Breidenbachs Woche: Brenda bügelt Boris platt

Boris Johnson. Foto: dpa

Wischmop Johnson kann sich seine Hetze in die Haare schmieren. Und AKK lässt endlich ihre wahren Leidenschaften raus.

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. Ausnahmsweise hatte Jürgen Klopp bei einer weltbewegenden, mit Großbritannien zusammenhängenden Angelegenheit mal nicht die Finger im Spiel. Jedenfalls nicht offiziell. Wie auch immer: Der britische Supreme Court entschied, dass das dritte Tor der Engländer im WM-Finale gegen Deutschland 1966 im Wembleystadion nicht drin war. Oder so. Nein, es ging natürlich um die Entscheidung, dass sich Boris Johnson, der blonde Wischmop auf Ecstasy, wie wir ihn nennen, das, was er da mit dem Parlament abzieht, in die Haare schmieren kann, egal, in welcher Region seines Körpers. * Verkündet hat das Urteil die Präsidentin des Supreme Court, Brenda Marjorie Hale, Baroness Hale of Richmond. Sie ist Mitglied (Mitgliederin? Mitglied*in?) erlauchter Ordens- und Wissenschaftszirkel, nämlich DBE, QC, PC (hat nichts mit Laptops zu tun), sowie FBA, keinesfalls aber FBI, CIA oder CDU. Die elf Richter*innen brauchten nicht mal einen Videobeweis. Und Brenda, wie wir sie nennen, wird jetzt Lordrichterin der Herzen. Quasi die Lady Di der Demokratie. * Nebenbei: Brenda ist 74. Gott sei Dank unterliegt sie nicht dem Alterszwangspensionierungsdiktat der Deutschen Rentenversicherung. * Harter Übergang. „Merkel: Müssen die Menschen mitnehmen“, lesen wir in der FAZ. Und es hat tatsächlich geklappt: Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), das Annegret, wie sie in ihrer saarländischen Heimat heißt, war nach einer super action so was von total mitgenommen! Das kam so. Merkel wollte nach New York zum Klimagipfel, und AKK wollte in Washington ihren amerikanischen Verteidigungskollegen kennenlernen. „Es gehört zu den Gepflogenheiten“, so die FAZ, „dass sich neue Minister ihren ausländischen Kollegen bekannt machen.“ Man kann sich das lebhaft vorstellen, AKK kommt zu Mark T. Esper, der ist US-Verteidigungsminister, jedenfalls Stand jetzt, bei Trump kann sich das schnell ändern, und AKK sagt: „Hello, I am das Annegret.“ Dann die Sensation: Merkel und AKK flogen nicht in einem Flieger, sondern in zwei. Merkel nahm AKK nicht mit, deshalb war die so mitgenommen. Aber man muss ja mal ernst machen mit dem Klimaschutz. Wenn die AKK-Delegation noch im Merkel-Flieger mitgeflogen wäre, wäre der viel schwerer gewesen und hätte mehr Sprit verbraucht. Wir schaffen das. Das doppelte Lottchen. Doppelherz, mit der Kraft der zwei Herzen. Mit der Kraft der zwei Flugzeuge. „Zwei Frauen, zwei Flieger“, titelten die Stuttgarter Nachrichten. Klingt wie: „Zwei Doofe, ein Gedanke“. * AKK erwog kurzzeitig die Gründung einer eigenen Fluglinie: Air Püttlingen. Dann das Schärfste. Mitten in diese Flugdebatte hinein platzte die Berichterstattung, dass AKK jetzt Sonderbotschafterin ist! In den USA? Niemals! Trump mit seinen pfälzischen Vorfahren nimmt keine Saarländer. Nein, AKK ist jetzt Sonderbotschafterin für den Karneval! Kein Scherz. Die Zeremonie fand laut Deutscher Presse-Agentur in Deutschlands unumstrittener Karnevalshochburg statt. In Cottbus. Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess, sagte: „Karneval, da gehört auch Humor dazu.“ Brüller-Gag. In Mainz, Köln und Düsseldorf weiß jedes Kind: Bei Karneval und Fastnacht hört der Spaß manchmal komplett auf. Und AKK sagte: „Karneval ist eine echte Leidenschaft von mir.“ Ja. Genau so sieht‘s aus.