Breidenbachs Woche: Olaf – Hype statt Husten

Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Foto: dpa

Der Finanzminister hat zwar Haare verloren, aber Ansehen gewonnen. Die Sache mit dem Wumms

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. Scholz, Inkasso-Olaf, wie manche ihn nennen. Toll. Schießt das böse kleine Virus mit einer Bazooka sturmreif und gibt ihm jetzt mit einem Konjunkturpaket den Rest. Bazooka, liebe Kinder, ist ein tragbares Gerät zum Abschießen von Raketen; wenn ihr artig seid, bestellt euch die Mutti eine bei Amazon. Nicht verwechselt werden darf die Bazooka mit der Bouzouki, über die Vicky Leandros sang: „Die Bouzouki klang//durch die Sommernacht.“ Die Bouzouki ist ein Musikinstrument, eine so genannte Schalenhalslaute „mit birnenförmigem Korpus“, so lesen wir. Letzteres wurde auch über Helmut Kohl gesagt, also hängt wieder mal alles mit allem zusammen. * Wir werden Scholz ab sofort Bazooka-Olaf nennen. Der Olaf-Hype deutete sich schon in den siebziger Jahren an. Scholz trug da zwar noch, kein Scherz, wallendes Haupthaar. Aber in einem legendären Werbespot für Hustensaft kam ein kahlköpfiger Olaf zu Ruhm und Ehre, der Untermann einer Truppe von Hochseilartisten. Es hieß da: „Olaf hat Husten. Waaas? Das darf er nicht.“ Hustensaft eingeflößt, über die Glatze gestreichelt, Hochseilnummer gesichert. Die Verbindungen zu heute, Corona/ Husten und Hochseilakt/ Bundesregierung, liegen auf der Hand. * Beim jüngsten Konjunkturpaket hat Scholz gesagt: „Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen.“ Bei „www.redensarten.de“ lesen wir: „Wumms ist eine Onomatopöie“. Wir fallen vor Schreck ins Koma. Ist das ansteckend? Gibt es schon einen Impfstoff? Entwarnung. Das Ono-Ding bedeutet nur „schallnachahmendes Wort“. „Wumms“ soll „das Geräusch bei einer Explosion oder beim heftigen Aufeinandertreffen zweier Körper simulieren“. Da hoffen wir mal nicht, dass bei den Verhandlungen über das Konjunkturpaket Olafs Körper und der von unser aller Kanzlerin aufeinander trafen. „Wumms“ ist ferner der Name eines Satire-Portals über Fußball, erfunden von NDR und Radio Bremen, die sich – HSV, Werder Bremen – mit Fußball-Satire aktuell ja fantastisch auskennen müssen. Die Selbst-Definition, „Wumms“ gehe dahin, wo‘s den anderen weh tue, halten wir aber ebenso wenig für ein gutes Omen wie den Namen der „Wumms“-Abteilung „Monsters of Kreisklasse“. * Harter Übergang zum Söder Markus. Wir lesen ernsthaft, er wolle an der Nordsee urlauben. „An der Nooordseeeküste//am plattdeutschen Strand//ist der Söder im Wasser//und selten an Land.“ Und siehe da: unter www.nordseetourismus.de“ stoßen wir auf das Angebot „Ferienwohnung Söder“ auf Sylt, 25996 Wenningstedt/Braderup, Seestraße 6 d. Wir lesen: 4 Platten-Herd (damit dem Markus nix anbrennt), Bad mit Fenster (Fluchtweg!), Wlan (für den Wahlkampf), Fön (für heiße Luft). Und: ebenerdig liegt die Wohnung. Nicht, dass der Markus stolpert. * Wie kriegen wir den Übergang vom Söder zu Rindviechern? „Blitzlicht lockt Rinder“, lesen wir in dieser Zeitung. Eine Radar-Kontrolle am Stadtrand von Bielefeld habe reihenweise Rinder an die nahe Umzäunung gelockt, hinter der sie eingesperrt waren und wo sie nun dicht gedrängt schauten. Das besagt zum einen, dass Bielefeld offenbar doch existiert, und zum zweiten: Diese Rinder haben auf die Corona-Abstandsregeln gepfiffen, um kein schlimmeres Wort zu verwenden. Laut Polizei reckten die Rindviecher neugierig den Hals in Richtung der heranbrausenden Autos. Wahrscheinlich dachten sie sich: Wir sind hier nicht die einzigen, die dooferweise in die Falle tappen.