Breidenbachs Woche: Mauscheln mit Mutti

Raute und Bart. Foto: Herby Sachs/ARD-Pool/dpa

Das so genannte TV-Duell. Betreutes Blubbern, wie manche sagen. Oder: Alle elf Minuten verliebt sich eine Raute in einen Bart, Parship ohne Fraktionszwang, da erscheint der...

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. Die Unwetterlage in den USA hat sich durch das Duell Merkel vs. Schulz nicht verschlimmert. Dennoch soll es in vier Jahren andere Moderatoren geben: Sascha „Traumschiffkapitän“ Hehn, genannt das Hähnchen, Kai „Allesversteher“ Pflaume und Helene „die Sahneschnitte“ Fischer, der jeder männliche Zuschauer, der noch nicht scheintot ist, mit Freude ins Netz gehen würde. Ferner gibt es Pläne, Schulz und Merkel in vier Jahren durch Roberto Blanco und Carmen Nebel zu ersetzen.

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Merkels Berater ließen nach dem Duell einen alten Zahnpasta-Werbespruch neu aufleben: „Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt.“

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Fußballweltmeister Toni Kroos hat laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) sofort für Merkel getwittert. Gut, der Mann spielt in Spanien, da weiß er nie, ob er sie mal braucht, damit sie ihn rausholt, wenn Erdogan dort einmarschiert. Nichts gehört haben wir zunächst von Mesut Özil. Das ist der, dem bei einem Kabinenbesuch Merkels vor einigen Jahren fast das Handtuch von der Hüfte gerutscht wäre. Nein, er hatte nichts drunter. Es könnte sein, dass Özil wegen damals unter einer posttraumatischen Belastungsrautenstörung leidet und deshalb kaum twittert. Die ältere Fußballergeneration ist da anders drauf. Wir hören den Satz schon vor unserem geistigen Auge: „Ein Loddar Maddäus wählt geine Baddei.“ Vielmehr sucht er am 24. September auf dem Wahlzettel, wo er den Seehofer direkt zum Bundeskanzler wählen kann.

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Es fing ja schwierig an mit dem Duell. Mehrere verschiedene Fernsehkanäle waren involviert. Also erst mal blättern im Sonntagsprogramm. „Zwei sind nicht zu bremsen“ bei Kabel 1? Konnte nicht sein, ist eine Actionkomödie. „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ auf 3sat? Schon eher. „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ auch auf 3sat? Reden die von Ursula von der Leyen? Oder vom Stoiber Edi (Reminiszenz an frühere Haarpracht)? „Good bye Deutschland“, „The Big Bang Theory“, „Demolition Man“? Da sind wir aber schon beim Montag, aber das wären schon auch gute Titel für Merkel vs. Schulz gewesen.

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Nahtloser Übergang, kurze Nacht nach dem Duell, am Montagmorgen Kaltstart: Diesel-Treffen im Kanzleramt. Die Oberbürgermeister forderten „mehr Geld für saubere Luft in Städten“. Laut böser Zungen konnte Merkel nur mit Mühe davon abgehalten werden, ihnen einen Fuffi in die Hand zu drücken und zu sagen: „Hier, kauft euch Luftballons.“

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Ein beliebtes Live-Event im derzeitigen angeblichen Wahlkampf ist „Ladies‘ Lunch“. Schon im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf 2016 war das ein bevorzugtes Format von Julia Klöckner. Wir durften einmal zuschauend dabei sein, trugen aber keine posttraumatischen Belastungsrautenstörungen davon, was nicht zuletzt daran lag, dass wir, anders als Özil, mehr anhatten als ein Handtuch um die Hüften. Einige Männer sind entsetzt, dass das Format nicht bedeutet, dass Frauen, wie sich das gehört, Essen kochen und die Männer Essen essen. Mit Blick, wir Älteren erinnern uns, auf Artikel 3 Grundgesetz – „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – regen wir die Formate „Mampfen mit Machos“ und „Kiffen mit Kerlen“ an.