Ist das Angela, da auf dem Kometen?

Auch bei der Entstehung der Welt dürfte es dunkel gewesen sein. Dem Labor "Philae" war es zu dunkel. Foto: Esa

Irgendwann entstand die Erde. Manche fragen sich mittlerweile vielleicht, ob das unbedingt sein musste.

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. Der Weltraum, unendliche Weiten. Gut, Captain Kirk und Mr. Spock von der Enterprise sowie Commander Cliff Allister Mc Lane und Leutnant Tamara Jagellovsk von der Orion lassen sich nicht mehr blicken, weil sie echt Angst haben, die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL und die Mautfalle von Commander Cliff Alexander Mc Dobrindt erwischen sie auch im All. Mr. Spock hat außerdem Ohrenschmerzen von dem Gejammere der Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr, sie hätten keine Flugzeuge mehr. "Scotty, beam sie hoch", hat Spock aus Mitleid schon ein paarmal gesagt. Dafür haben wir jetzt unseren Astronauten Alexander Gerst, der nun glücklich in Kasachstan gelandet ist, nach sechs Monaten auf der Raumstation ISS. Gerst hat rund 180 000 Follower bei Facebook und Twitter. Wie viele davon Außerirdische sind, ist unklar.

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Und dann der Höhepunkt, im wahrsten Sinn des Wortes. Wir lesen in der wunderbaren FAZ: "Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt ist eine unbemannte Sonde auf einem Kometen gelandet." Erste Feststellung: Indem dass die Sonde unbemannt ist, hat sie gute Chancen, bei der nächsten Regierungsumbildung, die Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz ins Werk setzt, ein Ministerium zu werden. Kometen, so lesen wir weiter, bestehen aus Urmaterie, aus der unsere Welt entstanden ist...Wie meinen? Nein, es geht keineswegs um Flaschenbier, Crystal Meth oder Smartphones! "Brachten Kometen", so fragt die FAZ atemlos, "tatsächlich Wasser und organische Moleküle, aus denen sich das Leben entwickelt hat, einst auf die Erde?" Wir fügen hinzu: Und wenn ja, haben die Kometen das mittlerweile vielleicht bitter bereut?

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Ein bisschen verwirrend erschienen uns die Namen bei dieser Wahnsinns-Kometensache. Das Gerät, das gelandet ist, ein Mini-Labor, heißt "Philae". Klar, dachten wir, das kommt von "Philatelisten", also Briefmarkenforscher. Früher: "Komm‘, ich zeig‘ Dir mal meine Briefmarkensammlung." Heute: "Komm‘, ich zeig‘ Dir mal meinen Kometen." Aber weit gefehlt, "Philae" ist eine Nil-Insel. Noch stärker ins Grübeln kamen wir bei dem für "Philae" ausgesuchten Landeort auf dem Kometen: "Agilkia". Also, wenn das nicht extrem ähnlich wie "Angela" klingt! Bei faz.net lesen wir dann auch noch, "Agilkia" sei "verhältnismäßig eben und wird häufig von der Sonne beschienen. Doch noch wissen die Forscher nicht, wie die Oberfläche beschaffen ist. Ist sie weich oder hart?" Fragen über Fragen. Aber Entwarnung: Auch "Agilkia" ist nach einer Nil-Insel benannt. Der Komet heißt 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, nach seinen Entdeckern. Klim Tschurjumow sei ein Astronom aus Kiew. Nun behaupten böse Zungen, Putin erwäge, einen russischen "Hilfskonvoi" zum Kometen zu schicken.

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Ganz harter Übergang jetzt. Das Landgericht Essen hat den ehemaligen Manager Thomas Middelhoff wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt. Furchtbar humorlos, diese Gerichte in letzter Zeit! Wenn wir das richtig verstanden haben, ging es um 48 Middelhoff-Flüge, bei denen die Staatsanwaltschaft "die dienstliche Veranlassung" bezweifelte. Gut. Kennen manche von der Einkommensteuererklärung. Bewirtungskosten. Zwei Eimer Koks, drei Kisten Champagner, Damenbegleitung: typisches Arbeitsessen.

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Lustiges Kerlchen, dieser Middelhoff. Ende Juli sprang er nach Ende eines Prozesstages aus dem Fenster, um Journalisten zu entkommen. Der Süddeutschen Zeitung schilderte er hernach: "Ich bin wie eine Katze übers Dach, anschließend fröhlich pfeifend zu einer Nebenstraße und habe mir ein Taxi herbeigewunken." Dazu lässt mein Kater Bébé Folgendes erklären: "Welche Ansammlung plattester Klischees! Das Werk ‚Die Katze auf dem heißen Blechdach‘ von Tennessee Williams leitet sich bekanntlich von einer amerikanischen Redewendung ab und meint jemanden, der leidet, sich aber nicht oder erst ganz spät zu retten versucht. Aber ein Kater ist doch kein Masochist! Der Kater von heute, der auf sich hält, turnt nicht wie ein bekloppter Affe auf Dächern herum, sondern nimmt zivilisiert die Treppe oder den Fahrstuhl. Geldprobleme, wie sie Herrn Middelhoff offenbar plagen, sind mir fremd, Breidenbach ist mein Vermögensverwalter. Auch pflege ich mich nicht in gerichtliche Auseinandersetzungen zu begeben, das ist meistens für die Katz‘. Fröhlich gepfiffen hat er, der Herr Middelhoff? Da käm‘ ich mir ein bisschen blöd vor. Und dann ein Taxi herbeigewunken? Brauche ich nicht, die halten von selbst, wenn sie mich sehen."