Breidenbachs Woche: Merkel als Maid?

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: dpa

Staatsbesuche sind in, Merkel: jenseits von Afrika. Erdogan kommt krass nach Berlin, Alder. In Wiesbaden war er jetzt schon, wurde aber konkret abgeräumt.

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. Wir haben unseren Meister gefunden und überlassen das Schreiben der „Woche“ ab sofort der Regierung von Senegal. Die spielte laut Deutscher Presse-Agentur beim Staatsbesuch von Angela Merkel in Dakar Tony Marshalls „Schöne Maid, hast du heut’ für mich Zeit...“, worauf Merkel gottlob nicht „Yes Sir, I can boogie“ (Gruppe Baccara) antwortete. Als Geschenk bekam die Kanzlerin, auch das kein Scherz, einen Teppich, auf dem sie entweder bleibt, oder auf ihm nach Deutschland zurückfliegt.

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Hier unsere Vorschläge für die musikalische Umrahmung, wenn Merkel in Berlin Staatsgäste empfängt und sie kommen aus: Dänemark – „Dänen lügen nicht“ (frei nach Michael Holm). Aus Italien: „Ti amo“ (Umberto Tozzi). Aus Frankreich: „Voulez-vous coucher avec moi, ce soir?“ (Gruppe Labelle). Aus USA: „Was soll das?“ (Herbert Grönemeyer). Aus Ungarn, da tut’s ein Wortbeitrag: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen....“ (Herbert Zimmermann). Wenn Erdogan nach Deutschland kommt: „Sympathy for the devil“ (Rolling Stones).

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In Wiesbaden ist ja immer irgendwie Tamtam. Stand da urplötzlich eine Erdogan-Statue. Dachten schon alle, gleich ruft der Muezzin vom neuen RheinMain Congress¬Center. Eine Kunstaktion. In echt soll er ja im September nach Berlin kommen, das ist keine Kunst. Die Kunstschaffenden hatten sich, ohne Erdogans Namen zu nennen, die Aufstellung „einer menschenähnlichen Statue“ bewilligen lassen. Schöner Begriff. Hat sich Merkel die Einladung eines menschenähnlichen Präsidenten erlauben lassen?

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Viele Mainzer sind empört darüber, dass niemand eine solche Kunstaktion mal in Mainz macht. Zum Beispiel am Gutenbergmuseum. Bräuchtest du glatt keinen Bibelturm mehr. Aber dann würde täglich Lars Reichow vorbeikommen, samt seinem kleinen Lkw mit Konzertflügel drauf, und würde der Statue die Flötentöne beibringen, und nach zwei Wochen würde der Beton der Statue schmelzen.

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Wobei: Bei Lichte besehen sind Kunstaktionen auch nicht mehr das, was sie mal waren. Bei Kunstaktionen in den wilden 68er Jahren hat sich wenigstens noch Uschi Obermaier ausgezogen. Kinder, fragt den Papa. Vielleicht hat er auch noch zufällig den alten „Playboy“ von 1996, da hat sie sich noch mal ausgezogen. Mit 50. So was muss nicht gutgehen, kann aber durchaus gutgehen. Absolut. Je nachdem.

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Schwieriger Übergang. Mittlerweile ist die Statue wieder weg, aber wir wissen nicht, ob die Wiesbadener Kunstschaffenden noch vorhatten, Mesut Özil und Angela Merkel, wenn sie aus Afrika zurück wäre, einzuladen, damit die sich an der Erdogan-Statue treffen würden und Merkel aufpasst, dass dem Özil – Inch’Allah – nicht das letzte Handtuch von den Hüften rutscht, wie sie das damals in der Kabine gemacht hat. Die Frage wäre natürlich auch gewesen, ob Merkel aus Afrika mit ihrem Teppich eingeflogen und oben auf dem Kopf der Erdogan-Statue gelandet wäre. Das hätte dann auch verhindert, dass Tauben ihren Job gemacht und dem Erdogan auf den Kopf, also, sagen wir mal: exkrementiert hätten. Man kann nicht alles haben.

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Jan Böhmermann lehnt jede Verantwortung für die Sache in Wiesbaden ab. Laut böser Zungen empfahl er aber, alle Ziegen in Wiesbaden unter besonderen Schutz zu stellen, solange Erdogan in der Stadt sei, und sei es nur als Statue. Wie machen die das dann erst in Berlin, wenn er nicht als Statue kommt, sondern als Leibhaftiger?