James Bond in die Bundeswehr

Jets, Schiffe, Helikopter - die Bundeswehr hat ein Ersatzteil-Problem. Foto: dpa

Es gibt noch Hoffnung für Ursula von der Leyen. Ein letzter Freistoß, sozusagen.

Anzeige

. Der Friedensnobelpreis ist weder an Gazprom, noch an Katar gegangen. Das lässt die Hoffnung zu, dass doch nicht alles auf der Welt käuflich ist. Wir wissen jetzt auch nicht, wieso uns in diesem Zusammenhang der Fifa-Präsident Joseph "Sepp" Blatter einfällt, vielleicht wegen der Überlegung, ob die verstärkten Auslandseinsätze der Bundeswehr...wie meinen? Ja, die gibt‘s noch! Also, dass sich die verstärkten Auslandseinsätze der Bundeswehr, die Verteidigungsministerin von der Leyen gerade angekündigt hat, gegen die Fifa richten könnten, wurde dementiert. Aufgekommen waren die Gerüchte, nachdem der Blatter Sepp angekündigt hatte, er wolle erneut für die Fifa-Präsidentschaft kassieren....Pardon, kandidieren muss es heißen, gell?

*

Wir lesen auf "Spiegel Online", dass das deutsche Bundeskabinett die KP-Führung Chinas in Berlin empfange. Wie meinen? Nein, das ist in China anders gelaufen als in der weiland DDR. China hat nicht seinen Beitritt zu Hongkong und damit zu Großbritannien erklärt. Wie meinen? Ob die auch noch eine Stasi haben? Ist geheim. "Spiegel Online" beklagt bitter, dass die Chinesen am Berliner Kabinettstisch Platz nehmen dürfen. Wegen der Menschenrechtsfrage. Die wird wohl nie gelöst werden. Aber angeblich hat zumindest der Berliner Kabinettstisch einen eingebauten Kopierschutz. Wär‘ ja schon mal was.

*

Anzeige

Zu denken gibt uns, dass mitten in der China-Story auf "Spiegel Online" eine Werbung platziert ist, die so geht: "Testen Sie das Dusch-WC. Geberit AquaClean. Das WC, das Sie mit Wasser reinigt." Nun, womit sonst? Für diese Werbungsplatzierung gibt es zwei denkbare Hintergründe: Entweder, "Spiegel Online" will sagen: Is‘ eh alles für‘n A..." Oder es ist eine versteckte Botschaft der NSA: Achtung, die Chinesen kopieren sogar auf dem Klo.

*

Wie auch immer, es steht nicht zu erwarten, dass unser aller Kanzlerin die Chinesen wegen des Zustands der Bundeswehr um Militärhilfe bittet. Von der Leyen, U-Boot-Ursula, wie wir sie nennen, hatte die Unternehmensberatung KPMG, die Ingenieursgesellschaft P 3, von der böse Zungen behaupten, sie heiße deshalb P 3, weil sie dreimal so teuer sei wie die Münchner Nobeldisco P 1, und die Anwaltskanzlei Taylor Wessing beauftragt, drei Monate lang das deutsche Rüstungswesen unter die Lupe zu nehmen. Weder dementiert noch bestätigt wurden hernach Gerüchte, bei der Abschlussbesprechung hätten die Unternehmensberater ihren Befund in dem einen einzigen Satz zusammengefasst: "Uschi, vergiss es einfach."

*

Als üble Verleumdung bezeichnete später das Verteidigungsressort Spekulationen, die Unternehmensberater hätten gesucht und gesucht, aber weder Flugzeuge, noch Helikopter, schon gar keine Schiffe mehr gefunden, sondern in einem Keller lediglich riesige Mengen von Dosen. Mmhh, dachten sich da alle. Und wir, mein Kater Bébé und ich, erinnerten uns an die Überschrift in dieser unserer Zeitung: "15 Dosen für Referees". Knallharte Überlegung im Namen der Dose: ein Hilferuf, weil die Biervorräte für die Bundesliga-Schiris alle sind. Aber nein, es handelt sich um das berühmte Freistoßspray, das man von der WM noch kennt und das - kein Scherz - jetzt auch in der Bundesliga eingesetzt werden soll. Und der Raum, in dem die Unternehmensberater die Dosen fanden, hatte der DFB beim Verteidigungsministerium angemietet. "Klar", hatten die gesagt, "wir haben ja Platz, unsere Gerätschaften sind ja alle in der Werkstatt." Insofern sehen wir deutliche Anzeichen für eine mentale Symbiose zwischen Bundeswehr und Fußball, sodass sich die Bundeswehr problemlos grundlegende Philosophien des Fußballs zu eigen machen kann, wie: "Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kamen auch noch Pech und Ursula hinzu", oder "U-Boot oder U-Bahn, egal, Hauptsache, es läuft flüssig."

Anzeige

*

Und noch etwas kommt hinzu. Die Unternehmensberater erteilten von der Leyen die "Lizenz zum Aufräumen", schreibt die Deutsche Presse-Agentur - eine deutliche Annäherung an James Bonds "Lizenz zum Töten". Heißt: Alles kann noch gut werden, wenn die Ministerin die ihr praktisch in den, Pardon, Schoß gefallenen neuen Maßstäbe "James Bond" und "Freistoßspray" geschickt kombiniert und als Denkanstöße für die Bundeswehr nutzbar macht. Wir sagen nur: "Der Spion, der mich sprayte." "Sprayfinger" "Die Dose ist nicht genug". "Sprayen und sterben lassen". Nicht zuletzt: "Man sprayt nur zweimal".