Griechen sammeln WM-Trophäen schon bei der Anreise

Wie im Testspiel gegen Portugal soll Altmeister Konstantinos Katsouranis (li.) für die offensiven Momente sorgen. Foto: dpa

Der ohnehin nicht sattelfeste Kader der Griechen wird in New Jersey auf eine harte Probe gestellt. Auch wenn schließlich alle Spieler im Trainingscamp ankommen, heißt das...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Manchmal hat so ein Zwischenstopp in den USA doch auch was für sich. Für die Spieler der griechischen Nationalmannschaft gab es beim Stopp in New Jersey nicht nur einen 2:1-Testspielsieg gegen Bolivien. Dass danach der Weiterflug nach Aracaju jäh von einem technischen Problem mit dem Navigationssystem der Maschine gestrichen wurde, bescherte nicht nur den EM-2004-Altmeistern Konstantinos Katsouranis und Giorgos Karagounis die Chance, sich nach einem Job fürs Altenteil in der US-Profiliga umzuschauen, sondern auch Fanartikel der New Jersey Devils satt.

Das könnten außer der für den längsten Nachnamen, den Lazaros Christodoulopoulos schon sicher hat, auch die einzigen Trophäen sein, die die Griechen mit nach Hause nehmen dürfen. Denn den Hellenen ist ein Sahnestück wie 2004 bei der Europameisterschaft diesmal kaum zuzutrauen. Auch weil sie in der ausgeglichenen Gruppe C mit Kolumbien, Elfenbeinküste und Japan gar nicht auf Europäer treffen.

Offensive ist Schwachpunkt

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Ohnehin ist fraglich, ob das Team, dessen Spieler sich - mit Ausnahme von Torhüter Orestis Karnezis (Granada), der gegen Bolivien beim Gegentor nicht schuldlos war, und vier anderen - nicht in einer der drei europäischen Topligen beweisen, offensiv überhaupt wettbewerbsfähig ist. In den Testspielen zur WM gelang den von Fernando Santos noch bis zum Ende des Turniers betreuten Hellenen kein einziges Stürmertor und nur ein Sieg. In der Qualifikation reichte gleich fünfmal ein Sieg mit nur einem Tor Vorsprung. Mehr als drei Tore erzielte kein Spieler in der Nationalmannschaft in den letzten zwei Jahren.

Einen bedeutsamen Ansporn, die Griechen dennoch in die nächste Runde zu jubeln, gibt es allerdings. In meiner Heimatstadt bietet der beste griechische Imbiss am Platz WM-Rabatt. Gyros mit Pommes soll im Achtelfinale 20 Prozent günstiger werden, im Halbfinale sogar nur die Hälfte kosten. Mal überlegen, was Dimitrios mir für die Portion zahlt, wenn die das Ding wirklich gewinnen…

Im nächsten Beitrag widmen wir uns dem Klassiker England-Italien.