Jetzt muss Trump nur noch in die Pfalz

Donald Trump ist der neue US-Präsident. Foto: dpa

Nach der Nacht der eskalierenden Dauerwelle bereitet sich die Region schon auf hohen Besuch vor. Diesmal werden Gullydeckel aber nicht zugeschweißt, sondern ganz gezielt offen...

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. Neee, ne?! Die Wahl war nur im Studio gefälscht, oder? Wie damals bei der Mondlandung. Jedenfalls sehen wir den Begriff „Morgengrauen“ seit Mittwochvormittag mit ganz anderen Augen. Live in Concert: Donald, the Donut. Es war die Nacht der reitenden, nicht Leichen, sondern Dauerwelle, der Triumph der Hormone über das Hirn. Die gute Nachricht: Angeblich ist noch keiner aus Verzweiflung vom Trump-Tower gesprungen. Die Menschheit ist jetzt auf einem kulturellen Level, bei dem als nächster US-Präsident Darth Vader beste Chancen hat, oder Kim Jong-un, dieser Nordkoreaner, der aussieht wie die dicken Kinder von Landau. Unsere Hoffnung: Es gibt Menschen, die spielen jahrelang den Vollpfosten, sind es in Wahrheit aber gar nicht. Wir nennen es das Dieter-Bohlen-Syndrom.

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Es ist merkwürdig. Bei Nine Eleven, es war früher Dienstagnachmittag mitteleuropäischer Zeit, saßen wir zuhause vorm Fernseher, während unser Gaszähler für die Gasheizung ausgetauscht wurde. Jetzt, am Mittwochmorgen, standen wir auf, und die Heizung (Gas) war kaputt. Fehlermeldung auf dem Display der Therme: „EA“. Wir rätseln, ob das „Ein A...l...“ bedeuten soll. Das kann alles kein Zufall sein. Wir erwägen, auf Ölheizung umzusteigen. Oder direkt auf Atomstrom, per Kabel von Biblis, oder so.

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Jetzt mal sachlich. In Mainz haben wir ja Erfahrung mit amerikanischen Präsidenten. Im Sommer 1989 war der alte Bush in der Rheingoldhalle und hat praktisch gesagt, die Mauer muss weg, und sie ging weg. Im Februar 2005 war der junge Bush hier. Der hat nicht viel gesagt, in Erinnerung bleibt vor allem sein meckerndes Lachen im Mainzer Schloss, als er neben Gerd Schröder saß. Vielleicht hatte der ihm einen schmutzigen Witz erzählt. Wir geben offen zu: Wir schauten kaum auf George Dabbelju, sondern auf Condoleezza Rice, die schönste Ministerin aller Zeiten, die einzige Frau, die mit ihrem Mund ein feindliches Torpedo hätte unschädlich machen können. Wegen George Dabbelju hatte man in Mainz die Gullydeckel zugeschweißt. Falls Donald kommt, könnte man nicht nur die Gullydeckel nicht zuschweißen, sondern sie bewusst offen lassen. Aber sicher will Trump in die Pfalz, von wo sein Großvater 1885 auswanderte. Wir stellen uns vor: Trump gemeinsam mit der AfD auf dem Hambacher Schloss. Zusammen singen sie: „Mir sinn die Trämps, Trämps, Trämps vun de Palz//uns steht es Wasser//immer bis zum Hals.“ Später stößt noch Erdogan dazu, bringt aber vorsichtshalber keine Ziegen mit. Und damit das alles nicht aus dem Ruder läuft, moderiert Jan Böhmermann.