Stadt fordert mehr Aufmerksamkeit für Straßenkatzen

Eine Katze sitzt neben Müll auf dem Boden. In Mannheim wird derzeit darüber diskutiert, wie man das Katzenleid am bestem bekämpft.

Auch in Worms gibt es streunende Katzen und Freigänger. Die Stadtverwaltung appelliert nun an Halter, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

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Worms. Fällt das Wort „Straßenkatze”, denken die meisten Menschen an Süd- oder Südosteuropa, an streunende Tiere, die in der Sonne liegen und sich von Touristen füttern lassen. Dabei gibt es auch in Deutschland verwilderte Katzen – und deren Leben hat mit Urlaubsidylle recht wenig zu tun. Etwa 50 Straßenkatzen, schätzte das Tierheim in der Vergangenheit, leben in Worms – die meisten von ihnen verborgen in Schrebergärten oder auf weitläufigen Firmengeländen. Die Tiere sind scheu und meiden den Kontakt zu Menschen. Landen sie dennoch im Tierheim, sind sie in der Regel höchstens als Hofkatzen zu vermitteln.

Schätzungsweise zwei Millionen Katzen sind es, die in Deutschland so leben. Da es sich dabei nicht um originäre Wildkatzen handelt, sondern um verwilderte Nachkommen von Hauskatzen, kommen sie alleine häufig nicht zurecht, leiden unter Kälte, Hunger, Krankheiten und Ähnlichem. Nebenbei vermehren sie sich auf der Straße weiter und der Teufelskreis beginnt von neuem. Tierschützer seien sich einig, dass das Katzenelend nur durch die Verhinderung einer fortwährenden Fortpflanzung gemildert werden könne, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Worms.

Seit dem 1. Januar müssen daher alle Kater im Stadtgebiet kastriert werden. Eine Sterilisation, bei der lediglich Samen- oder Eilleiter abgebunden oder durchtrennt werden, reicht demnach nicht mehr aus. In der Regel verhindere eine Kastration auch die Signalisierung von Paarungsbereitschaft und hormonelle Erkrankungen, zudem komme es zu weniger Revierkämpfen, begründet die neue Katzenschutzverordnung die Maßnahme. Fortpflanzungsfähig seien Katzen bereits im Alter von fünf Monaten. Unkastrierte Katzen können sich zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen, vier bis sechs Jungen pro Wurf sind keine Seltenheit.

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Inzwischen ist das gesamte Stadtgebiet betroffen – nicht zuletzt auch deshalb, weil Katzen nicht immer einen bestimmten Bewegungsradius einhalten.

Stephanie Lohr Bürgermeisterin, Stadt Worms

Beschränkte sich die Kastrationspflicht in der Vergangenheit nur auf bestimmte Zonen innerhalb des Stadtgebiets, habe man diese nun auf die gesamte Stadt ausgeweitet, sagt Bürgermeisterin Stephanie Lohr (CDU). Nun müssen alle Katzenhalter im Stadtgebiet Worms, deren fortpflanzungsfähige Vierbeiner im Freien unterwegs sind, diese kennzeichnen und registrieren lassen. „In Gesprächen mit Tierschutzverbänden sind wir übereingekommen, dass sich das Problem der unkontrollierten Vermehrung nicht weiter auf bestimmte Kernzonen einschränken lässt”, erläutert Lohr, „inzwischen ist das gesamte Stadtgebiet betroffen – nicht zuletzt auch deshalb, weil Katzen nicht immer einen bestimmten Bewegungsradius einhalten.“

Die Verordnung soll nach fünf Jahren erneut überprüft werden. „Wir erhoffen uns durch die neuen Regelungen einen deutlich positiven Effekt zugunsten des Katzenwohls und werden diesbezüglich mit den Tierschutzverbänden weiterhin in Kontakt bleiben“, verspricht die Bürgermeisterin.

Bei Fragen zur neuen Katzenschutzverordnung steht der zuständige Abteilungsleiter, Matthias Pfeiffer, unter der Telefonnummer 06241-8533100 zur Verfügung.