Keine andere Wahl

Adam Szalai will Champions League spielen - Mainz verkauft den Ungarn an Schalke. Foto: dpa

Der Transfer von Adam Szalai macht die finanziellen Größenordnungen in der Fußball-Bundesliga wieder einmal auf krasse Weise deutlich.

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. Von Ulrich Gerecke

Der Transfer von Adam Szalai macht die finanziellen Größenordnungen in der Fußball-Bundesliga wieder einmal auf krasse Weise deutlich. Schalke 04 will mehr Konkurrenzkampf im Sturm und stellt Klaas-Jan Huntelaar für 8,5 Millionen Euro den 25-Jährigen zur Seite. Der Ungar steigt damit zum zweitteuersten Verkauf in der Geschichte des FSV Mainz 05 auf. Hiermit sind alle Fragen zu den wirtschaftlichen Kräfteverhältnissen in der Branche auf einen Schlag beantwortet - und Kritik an Christian Heidel dürfte sich ebenfalls erübrigen.

Bei dieser Summe hatte der 05-Manager gar keine andere Wahl, er hat im Gegenteil wieder einmal das Optimum aus einem Spieler herausgeholt, der vor dreieinhalb Jahren für 600.000 Euro an den Bruchweg kam. Sportlich ist der 13-Tore-Mann natürlich ein Verlust, aber die Mainzer haben jetzt noch genug Zeit und das nötige Kleingeld, Szalai adäquat zu ersetzen.

Bei allen Meriten darf nicht vergessen werden, dass der Ungar nach starker erster Halbserie in der Rückrunde nur noch viermal eingenetzt hat, das Mainzer Spiel oft sehr auf ihn zugeschnitten wirkte und die Gegner sich gut darauf einstellen konnten. Ohne Szalai wird 05-Coach Thomas Tuchel häufiger mit zwei statt einem Stürmer agieren, das Spiel breiter anlegen und das Tempo forcieren können. Das macht gewiss mehr Sinn, als zu versuchen, Adam Szalai eins zu eins zu ersetzen. Das ist trotz der vielen Transfermillionen ohnehin kaum möglich.