Breidenbachs Woche: Julia Klöckner – Vespa statt Vesper

Julia Klöckner. Foto: dpa

Motorroller-Fahren ist wie Politik: Wespenstiche, Stammtische, mal ein Sturz – und sogar Dominas?

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. Bundesagrarministerin Julia Klöckner, in Rheinland-Pfalz zu Hause, also eine von uns, war mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unterwegs und ist folgerichtig gestürzt. Auf ihrer Vespa. Eine weggeworfene Flasche lag im Weg. An Flaschen wird gerne die Relativitätstheorie erklärt: Eine Flasche mitten auf der Straße ist relativ viel. Eine Flasche im Weinkeller wäre relativ wenig. Mit uns wär‘ Klöckner das jedenfalls nicht passiert. In früheren Bundestagswahlkämpfen saßen wir, allerdings im Auto, zusammen. Sie natürlich am Steuer. In Sachen Klöckner/Vespa lesen wir jetzt: „Wenn sie an der Ampel steht, dreht sie nicht den Motor ungeduldig hoch.“ So weit können wir das bestätigen. Aber weiter: „Sie fährt mit Bedacht in die Kurve, beschleunigt in Maßen und hält sich an die Höchstgeschwindigkeit.“ Das können wir so leider nicht bestätigen. Aber Vespa ist natürlich eine andere Flughöhe. * Ist Vespa wie Politik – ist da zusammengeschraubt, was zusammengehört? Wir googeln: Vespa, italienisch, heißt Wespe. Nicht nur bei Kaffeetafeln gilt: lieber Bienenstich als Wespenstich. Beliebt sind allerdings Wespentaillen. Wikipedia spricht in Sachen Vespa vom „einfachen Aufbau des Fahrwerks mit Kurzschwinge vorne und Triebsatzschwinge hinten“, was immer das heißt. Der Federungskomfort sei eingeschränkt, dem Erfolg tue das keinen Abbruch. Gut so. Wie in der Politik. Weiter: „Einige Vespa-Fahrer bezeichnen sich als ‚Vespisti‘, die in Vereinen und Stammtischen organisiert sind, wobei regelmäßige Treffen stattfinden.“ Nun, der Begriff „Vespisti“ macht uns nachdenklich, ansonsten ist da – Stammtisch, regelmäßige Treffen – mehr oder weniger die Bundesregierung, der Klöckner ja angehört, beschrieben. Dann wird es insidermäßig: In der Vespa-Szene gebe es bekennende „Prodominas“. Wir lassen das mal so im Raum schweben. * In Saarlouis (Saarland) wollte ein Autofahrer, so lesen wir in den Agenturen, eine vier Meter hohe Palme transportierten, nach oben durchs Schiebedach platziert. JA UND?? Das überrascht uns Null Komma Null! Von jeher kamen aus Saarlouis Menschen, die hoch hinaus wollten. Zum Beispiel Oskar Lafontaine. Der ist jetzt super gelandet, bei Sahra Wagenknecht. Oder Heiko Maas, wenigstens optisch der Harry Potter der Bundesregierung. Maas war politisch ein Ziehsohn Lafontaines, versemmelte aber als Spitzenkandidat mehrere Landtagswahlen im Saarland. In der SPD prädestiniert sowas dazu, Bundesjustiz- und dann Außenminister zu werden. * Ferner ist zu betonen, dass die Palme die Pflanze des Saarlands schlechthin ist. „Im Erscheinungsbild sehr vielgestaltig“, lesen wir. Eben. Palmen gehören zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida). Bei manchen Palmen trete ein „diffuses Dickenwachstum“ ein. Auch Polygamie komme vor. Die Früchte von 100 Palmenarten seien essbar. Beliebt im Saarland die so genannte Schwenkbraten-Palme...kleiner Scherz. Es gibt auch die Gattung Zombia. Echt. * „Hilft Bier gegen Erkältung?“ lasen wir auf Seite 1 dieser Zeitung. Generell gilt zum einen der Satz eines unserer einst in der Champagner-Stadt Wiesbaden tätigen Kollegen: „Bier, in Maßen genossen, kann auch in großen Mengen nicht schaden.“ Weitere Maßstäbe: Bier nachts um Eins//ist besser als wie keins. Und: Bier nachts um Zwei//dann ist vieles gleich vorbei.