Ins Hotel? Mit der Apple Watch?

Kein Grieche: Silvio Berlusconi nach seinem Freispruch. Foto: dpa

Die neue Uhrengeneration hilft offenbar, mit der Tür ins Haus zu fallen. Eine Übung, bei der auch Berlusconi und die griechische Regierung immer wieder Maßstäbe setzen.

Anzeige

. Die angebliche Regierung in Athen droht, sie pfände in Griechenland liegende deutsche Gebäude, sogenannte Grexomobilien. Nun, offenbar haben wir den Begriff "Flaschenpfand" bisher immer falsch verstanden. Keinesfalls wären wir auf die Idee gekommen, er bedeute, dass Flaschen pfänden, weil ja doch zum Beispiel Zitronenfalter auch keineswegs Zitronen falten. Allerdings wissen der sogenannte griechische Ministerpräsident Tsipras und sein Finanz-Playboy Varoufakis, die Bimbes-Brothers, wie wir sie nennen, nicht, dass Schäuble auf der Akropolis schon längst heimlich ein deutsches Pfandsiegel anbringen ließ. Allerdings beklagt Athen laut FAZ, dass Schäuble Varoufakis "dümmlich naiv" genannt habe. Schäubles Sprecher sagt, es handele sich um einen Übersetzungsfehler. Wir vermuten, Schäuble hat Varoufakis mit dem typisch baden-württembergischen Attribut "Halbdackel" belegt. Wir finden, im Fall Varoufakis ist dieser Vergleich eine Beleidigung. Für jeden Dackel dieser Welt.

*

Kommen wir zu lustigen Sachen. FAZ und Frankfurter Rundschau (FR) beschreiben Folgendes: Das Oberste Gericht in Rom.... Wie meinen? Nein, nicht unter Vorsitz von Don Vito Corleone, Leute! Also, ein Berufungsgericht in Rom hat Silvio Berlusconi vom Vorwurf "Amtsmissbrauch" und "Sex mit einer minderjährigen Prostituierten" freigesprochen. Bei letzterer soll es sich um eine gewisse Ruby handeln. Die Beratung des Gerichts habe neun Stunden gedauert, so lesen wir. Gerüchte, die Beratung habe so lange gedauert, weil Ruby an ihr teilnahm, konnten nicht verifiziert werden. Das Gericht habe keinen Beweis dafür gesehen, dass Berlusconi bei den Bunga-Bunga-Partys wusste, dass Ruby minderjährig war. Böse Zungen interpretieren das so, dass das Gericht herumliegende Schnuller, Gummispielzeuge und Windeln nicht als Beweis für die Anwesenheit minderjähriger Prostituierter ansah, was ja auch der allgemeinen Lebenserfahrung entspricht. Die FR macht dann, um es mal so auszudrücken, den Sack zu und schreibt, nach dem Freispruch werde "der Fall zu den Akten gelegt". Da fragt man sich, was die da für Bilder rumliegen haben, beim Gericht in Rom, wo doch der Duden definiert: "Akt, der...Darstellung des nackten Körpers". Wir wissen nicht, ob sich auch Ruby bei den Akten befindet. Wahrscheinlich aber schon.

*

Anzeige

Es ist ja ein Riesen-Buhei gemacht worden in dieser Woche, wegen der Apple Watch. Das Top-Modell soll 18.000 Mäuse kosten. Wir wollen aber mal nicht hoffen, dass das so ein protziges Zuhälterteil ist. Apple Watch-Philosophie: Meine Uhr spricht zu mir. Aber neu ist diese Art von Kommunikation nicht. Das hat schon vor Uhrzeiten der Komiker Otto Waalkes vorbildlich dargestellt, in der Geschichte von Susi Sorglos, die ihr Haar föhnte, und plötzlich sprach ihr Föhn zu ihr, sie solle ihn küssen, er sei ein verwunschener Prinz. Sie tat es, woraufhin sich der Föhn in Silvio Berlusconi verwandelte und Susi Sorglos in Ruby...kleiner Scherz. Also. Mit der Apple Watch, schreibt die Deutsche Presse-Agentur, könne man auch Hotelzimmer öffnen, womit der Begriff "Stundenhotel" in ganz neuem Licht erscheint. Wahrscheinlich muss man das Hotelzimmer mit der Apple Watch öffnen, um dann drinnen am Festnetzapparat zu telefonieren. Klingt uhrig. Aber auch früher konnte man zumindest versuchen, eine Hoteltür mit einer Uhr zu öffnen, allerdings ging dabei meistens selbst die stabilste Rolex kaputt. Ferner könne die Apple Watch auch zum Bezahlen eingesetzt werden. Aber auch so was gibt‘s schon, via Pfandhaus.

*

Bei "Spiegel Online" heißt es, jemand komme morgens zur Arbeit "und 24 kleine Menschen freuen sich darüber." Nein, es handelt sich nicht um Dirk Nowitzky, der seine Fans trifft, und auch nicht um Schneewittchen mit den sieben Zwergen, die noch ein paar Kumpels mitgebracht haben. Weiter heißt es: "Wir sind die Faulen. Wir sind eher träge und arbeiten ständig auf die Ferien hin. Wir sind nervös-labil und burnout-gefährdet." Unser erster Gedanke: Hier spricht die angebliche griechische Regierung. Aber nein, die Verfasserin all dieser Zeilen ist die 45-jährige Grundschullehrerin Sabine aus Hamburg, die die Vorurteile, denen LehrerInnen begegnen, beschreibt und attackiert. Sie sagt, sie liebe ihren Beruf: "Sobald ich mich hingesetzt habe, sitzt auch schon jemand auf meinem Schoß und strahlt mich an. Wer kann das schon von seinem Beruf sagen?" Liebe Sabine, w i r definitiv nicht!! Wo kämen wir denn da aber auch hin? Das Mindeste wäre, dass es vorher ein Casting gibt, Arbeitstitel: Breidenbachs Next Topmodel.