg unmöglich macht.

Und trotzdem profitiert der Verein davon, dass quasi eine komplette Elf regelmäßig durch die Welt fliegt, um für ihre Nationalmannschaften zu spielen. Das Wichtigste dabei ist: Die Fußballer sammeln bei den Länderspielen Erfahrung, die sie durch Bundesliga-Spiele alleine nicht erhalten würden. Durch internationale Vergleiche lernen die Profis viel, weil dort anderer Fußball gespielt wird. Und wer sich tatsächlich mit seinem Nationalteam für eine Weltmeisterschaft qualifiziert, misst sich dort mit anderen Vereinen auf einem Niveau, das es selbst in der Champions League nicht gibt.

Der Druck ist größer

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Dazu stehen die Spieler bei Länderspielen in ihrem eigenen Land viel mehr unter Druck als bei Liga-Spielen. Das Interesse in der Bevölkerung ist viel höher und über Misserfolge wird viel länger diskutiert als bei einem Vereins-Duell. So lernen die Profis, mit Druck umzugehen.

Alleine zu den Besten des eigenen Landes zu gehören und das Nationaltrikot zu tragen, gibt den Profis, und das ist der dritte positive Faktor für die 05er, weiteres Selbstvertrauen - vor allem, wenn die Partie mit einem Erfolgserlebnis endet.

Weil ihm diese Punkte auch alle bewusst sind, kann Kasper Hjulmand mit der regelmäßigen Reduzierung seiner Trainingsgruppe gut leben. Zumal die Vielzahl der Reisenden zu ihren Nationalmannschaften ja auch zeigt, dass der Kader der 05er hochklassig besetzt ist. Sorgen müsste man sich indes bei einem Bundesligisten machen, der in der Länderspielpause in voller Mannschafts-Stärke trainieren kann. Denn dann würde dem Kader die individuelle Klasse fehlen, um in der Bundesliga zu bestehen.