Breidenbachs Woche: Ein Häschen namens “Angel”

Italiens Nationaltrainer Gian Piero Ventura (r.) und sein Torwart Gianluigi Buffon kaufen ab sofort nicht mehr bei Ikea. Foto: dpa

Fusionen liegen voll im Trend. Manchmal nimmt das Formen an, da denkst du: Ich glaub’, mich tritt ein Pferd. Aber dann kommt es vor, dass das Leben doch ein Ponyhof ist.

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. Italien ist im Elchtest gegen Schweden umgekippt und hat die Quali für die Fußball-WM 2018 in Russland vergeigt. Schau, schau, die kleinen Ikeas! Wobei, vielleicht fällt Putin noch was ein. Er könnte Schweden annektieren, dann ist Schweden kein richtiger Staat und die Quali für die WM wäre hinfällig. Die Nato? Ach Gottchen. Aber vielleicht hat Putin vor Ikea Schiss. Wer, kein Scherz, Produkte wie das Kinderbett „Gutvik“, den Apfelkuchen „Äppelkaka“, die Vase „Kagge“, die Hutablage „Lustifik“ und die Klobürste „Viren“ auf dem Markt platziert, der ist ein harter Gegner und bringt womöglich Sachen zustande wie „Putinvik“ oder „Kremlkaka“. Also eher unwahrscheinlich, dass Italien noch dabei ist. Unser Mitleid hält sich in Grenzen. Das ist nix Persönliches, es geht nur um Fußball. Und wir haben noch zwei ganz, ganz große Rechnungen offen: WM-Finalniederlage 1982 und vor allem die Halbfinal-Niederlage 2006 in Dortmund beim Sommermärchen. Aber wir haben Zeit. „Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leichen deiner Feinde vorbeischwimmen.“ Alte Regel des Deutschen Schwimmverbandes...kleiner Scherz; alte chinesische Weisheit. * Man muss aber auch sagen: Früher, bei Don Vito Corleone, hätte es das nicht gegeben. Der hätte den Schiedsrichter vor der entscheidenden Partie eingeladen, mit ihm eine Tasse Kaffee zu trinken. Und dann hätte er zu dem Schiri gesagt: „Irgendwann, möglicherweise aber auch nie, werde ich dich bitten, mir eine kleine Gefälligkeit zu erweisen.“ Oder aber: „Auf den Elfmeterpunkt im Strafraum der Schweden kommt der Ball – oder dein Gehirn.“ * Das wunderbare Lied „Capri Fischer“, wir Älteren erinnern uns, braucht einen neuen Text: „Wenn bei Capri der schöne Fußball im Meer ertrinkt//und im Strafraum der arme Buffon vor Angst versinkt//Zieh‘n die Schweden mit ihren Stürmern aufs Feld hinaus//Und sie werfen in hohem Bogen die Squadra raus.“ Oder so. * Fusionen liegen voll im Trend. Klar, Jamaika, oder, wie manche sagen: Not verhandelt mit Elend. Laut Süddeutscher Zeitung will der Spielzeughersteller Hasbro den Konkurrenten Mattel kaufen. Über Mattel schreibt die Zeitung: „Noch immer kommen 30 Prozent der Umsätze von Produkten, die Mattel in den 50er und 60er Jahren erdacht hat.“ Nun, bei CDU, CSU und FDP ist das ja auch nicht anders. Mattel hat zum Beispiel Barbie im Repertoire, Hasbro „Mein kleines Pony“ und Actionfiguren von „Star Wars“. Mit „Mein kleines Pony“ habe Hasbro sogar Hollywood-Filme produziert, schreibt die Süddeutsche. Okay, solange nicht Kevin Spacey drin vorkommt, alles gut. * Alles in allem: Synergie-Chancen! Darth Vader von „Star Wars“ sagt zu Barbie: „Ich bin nicht Dein Vater, ich bin Kevin Spacey, also Deine ältere Schwester!“ Und gerade die Jamaika-Verhandler können sich da ein Beispiel nehmen. Jedi-Ritter Horst tröstet Alexander Dobrindt alias „Drache Spike“ aus der „So-Soft-Newborn“-Kollektion von „Mein kleines Pony“ mit dem Spruch: „Möge die Maut mir Dir sein.“ Wobei „So-Soft-Newborn“ überhaupt eine gute Definition für eine Jamaika-Koalition wäre. Nicht verschweigen wollen wir: Es gibt auch eine Kollektion, bei der wir auf keinen Fall Tippfehler machen dürfen: „So-Soft-Ponys“. Und keinesfalls vergaloppieren dürfen wir uns mit Blick auf Jamaika bei dem Hinweis, dass es da ein sehr scheues Pony namens Fluttershy gibt, das ein eigenes Haustier hat: ein Häschen namens Angel. Angel, nur mit e i n e m „a“.