Breidenbachs Woche: Rotkäppchen lebt

Rotkäppchen und der alte Fuchs: Andrea Nahles und Horst Seehofer. Foto:dpa

Es ist niederträchtig, dass die SPD wenige Stunden vor der Fernsehfastnachtssitzung „Mainz bleibt Mainz…“ die Büttenredner in den Wahnsinn treibt. Zum einen können die...

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. Als niemand mehr wusste, ob sich die GroKo-Verhandler waidwund gesessen oder sich vom vielen Denken im Kopf einen Wolf gelaufen hatten, kamen sie auf die Idee, wenn die Deutschen schon keine Jamaika-Koalition bekämen, dann wenigstens mehr Schutz vor Wölfen. In der „erhitzten Debatte“, so die auch waidmännisch beschlagene FAZ, sei „bald Bezug auf das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf“ genommen worden. * So sei‘s. Bekanntlich stammt dieses Märchen von den Gebrüdern Krim, die sich mit dem gleichnamigen Sekt einen Namen gemacht hatten. Dann wurden die Geschäfte schlechter, und auch die Änderung des Sekt-Namens in „Rotkäppchen“ brachte keine Besserung. Fortan nannten sich die Brüder nicht mehr Krim, sondern Grimm, weil die geschäftliche Flaute sie so grimmig gemacht hatte. Und sie dachten: Machen wir aus Rotkäppchen wenigstens eine heiße Story. * Es war also einmal ein kleines Mädchen, das hieß Andrea Nahles. Es hatte auch eine Art Mutter, die nannten die meisten Mutti. Es gab auch noch... nun, an dieser Stelle und in Zeiten der Gleichberechtigung nehmen wir uns die dichterische Freiheit, keine Großmutter, sondern einen Großvater ins Spiel zu bringen. Der hieß Schulz und hatte früher Gänse gehütet, sogenannte Martinsgänse. Er mochte das Mädchen und schenkte ihm ein rotes Käppchen. „Gut“, dachte sich das Mädchen, „besser als meine blöde Juso-Lederjacke.“ Fortan nannten sie alle „Rotkäppchen“, was politisch korrekt war. * Eines Tages schickte die Mutter das Rotkäppchen zum Großvater und warnte, bloß nicht vom rechten Weg abzukommen. Der rechte Weg sollte zur GroKo führen, zu Großvaters komischer Waldhütte. Auf dem Weg begegnete dem Rotkäppchen der böse Wolf. Der stammte aus der Nähe von Wolfsburg, aus Goslar, und war ein verwunschener Pop-Beauftragter, den schon viele versucht hatten an die Wand zu klatschen, damit eine Art Willy Brandt oder wenigstens ein Prinz à la Lindner aus ihm würde. Jedenfalls gelang es dem Wolf, das Rotkäppchen abzulenken und ihm die Adresse des Großvaters zu entlocken, denn der Wolf hatte ein großes Talent, die Leute fast ins Koma zu quatschen. Dann ging er ans Bett des Großvaters und verschluckte ihn, noch ehe der fluchen konnte: „ Ich sag’s meinem Freund Macron, der mich immer anruft.“ Dann legte sich der Wolf ins Bett, und als das Rotkäppchen in die Hütte kam, so sprach es: „Großvater, was hast du für ein großes Maul?“ Und das ist ja genau die Frage, die sich alle stellen, warum der Wolf das Maul so aufreißt. Wobei ihm viele hoch anrechnen, dass er seit Kurzem im Außendienst, als sogenannte Außenleitwolf, nicht mehr so viele arme Schafe riss, sondern verstärkt böse Kröten schluckte. Jetzt verschluckte der Wolf aber erst mal das Rotkäppchen. * Da kam aber ein alter Fuchs des Wegs, der hörte auf den Namen Seehofer. Der schnitt dem schlafenden Wolf den Bauch auf, der Großvater und das Rotkäppchen kamen wohlbehalten heraus, quasi OP auf die harte Tour. Dann legten sie dem Wolf Steine in den Magen-Weg, sodass er starb – natürlich nur im übertragenen Sinn, politisch. Aber manche in der bekannten Tierschutzorganisation SPD (Schützt Pubertierende Dackel) warfen dem Rotkäppchen und dem Großvater vor, den Wolf hinterhältig in eine Falle gelockt zu haben. Und am Freitag nach Weiberfastnacht entstand ein Riesenchaos: Wer der Großvater war und wer der Wolf – keine Sau wusste das noch.