Ein Media Markt in Österreich bewirbt sich um den Nobelpreis für Emanzipation: Er hat eigene Frauenzonen eingerichtet.

Anzeige

. Damit wir‘s ja nicht vergessen: Eviiiivaaa Espannnjaaa! Pannnja. Panne, ja, ganz real.

*

Böses schwante uns dagegen, als uns die Deutsche Presse-Agentur (dpa) folgendes mitteilte: Ein weißer Bademantel aus dem Besitz der österreichischen Kaiserin Elisabeth ("Sisi"), die später unter dem Pseudonym Romy Schneider in Frankreich Karriere machte, werde in Wien versteigert. Da wussten wir: Es wird um Österreich und um Frankreich gehen in dieser Woche, und das wird hart. Also. Im Prinzip ist es ja ganz schön, wenn historische Bademäntel zu einem Schätzpreis... wie meinen? Nein, nicht: Schätzchenpreis! Leute!! ...also, zu einem Schätzpreis zwischen 3.500 und 5.000 Euro versteigert und damit der Nachwelt erhalten werden, in allen Ehren. Ob in irgendeiner fernen Zukunft mal der Bademantel des Dominique-"für-die-Frauenquote-springe-ich-aus-jeder-Hoteldusche"-Strauss-Kahn versteigert werden wird, steht dahin. Laut dpa steht auf der Wiener Auktionsliste auch "die persönliche Reitunterhose von Kaiser Franz Joseph I. mit rot gesticktem kaiserlichem Monogramm" für 2000 Euro. Wie meinen? Nein, nicht monogam! Monogramm!! Wir bekennen ganz offen, dass wir mit dem Begriff "Reitunterhose" nichts Rechtes anzufangen wissen und inständig hoffen, dass der Begriff nicht mehrdeutig ist. Was uns wirklich umtreibt, ist gleichwohl die Frage, wo auf einer solchen wie auch immer gearteten Reitunterhose ein Monogramm aufgestickt ist.

*

Anzeige

Wir müssen wirklich Angst haben um Österreich. Wir sind darauf gefasst, in der Abendsonne dorthin zu reiten, aber nur noch die rauchenden Trümmer jenes Media Marktes vorzufinden, der laut "Handelsblatt" eigene Frauenzonen eingerichtet hatte. Das schrie danach, dass Alice Schwarzer Recht und Ordnung bei Media Markt in Österreich wieder herstellte, nach dem alten Wiener Motto "Küss die Hände//Ende".

*

Bei Frauenzonen schwankten wir bislang immer. Mit Verachtung zurückweisen würden wir die Frage übler Machos: "Frauenzone, nannte man das früher nicht einfach Küche?" Für schlüssiger halten wir die Interpretation, mit Frauenzone sei die jeweilige Schuhabteilung von Einkaufstempeln gemeint. Oder doch eher die Unterhosen-Werbung von David Beckham? Wobei sich dann vielleicht wieder die Monogramm-Frage stellt. Farb¬lich wird in Frauenzonen, so lesen wir weinend vor Freude, viel mit Pink und Rosa gearbeitet, Vorstufen zur Mutter aller farbenpsychologischen Lehrsätze: Lila, der letzte Versuch.

*

Im Netz brach ein empörter Sturm von Twitter-Userinnen los. Zitat aus Handelsblatt.de: "Frauenzone bei Media Markt: Das Geräusch, das ihr hört? Tausende von Frauenköpfen, die genervt auf den Tisch hauen." Nun. Exakt an dieser Stelle zeigt sich mal wieder, dass unseren MitbürgerInnen doch sehr oft das Händchen für die wirklich pragmatischen Wege fehlt, denn: den eigenen Kopf auf den Tisch zu hauen - Schwestern, das löst euer Problem nicht wirklich.

Anzeige

*

Wie kriegen wir jetzt den Übergang zur französischen Präsidentschaftswahl. Also, da geschahen seltsame Dinge. Bei der letzten Wahl, 2007, kandidierte für die Sozialisten eine enorm interessante und attraktive Frau, Ségolène Royal. Obwohl wir, mein Kater Bébé und ich, eine klare Empfehlung für Ségo, wie wir sie nennen, ausgesprochen hatten, wurde Nicolas Sarkozy gewählt. So. Wer nicht auf uns hört, den bestraft das Leben. Sarkozy ist der unbeliebteste Präsident seit ewig, was allerdings nicht bedeutet, dass er am 6. Mai nicht wiedergewählt würde. Unsere französischen Freunde sind da manchmal eigen. Bei den Sozialisten kandidiert jetzt Francois Hollande. Der war früher über viele Jahre der Lebensgefährte von Ségolène, sie haben vier gemeinsame Kinder. 2007 warf sie ihn raus, offenbar, weil er eine andere hatte. Na gut, dachte er sich wohl, werd‘ ich halt Präsident. So das Übliche. Du fliegst zuhause raus, die Kneipen sind zu, gehst du halt in die Politik. Unser aller Kanzlerin hält nicht viel von Hollande, kann aber immerhin davon ausgehen, dass er die Erfahrung hat, von einer Frau mit Autorität eine auf die Mütze zu bekommen, wenn er den Affen macht.

*

Sarkozy lässt nichts unversucht, zu gewinnen, sein Wahlplakat zeigt ihn vor einem wunderbar blauen Meer und dem Schriftzug "La France forte". Das heißt "starkes Frankreich", hat also nichts zu tun mit dem Jammerspruch "alsfort Frankfort!" aller Offenbacher, die sich durch die Nachbarstadt unterdrückt fühlen. Das blaue Meer auf Sarkozys Plakat wurde übrigens in Griechenland aufgenommen, was uns wie von selbst zu unserer Lieblingsgriechin Vicky Leandros führt, die 1967, also praktisch als Kind, mit dem Titel "l‘amour est bleu", deutsche Textversion: "blau, blau, so wie das Meer..." für Luxemburg den vierten Platz beim europäischen Gran Brüh Chamsom holte. Mal wieder hängt alles mit allem zusammen, fast, denn bei l‘amour hielt sich Vicky klugerweise nicht an Sarkozy, sondern an einen gewissen Theo, mit dem sie ja dann bekanntlich nach Lodz fuhr. Sarkozy musste mit dem Ex-Model Carla Bruni vorliebnehmen, die ein sehr bewegtes Leben führte, sodass böse Zungen beziehungstechnisch, so hart das klingen mag, von Carla als einem Wanderpokal sprechen. Wie die Siegerehrung am 6. Mai ausgeht, wagen wir nicht vorauszusagen.