Breidenbachs Woche: Habemus Annegret! Püttlingen lebt!

Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (l) winkt auf dem CDU-Bundesparteitag zu den Delegierten. Rechts im Hintergrund steht ihre Vorgängerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Michael Kappeler/dpa

Unfassbar. Schon wieder eine Frau. Aber gut. Nun kommt es bald zum pfälzisch-saarländischen Showdown, denn Donald Trump stammt ja bekanntlich aus Kallstadt

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. Die CDU hat was zu feiern: Weihnachten, Silvester, Neujahr. Und dann kommen schon die Heiligen Drei Könige mit dem Stern von Bethlehem. Aber so eine ähnliche Nummer hatten sie ja schon jetzt auf dem Parteitag. Da waren auch Drei schwer unterwegs, nur, dass der Stern von Bethlehem, Künstlername „Wolfgang Schäuble“, schon vorher sagen wollte, wo’s langgeht. Nämlich, dass Merz gewinnen solle. Manche sagen: Es wäre das größte Comeback gewesen, seit Lazarus von den Toten auferstand. Aber nix.

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Es Annegret, was soll man sagen!? Das Saarland lebt! Püttlingen ist ihre Heimat. Und angesichts der Tatsache, dass die Vorfahren von Donald Trump aus dem pfälzischen Kallstadt stammen, träumen viele davon, das Annegret werde jetzt bald Kanzlerin. Regierungssprecher: Heinz Becker (Gerd Dudenhöffer). Und dann: Püttlingen meets Kallstadt, die Fortsetzung der pfälzisch-saarländischen Erbfeindschaft. Die ist legendär und spiegelt sich in Sprüchen wie diesem: Wo liegt die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn? Antwort: Bei Waldmohr (Nordpfälzer Bergland, hart an der Grenze zum Saarland). Interkontinentaler Schwenkbraten gegen ballistischen Saumagen, nukleare Lyoner gegen taktische Grumbeere? Dagegen ist Trumps Konflikt mit Nordkorea Kinderkräppelkaffee.

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Friedrich Merz, der Erfinder der Bierdeckel-Million. Mittelschicht-Merz werden wir ihn ab jetzt nennen. Aber jetzt ist erst mal nix mit Cheffe. Aber er kann sich trösten. Unter dem leicht veränderten Künstlernamen „März“ ist er in der Literatur unsterblich. Zum Beispiel in dem alten deutschen Lied: „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt.“ „Bauer“, klarer Hinweis auf eine gute Arbeitsbeziehung zu Agrarministerin Julia Klöckner. Die „Rösslein“, Pferde, Pferdestärken, PS, das weist auf Friedrichs Privatflugzeuge hin. Können wahrscheinlich auf einem Bierdeckel landen. Und weiter im Text: „Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand“. Mmhh, Feld, Wald und Wiesenpolitik, nicht so toll. Und was uns stutzig macht, ist die Zeile: „Die Bäurin, die Mägde, sie dürfen nicht ruhn//sie haben im Haus und im Garten zu tun.“ Garten? Junges Gemüse? Vorsicht, da droht #Me Too. Da hülfe dann auch kein Bierdeckel mehr.

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Jens Spahn hat sich achtbar geschlagen. Berühmt ist er ja für seine Spontanität, woher das alte deutsche Sprichwort „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ rührt. Das „h“ ist irgendeiner indogermanischen Lautverschiebung zum Opfer gefallen. Gibt’s bei den Franzosen auch: ein stummes „h“. Insofern ist zu vermuten, dass Spahn auch der Erfinder der Spanplatte ist. Wir lesen bei Wiki, sie werde zu dekorativen Zwecken beschichtet. Gut, jeder kann sich, um gut auszusehen, beschichten, womit er will. Allerdings: Vollholz habe eine höhere Festigkeit. Wie in der Politik. Vollhorst hat wahrscheinlich eine höhere Festigkeit als Vollspa(h)n.

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Wir lesen dann noch: Die Späne werden „beleimt“. Dieses Wort erscheint in völlig neuem Licht angesichts der Vita des berühmtesten 17-jährigen Leimeners aller Zeiten. Wir wissen allerdings nicht, ob sich der Begriff „beleimen“ durchsetzen wird zur Bezeichnung dessen, was der berühmte Leimener dann mit 33, also 2001, mit einem russischen Model in einer Wäschekammer veranstaltete. Der Hinweis, beim Model(l)bau werde überhaupt viel geleimt, erklärt die Sache nicht wirklich zufriedenstellend.