Breidenbachs Woche: Holleri du dödl di

Nahles, Dobrindt, Kauder - sie wissen, woher auf  dem Gipfel der Wind weht. Foto: dpa

Eine Erstbesteigung hat da sicherlich nicht stattgefunden, denn Andrea Nahles, Volker Kauder und Alexander Dobrindt wussten auch bei ihrem Gipfeltreffen auf der Zugspitze, woher...

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. Die Geschichte von der Zugspitze handelte diese Woche nicht von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer. Aber es gibt starke Parallelen. Jim Knopf ist ein dunkelhäutiger, um nicht zu sagen: schwarzer Junge, und dessen Part konnte deshalb der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder, problemlos übernehmen. In die Rolle von Lukas, dem Lokomotivführer, schlüpfte der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wie von selbst, schließlich war er mal Verkehrsminister. Und dann blieb da noch die Rolle von Emma, der Dampflokomotive von Lukas, über die bei Wikipedia geschrieben steht, sie sei etwas dick und gehöre keiner bestimmten Gesellschaft. Diese Rolle ist An¬drea Nahles also quasi auf den Leib geschrieben. Sie macht immer Dampf, steht heimlich auf Dobrindt und gehört nur vordergründig der SPD, vor allem aber niemandem außer sich selbst.

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Nahles, Dobrindt und Kauder trafen sich also auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, weil, logisch: Auf der Alm, da gibt‘s koa Sünd‘. Außerdem liebäugelte Nahles in dieser Höhe vielleicht damit, ihr Jodel-Diplom zu machen, damit sie, frei nach Loriot, auch später mal was Eigenes hat. Holleri du dödl di, diri diri dudl dö.

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Der neue bayerische Ministerpräsident Markus, „the Monster“, Söder hat dann eigenhändig ein Kreuz auf den Berg geschafft, damit es auf den Fotos gut und anti-islamistisch ausschaut, das Gipfelkreuz.....kleiner Scherz. Das ursprüngliche Gipfelkreuz auf der Zugspitze stammt schon von 1851, ist seit dieser Zeit aber schon ein paarmal demoliert und demontiert worden, wie der Söder, hat sich aber immer wieder aufgerichtet, wie der Söder. Was Nahles, Kauder und Dobrindt da oben genau getrieben haben, ist wahrscheinlich nicht so wichtig. Allerdings ließ sich ein anonymer CDU-Spitzenpolitiker von der Süddeutschen Zeitung mit dem Satz zitieren: „Wir machen dort weiter, wo wir im Herbst 2017 aufgehört haben.“ Genau das hatten die meisten Menschen in Deutschland schon befürchtet, und es erinnert uns an eine der unsterblichen Pointen des leider allzu früh verstorbenen Jürgen Dietz, der als „Bote vom Bundestag“ in der Mainzer Fernsehfastnacht raunte: „Die Regierung tut ihr Bestes – genau das ist unser Problem!“

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Nahles, Dobrindt und Kauder hatten zum Auftakt ihres Gipfelsturms erklärt, es gehe ihnen vor allem um „Teambuilding“. Wobei man beachten sollte, dass auch in großer Höhe „Teambuilding“ keinesfalls die englische Übersetzung für „Erstbesteigung“ ist.

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Schwieriger Übergang jetzt. Gerhard Schröder hat angeblich zum fünften Mal geheiratet, was ihn zum unangefochtenen Herrn der Ringe macht. Außerdem hat er im Katharinensaal in Moskau Wladimir Putin zum neuen russischen Präsidenten gekrönt und ihm den Amtseid abgenommen, und gemeinsam haben er und Putin dann die scheinheilige Schlussformel gemurmelt „...so wahr uns Gazprom helfe“.

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Bei der Moskauer Zeremonie waren noch andere bedeutende Menschen zugegen, so das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, der Erfinder der kyrillischen Schrift.....Quatsch. Aber laut dem Fachblatt „Bild“ ist jener Kyrill „ein durch Zigarettenschmuggel zu Milliarden-Vermögen gelangter Ex-KGB-Spion“. Böse Zungen werden nun behaupten, damit sei der Warnhinweis „Rauchen schadet Ihrer Gesundheit“ glatt widerlegt. Jedenfalls ist Kyrills Vergangenheit ein erneuter Beweis für die Richtigkeit der alten russischen Bauernregel: Wo Rauch ist, ist auch Putin.