Angstgegner-Alarm bei Mainz 05

2004 gelang den Mainzern um Nicolce Noveski (vorne) noch ein Sieg gegen Bremen (im Bild hinten der Ex-Werderaner Miroslav Klose). Zuletzt konnten die 05er aber gegen den SVW kaum Punkte erringen. Archivfoto: dpa

Zuletzt gab es für die Mainzer gegen Werder Bremen nichts zu holen. Umso mehr beschwören die Fans den Geist, der 2004 beim ersten Aufeinandertreffen in der Bundesliga einen...

Anzeige

. Von Bardo Rudolf

Die Bundesliga-Geschichte gegen den nächsten Gegner Werder Bremen begann so gut für den FSV Mainz 05 – und kippte danach immer mehr ins Negative. 2004 gewann der FSV Mainz 05 das erste Aufeinandertreffen mit dem damals amtierenden Deutschen Meister 2:1. Die späten 05-Tore von Niclas Weiland und Benjamin Auer bereitete der eingewechselte Ranisav Jovanovic vor – was der Höhepunkt seiner Bundesliga-Karriere blieb.

Von den danach folgenden 18 Duellen gewannen die Mainzer nur noch vier, während die Hanseaten zehnmal den Platz als Sieger verließen. Einmal sogar mit 6:1 Toren, der bis heute höchsten Bundesliga-Heimniederlage des FSV.

Schmerzliche Pleiten

Anzeige

Richtig eingebrannt in das Gedächtnis der 05-Anhänger haben sich aber die beiden Heimniederlagen gegen Werder aus der vergangenen und der aktuellen Saison. Am 1. November 2014 gingen die Mainzer als Favorit in die Partie gegen das damalige Schlusslicht, das gerade Viktor Skripnik zu seinem neuen Trainer berufen hatte. Alles lief planmäßig für das Team von Kasper Hjulmand. Shinji Okazaki sorgte schon in der dritten Minute für die 1:0-Führung der Mainzer, die sich in der Folgezeit genug Chancen erspielten, um 3:0 in Führung zu liegen. Doch stattdessen stand es kurz nach der Pause 1:2. So blieb es bis zum Ende des Spiels, und fortan lief bei den 05ern so wenig zusammen, dass sich Manager Christian Heidel im Februar zu einem Trainerwechsel gezwungen sah.

Nun betreute also Martin Schmidt die 05er und freute sich wie Bolle auf das Heimspiel am 24. Oktober 2015 gegen Werder, weil sich dort in der Halbzeitpause seine Heimatregion Wallis mit einem Jodelchor und Fahnenschwenkern vorstellte. Da allerdings die erneut als Kellerkinder angereisten Bremer in den letzten sechs Minuten vor der Pause eine 3:0-Führung herausschossen, war die Stimmung im Stadion beim Vortrag der Walliser am Boden. Für Mainz reichte es nur noch zum 1:3.

Am Samstag spielen die 05er in Bremen also auch gegen das Angstgegner-Image an. Ein solches kann sich über Generationen von Teams halten und gehört zu den ungeklärten Phänomenen im Fußball. Dagegen hilft nur eins: Siege. Auch wenn Ranisav Jovanovic als Joker nicht mehr zur Verfügung steht.