Breidenbachs Woche: Heißer Horst

Horst Seehofer. Foto: dpa

Der CSU-Vorsitzende hat sich ja schon ziemlich jeden Finger verbrannt. Jetzt wäre es für ihn wichtig dafür zu sorgen, dass seine Unterstützer keine kalten Füße bekommen.

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. Jogi lebt. Besser gesagt: Er löwt so vor sich hin. * Auf hessische Gerichte kann man sich verlassen. Wir meinen jetzt nicht Grüne Soße, sondern die so genannte Bembel-Justiz. Jetzt hat also das Frankfurter Landgericht eine Anklage auf dem Tisch gehabt gegen die ehemaligen DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt, nicht verwandt oder verschwägert mit Helmut Schmidt. Es geht darum, dass die WM 2006 in Deutschland gekauft wurde, wie jeder weiß. Aber das ist nicht so einfach. Da gehst du nicht einfach hin und steckst irgendwelchen Afrikanern, die ausnahmsweise mal nicht Flüchtlinge sind, braune Umschläge zu und du kriegst dann die WM. Es ist kompliziert, vor allem, weil Franz Beckenbauer mitgemischt hat, und da wird es immer kompliziert. Dabei war auch noch der mittlerweile verstorbene Adidas-Chef Louis-Dreyfuß. * Wenn wir das richtig verstanden haben, hat Beckenbauer bei Amazon Adidas-Fußballschuhe für 10 Millionen Euro gekauft. Die Hälfte davon hat er nach Katar gespendet, damit die dort nicht barfuß im heißen Sand spielen müssen, sondern ordentlich für die WM 2022 üben können. Die andere Hälfte hat er an Loddar Maddäus weiterverkauft, für 16,7 Millionen Euro. Den Gewinn von 6,7 Millionen hat er an den DFB gespendet mit dem Hinweis, sie sollten sich endlich mal einen ordentlichen Präsidenten kaufen, nicht solche Vollpfosten wie Theo Zwanziger oder Wolfgang Niersbach. Zwanziger hat schon, kein Scherz, für die CDU in Rheinland-Pfalz mitgemischt, als die 1988 ihren Vorsitzenden Bernhard Vogel gestürzt hat, was jetzt natürlich den Verdacht nährt, dass auch da schon Beckenbauer seine Finger im Spiel hatte. Und diese 6,7 Millionen hat der DFB steuerlich als Betriebsausgabe geltend gemacht, wie man Betriebsausflüge ins Bordell als Betriebsausgabe geltend macht, oder so ähnlich. Aber das Landgericht Frankfurt will keine Anklage erheben, nach dem Motto: Ja gutt, ääh. * „Kiffende Mütter, bedröhnte Senioren“, lesen wir am Dienstag in der Süddeutschen Zeitung. Entgegen unserer Erwartung handelt es sich aber nicht um Ursachenforschung nach dem Bayernwahlergebnis, sondern um die Ankündigung, dass Cannabis in Kanada jetzt legal wird. * Schwieriger Übergang jetzt zu Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nennen. Oder: der derzeitige Beckenbauer der CSU, wie manche sagen. Da ist der Süddeutschen Zeitung eine geniale Überschrift eingefallen: „Wie man um den heißen Horst herumredet“. Heißer Horst im heißen Herbst. Heißer Horst, da kriegt kein Adler mehr kalte Füße. Bei einem solchen Begriff fällt einem natürlich wie von selbst das uneheliche Kind vom Horst ein – Kinderhorst mag Kinderhort. Auch sonst ist das Attribut „heiß“ ja durchaus positiv konnotiert, zum Beispiel bei Hot Pants. Oder bei dem typisch bayerischen Spruch „Der Preiß ist heiß“, womit offenbar ein paarungsbereiter „Saupreiß“ gemeint ist, ein Preuße auf Brautschau. So dachten wir bislang, aber beim Nachgoogeln sehen wir, es heißt eigentlich „Der Preis ist heiß“, eine TV-Show, an der auch bildungsferne Schichten ihren Spaß haben sollten, und wenn da jetzt jemand „Der Preis ist heiß“ mit den bayerischen Landtagswahlen vergleicht, können wir’s auch nicht ändern.