Gut gegelt ist halb gequält

Auch wir würden weinen. Foto: dpa

Weltfußballer Ronaldo habe nah am Wasser gebaut, heißt es. Klar. Wir würden auch weinen, mit zu engen Hosen.

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. Die bitteren Stunden sind ja noch lange nicht vorbei. Manche sagen zum Beispiel, unser kleiner Freund, der französische Präsident Hollande, gewinne derzeit in der Krise Statur hinzu. Nun, mit den Zugewinnen ist das immer so eine Sache. Man muss schauen, wo das Startniveau liegt. Was wir aber auf jeden Fall für gut halten: Hollande würde sich heute kaum noch, wie 2014 geschehen, heimlich ohne Leibwächter auf einem Motorroller quer durch Paris zu einer Mätresse kutschieren lassen. Motto: Spass uff de Gass.

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Beim Barte des Propheten! Was sagt der Prophet eigentlich zur Vielweiberei? Weiß niemand? Machen wir mal eine Rundumabfrage. Gott zum Gruß, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Und vor allem: "Salem aleikum, liebe Pegida, Ihr vor allem müsst das doch wissen: Wie ist das mit der Vielweiberei bei Muslimen? Falls ja, ist klar, dass Ihr die ganzen Aufzüge nur aus Frust und Neid macht; mit friedlichen muslimischen Wünschen grüßen wir als Eure Euch stets tief verbundene Lügenpresse." Ganz schwieriger Übergang jetzt zur Fifa mit ihrem Obermufti, dem Blatter Sepp. Wahl zum Weltfußballer des Jahres, und da mussten ihn seine Mitarbeiter mal wieder zurückhalten: "Nein, Herr Blatter, das ist keine Wahl, bei der Sie kandidieren können, oder wo es diese netten braunen Umschläge gibt, in Fachkreisen auch Bimbes-Briefe genannt, mit Absender Russland oder Katar."

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Da ist er ganz traurig geworden, der Blatter Sepp, und aus lauter Frust wird die nächste Fußball-WM wahrscheinlich an Liechtenstein verk.., äh, vergeben. Zum Trainer des Jahres wurde natürlich unser Löw gewählt, hööögschde Gratulation, sagen wir da, frisch geföhnt, immer wieder ein optischer Genuss, dieser Mann. Unser Überschwang geht jetzt aber nicht so weit, dass wir sagen würden: "Wir sind Jogi." Das klänge irgendwie komisch. Der Herr Kellermann vom VfL Wolfsburg wurde zum besten "Frauen-Coach" gewählt, wie die Deutsche Presse-Agentur formuliert, wobei wir diese Begrifflichkeit nicht ganz unproblematisch finden, Frauen-Coach. Weltfußballerin wurde Nadine Keßler, geboren im rheinland-pfälzischen Landstuhl - eine von uns! Landstuhl sei ein "Mittelzentrum", lesen wir bei Wikipedia, Mittelzentren im Fußball immer ganz wichtig, schon seit Uwe Seeler und Gerd Müller.

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Und dann! Weltfußballer: Cristiano Ronaldo! Der Gegelte mit den engen Höschen! Leute! Manuel Neuer, der ja gemeinhin fast alles hält, hält von dieser Entscheidung absolut nichts, richtigerweise. Im Radio hören wir, Cristiano Ronaldo sei sensibel und habe nah am Wasser gebaut. Dann heul‘ doch!! Wenn wir so rumlaufen müssten, so gegelt und mit so engen Hosen, würden wir auch weinen! Dieses Gel und diese Hosen, da könnte das Wort "Freistoßspray" ja fast in ganz neuem Licht erscheinen.

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Wenn wir das richtig verstanden haben, gibt es im angeblichen Bildungs-Musterland Finnland einen klaren Trend, dass Schüler nicht mehr mit der Hand schreiben. Wie meinen? Nein, auch nicht mit den Füßen, Leute, redet keinen Quatsch. Nur noch tippen auf Laptop und Tablet? Habt Ihr nicht mehr alle Tasten im Schrank? Handschrift? Habe fertig, I am Finish, wie der Finne sagt? Halten wir prinzipiell fest: lesen und schreiben zu können, bringt Vorteile. Gut, manchmal hakt es. Neulich sahen wir eine SMS, da war von einer Hyops-Botschaft die Rede. Sieht schick aus, aber der alte Hiob hätte sich im Grab umgedreht. Und blöd wär‘s ja auch, würde jemand mit einem 2000-Euro-Montblanc-Füller beim Eintrag ins Goldene Buch statt des Namens vier Kreuze machen, drei für den Namen, und das vierte für den "Dr.".

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Wobei das mit den Schriftarten in der Schule historisch gar nicht so einfach war. Am Anfang "lateinisch", logo. Nein, nicht "coitus, ergo sum", nicht richtig Latein, nur die Schriftart heißt "Lateinische Ausgangsschrift". 1968 führte die DDR die sogenannte "Schulausgangsschrift" ein. Hoffnungen, der Wortteil "Ausgang" sei ein Indiz für bevorstehende Reisefreiheit, zerstoben allerdings. In der Bundesrepublik: die "Vereinfachte Ausgangsschrift" und später die "neue Grundschrift". Und natürlich nach wie vor - und am wichtigsten - die sogenannte Sauklaue. Insgesamt befürchten wir schwere Nachteile für die gefinnischten Kids. Wenn sie auf einem Finn-Dingi absaufen und ihr Tablet nur noch "Blubb" macht, wird es schwierig mit der Flaschenpost.