Dreyer zu Halle: „Haben eine massive Gewaltbereitschaft von...

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Am Sonntag hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer mitgeteilt, dass auch Rheinland-Pfalz ein Kontaktverbot erlassen wird. Foto: RLP / Pulkowski

Malu Dreyer (SPD) zeigt sich schockiert über die Tat von Halle und bekundet ihre Solidarität mit den Juden in Deutschland.

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SHANGHAI. Die kommissarische SPD-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich schockiert über das Attentat auf die jüdische Gemeinde in Halle geäußert. „Es ist erschütternd, dass Juden in Deutschland nicht mehr in Frieden ihrem Glauben nachgehen können“, sagte Dreyer auf ihrer Auslandsreise in Shanghai.

Der 27-jährige radikalisierte Täter hatte vergeblich versucht, die zum Jom-Kippur-Fest voll besetzte Synagoge in Halle wie Waffen und Sprengsätzen zu stürmen. Nach dem vergeblichen Versuch, die Tür des Gotteshauses aufzusprengen, erschoss er zwei Menschen im Umfeld der Synagoge.

„Jeder Mensch in unserer Gesellschaft muss begreifen, dass wir es mit einer massiven Gewalt von rechts zu tun haben“, sagte Dreyer. Sie erinnerte daran, dass es in Deutschland seit 1990 190 rechtsradikal motivierte Morde gegeben habe. Sie habe gegenüber Josef Schuster, dem Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, ihre Solidarität ausgedrückt.

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Dreyer betonte, dass Politik und Sicherheitsbehörden in Rheinland-Pfalz sehr wachsam seien und stets eine klare Haltung gegen rechte Gewalt gezeigt hätten. Das gelte auch und besonders für den konsequenten Schutz jüdischer Einrichtungen und Synagogen. Schuster hat nach dem Mordanschlag und dem gescheiterten Massaker schwere Vorwürfe gegen die Polizei in Sachsen-Anhalt erhoben. Es sei skandalös, dass die Synagoge in Halle nicht durch die Polizei geschützt worden sei.