Clown als Heino verkleidet

Italiens Präsident Napolitano hat ein Abendessen mit Peer Steinbrück abgesagt, obwohl weder Lasagne, noch das berühmte Köttbullar eines bekannten schwedischen...

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. Gastrokritiker nennen ein spätabendliches Köttbullar-Gericht mittlerweile auch "Nacht der Reitenden Leichen". Nein, es geht vielmehr darum, dass der italienische Präsident pflichtschuldigst indigniert war, weil Steinbrück gesagt hatte, Italien werde nach den Wahlen jetzt von zwei Clowns regiert. Uns hat das nicht so furchtbar erregt, weil wir es erstens um Lichtjahre degoutanter finden, wenn unser aller Kanzlerin im Ausland in SS-Uniform und mit Hitler-Bärtchen karikiert wird, und weil die Clowns-Bemerkung für Steinbrücks Verhältnisse eher sanft war. Merke: Von Steinbrück attackiert zu werden, ist die härtere Form des Blutspendens.

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Wir haben dann mal bei Wikipedia nachgeschaut, was da so bei "Clown" steht. Eine erste Spur führt in die irische Mythologie, da habe sich der Meeresgott Manannan tatsächlich als Clown verkleidet. Nein, liebe Kinder, ein Meeresgott ist nicht direkt so etwas wie Käpt‘n Iglo. Jener Manannan habe als "Verkörperung der Isle of Man" gegolten. Daher rührt es wohl, dass diese Insel später für Leute, die Körperschafts- und andere Steuern sparen, ein echtes Paradies wurde. Die Isle of Man, so lesen wir, habe altirisch "Mana" geheißen, nicht zu verwechseln mit dem Himmelsbrot Manna, das der Engel Aloisius, davor Münchner Dienstmann, im Himmel verfluchte: "A Manna, auweh!", weil er lieber Bier wollte.

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Manannan sei der Vater der Göttin Macha gewesen, was wahrscheinlich damals die weibliche Form von "Macho" war. Man sieht also, dass diese Clown-Sache ganz schön vielschichtig ist. Manannan sei in unterschiedlichen Gestalten und Verkleidungen mit den Menschen in Kontakt getreten, zum Beispiel, so das Lexikon, "als blondgelockter Mann". Das heißt, die ganze Geschichte mit Heino und Rammstein gab es schon mythologisch, ist also ein alter Hut. Ferner wird berichtet, dass Manannan "beim Fest Goibnius mit dem Fleisch seiner immerwährenden magischen Schweine" auftrat, "das für Unsterblichkeit und Unsichtbarkeit sorgt". Nun, wir kennen solche Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile im Zusammenhang mit der Tour de France. Im Mittelalter, so heißt es weiter, habe man Manannan für einen reichen Kaufmann gehalten. Daraus entstand wahrscheinlich die Geschäftsidee für berühmte irische Produkte, die Butter "Kerry Gold" und die Seife "Irischer Frühling". Also alles in Butter und alles sauber mit Clowns, seit hunderten von Jahren. Auf der Isle of Man habe man Manannan "am Mittsommerabend grünes Gras" geopfert. Mit anderen Worten: Die Jungs und Mädels dort haben ein paar Wahnsinns-Joints durchgezogen, und Frau Antje, extra eingeflogen, fragte: "Okay, für welchen von euch Clowns soll ich mich denn jetzt opfern?"

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Im 16. Jahrhundert "traten Clowns in den Pausen von englischen Bühnenstücken auf", lesen wir. Nun, man kann dergleichen heute noch im englischen Parlament erleben. Im 19. Jahrhundert seien Clowns vor allem "Komiker mit Pferd" gewesen, zum Beispiel als "Two Englishmen on Horseback" - eine Bezeichnung, die also keineswegs auf Charles und Camilla Anwendung finden darf. Heutzutage zu Recht berühmt sind die "Clowns ohne Grenzen", die laut Lexikon "in Krisengebiete reisen", um dort die Menschen aufzuheitern. Wie meinen? Nein, die Auftritte von Klaus Wowereit am neuen Berliner Großflughafen zählen nicht dazu, eigentlich. Die Idee der "Clowns ohne Grenzen" stamme aus Spanien, "von wo seit 1993 Clowns in alle Welt reisen." In jüngster Zeit bleiben sie aber wohl verstärkt in Spanien und halten sich vorwiegend in der Nähe von Großbanken für Noteinsätze bereit.

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Als Höhepunkt lesen wir folgende super Beschreibung: "Zweifelhafte Moral, Rauchen, Alkohol, Drogen, Sex und Glücksspiel nehmen immer wieder Einfluss auf seine Show." Wie meinen? Berlusconi? Mmhh. Nein, eigentlich ist der Clown "Krusty" gemeint, aus der Fernsehserie "Die Simpsons".

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Die wunderbare Tageszeitung "Die Welt" nennt die Lage in Italien nach den Wahlen "unübersichtlich". Das hat Italien dann mit Köttbullar gemeinsam. Italien müsse jetzt auch höhere Zinsen zahlen. Das wird leider die Anschaffung von Clownsnasen massiv erschweren.

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Völlig anderes Thema jetzt. Bayerns Ministerpräsident Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nennen, war auch nach Rom zum Papst-Abschied gereist. Wie meinen? Nein, Horst mischt nicht mit im Konklave. Der schafft ja nicht mal den Zölibat.

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Der wunderbaren "Süddeutschen Zeitung" entnehmen wir: Ein australischer Milliardär, ein finnischer Schiffsdesigner und eine chinesische Reederei wollen die Titanic nachbauen. Wir schlagen für den Titelsong diesmal Udo Lindenberg vor: "Keine Panik//auf der Titanic", und Xavier Naidoo: "Dieser Weg wird kein leichter sein". Ein Ticket für die Jungfernfahrt (?!) werde weniger als eine Million Dollar kosten, sagt der australische Milliardär. Wie meinen? Nein, das versteht sich wahrscheinlich ohne Rettungsbootsplatz. Aber Eisberge sind diesmal ohnehin nicht zu befürchten, sind alle geschmolzen, wegen des Ozonlochs. Um die volle Show zu haben, muss jetzt also wohl die chinesische Reederei ran, mit der chinesischen Mauer. Der Begriff "gegen die Wand fahren" würde da in ganz neuem Licht erscheinen.