Der TV-Koch und die Volontärin

Spätzlepresse. Foto: dpa

Zugegeben, die Küche ist nicht gerade der Platz, an dem sich die Volontärin allzu häufig aufhält. Viel mehr sitzt sie an ihrem Schreibtisch, tourt von Termin zu Termin oder...

Anzeige

. Zugegeben, die Küche ist nicht gerade der Platz, an dem sich die Volontärin allzu häufig aufhält. Viel mehr sitzt sie an ihrem Schreibtisch, tourt von Termin zu Termin oder zerbricht sich den Kopf über spannende neue Themen. Zwischendurch knurrt bei so viel Arbeit natürlich auch mal der Magen. Wenn sie dann nicht dem Ruf der Kantine oder dem reichhaltigen Speisenangebot direkt vor der Haustür in der Fußgängerzone folgen will, dann kommt der heimische Herd ins Spiel.

Um etwas Abwechslung in den persönlichen Speiseplan zu bringen, kauft sich die Volontärin also ein Kochbuch. Einfach umschrieben und reichlich bebildert empfiehlt es diverse Köstlichkeiten. Nachdem einige Gerichte daraus gezaubert und erfolgreich verputzt wurden, steht der nächste Versuch auf dem Plan: Spätzle sollen es sein. Das schwäbische Nationalgericht. Gut, das erscheint nicht sonderlich kreativ oder riecht gar nach Sterneküche, aber für jemanden, der Spätzle bisher nur aus der Tüte kannte, ist so ein selbstgemachtes Mahl schon ein kleines Erfolgserlebnis.

Pressen statt schaben

Mehl, Eier, Pfeffer und Salz… alles kein Problem. Bis es zum entscheidenden Schritt kommt. Anfängern rät der TV-Koch in seinem Werk, die Spätzle mit einer Presse zu formen - statt kläglich beim selbst schaben zu scheitern. Och nö, denkt sich da die gewillte Köchin, aus der Traum vom spontanen Abendessen.

Anzeige

Also am nächsten Tag rein ins nächste Kaufhaus und das Objekt der Begierde gesucht. Aber Moment mal: "Spätzlepresse, 59,99 Euro" steht da auf dem Schild geschrieben. Bitte was? Knapp 60 Euro für ein Küchengerät, mit dem man neben Spätzle gerade einmal Kartoffeln pressen kann? Was soll denn das für eine Küchenfee sein? Wenn die Presse nebenbei noch den Boden wischt, das Geschirr spült und die Krümel aufsaugt, dann wäre es direkt in den heimischen Haushalt mit gewandert. Unter diesen Umständen jedoch muss eine Alternative gefunden werden. Und tatsächlich, nach kurzem Kopfschütteln und lautstarkem Magenknurren fällt der Blick auf die unterste Regalreihe. "Spätzle- und Kartoffelpresse, 19,99 Euro". Zwar aus Plastik und nicht aus Edelmetall, aber das Gerät kommt ja auch nicht in einer Sterneküche zum Einsatz. Und das Abendessen ist glücklicherweise gerettet.

Sina Schreiner