Auf Grund gelaufen: Containerschiff blockiert Suezkanal

Ein Schlepper zieht das Frachtschiff mit der Aufschrift "Ever Green" im Suezkanal. Das Schiff ist in der Nacht zum 24. März auf Grund gelaufen und blockierte seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa.  Foto: Uncredited/Suez Canal Authority/AP/dpa

Auf der wichtigen Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa geht derzeit gar nichts mehr. Ein Frachter blockiert den Kanal - andere Schiffe kommen nicht weiter.

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KAIRO. Ein Frachter ist im Suezkanal in der Nacht zu Mittwoch auf Grund gelaufen und blockiert seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa. Acht Schlepperboote seien im Einsatz, um das festsitzende Schiff zu befreien, teilte die ägyptische Sueskanal-Behörde mit. Zurückzuführen sei der Vorfall auf schlechte Sicht nach einem Sandsturm. Auf Bildern in den sozialen Medien war zu sehen, dass sich der Frachter quergestellt hatte. Sowohl nördlich als auch südlich des Kanals bildeten sich nach Angaben der Schiffsradare vesselfinder.com und marinetraffic.com Staus von Containerschiffen.

Der Vorfall habe sich am Dienstag ereignet, teilte das Seefahrts- und Logistikunternehmen GAC auf seiner Internetseite mit. An Bord des Frachters sei es zu einem Stromausfall gekommen.

in Bagger versucht, das vordere Ende des von Evergreen Marine betriebenen Containerschiffs zu befreien, nachdem es im südlichen Ende des Suezkanals auf Grund gelaufen ist und den Schiffsverkehr in beide Richtungen blockiert. Foto: -/Suez Canal Authority via Egyptian Cabinet Facebook Page/dpa
in Bagger versucht, das vordere Ende des von Evergreen Marine betriebenen Containerschiffs zu befreien, nachdem es im südlichen Ende des Suezkanals auf Grund gelaufen ist und den Schiffsverkehr in beide Richtungen blockiert. (© -/Suez Canal Authority via Egyptian Cabinet Facebook Page/dpa)
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Nach Angaben der Schiffsradare handelt es sich um den Frachter "Ever Given". Laut vesselfinder.com ist er 400 Meter lang und 59 Meter breit. Das 2018 gebaute Schiff fahre unter der Flagge Panamas, es sei aus China gekommen und auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden.

Eines der größten Containerschiffe der Welt

Es war zunächst unklar, wann die Schifffahrtsstraße wieder freigegeben werden könne. Eine Mitteilung der Kanalbehörden lag zunächst nicht vor. Der Suezkanal ist eine Wasserstraße, die das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet. Sie ist daher eine wichtige Seeverbindung und Handelsroute zwischen Asien und Europa.

Dieses Satellitenbild von Planet Labs Inc. zeigt das Frachtschiff MV Ever Given, das im Suezkanal auf Grund gelaufen ist und seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa blockiert.   Foto: Planet Labs Inc./Planet Labs Inc./AP/dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs Inc. zeigt das Frachtschiff MV Ever Given, das im Suezkanal auf Grund gelaufen ist und seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa blockiert. (© Planet Labs Inc./Planet Labs Inc./AP/dpa)

Der Frachter "Ever Given" mit 400 Meter Länge und 58,80 Meter Breite gehört nach Expertenangaben zu den größten Containerschiffen der Welt. Davon gebe es inzwischen jedoch mehrere. Gemessen an der maximalen Zahl der Container auf dem Schiff sei "Ever Given" nicht das größte Schiff.

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Auch für erfahrene Seeleute ist es kein Leichtes, einen 400 Meter langen Stahlriesen bei Strömung und Seitenwind durch die schmale Schifffahrtsrinne zu steuern. Der Wüstenwind kann hier mit stürmischen 40 oder 50 Knoten pro Stunde über den Kanal fegen.

Um den Suezkanal führen in der Schifffahrt nicht viele Wege herum - jedenfalls nicht für einen aus Saudi-Arabien oder dem Irak kommenden Öltanker, der unter engem Zeitplan Europa oder die USA ansteuert. Den Seeweg von Europa nach Indien verkürzt der Kanal um etwa 7000 Kilometer, der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung könnte ein Schiff bei 16 Knoten (etwa 30 Stundenkilometer) bald drei weitere Wochen kosten. Das ist wichtig im eng getakteten Welthandel. Im Jahr 2018 durchfuhren 18 000 Schiffe den Suezkanal, im Schnitt etwa 50 am Tag. Von einem "kritischen Engpass" sprach die US-Energiebehörde in der Vergangenheit auch für den Handel mit Öl, Gas und Erdölprodukten.

Von dpa