Interview mit „The New Roses“-Frontmann Timmy Rough

„The New Roses“ stammen aus Wiesbaden und dem Rheingau – und waren schon in den USA mit Kiss und Scorpions auf Tour. Jetzt spielt die Band wieder einmal im Schlachthof. Timmy Rough (vorne) erzählt, was ihm das bedeutet. © Vera Friederich

Die international erfolgreiche Rockband kommt nach längerer Zeit wieder in ihre alte Heimat Wiesbaden. Wie sie den internationalen Durchbruch erlebt und sich verändert hat.

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Timmy Rough, wie ist das für Sie, in Wiesbaden auf der Bühne zu stehen? Quasi „back to the roots“?

Die Bühne des Schlachthofs ist für uns als Band natürlich etwas ganz Besonderes. Dort haben wir alle uns musikalisch sozialisiert. Wir haben dort unzählige Konzerte besucht und uns damals vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn man eines Tages selbst dort oben stehen würde. Nun haben wir bereits einige Male das Vergnügen gehabt, aber es bleibt immer etwas Außergewöhnliches. Ein paar Straßen weiter im Irish Pub am Michelsberg haben wir uns damals unsere Sporen verdient. Wir spielten jedes Wochenende vier Stunden und ließen den Hut rumgehen. Das war eine abgefahrene Zeit, die uns sehr geprägt hat.

Wie haben Sie sich als Band zusammengefunden?

Hardy, Dizzy und Urban spielten seit frühen Teenager-Tagen hin und wieder in den gleichen Bands. Ich war in einer anderen Rheingauer Band namens „Trivial“ unterwegs. Erst stieß ich zu Urbans Rock-Coverband dazu. Irgendwann war im Schlachthof ein Konzert der US-Band „Black Stone Cherry” angesetzt, dessen Vorgruppe kurzfristig absagen musste. Wir wurden gefragt, ob wir einspringen könnten. Und spielten an dem Abend zum ersten Mal eigenes Material. Es war ein völlig anderes Gefühl, als Coversongs zu spielen. Der Applaus und die Aufmerksamkeit der Leute fühlten sich viel intensiver und authentischer an. Es war überwältigend. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, in dem Urban und ich hinter der Bühne beschlossen, eine „echte“ Band zu gründen. Danach folgten viele hunderttausend Kilometer, schlaflose Nächte, viele Entbehrungen, aber auch unvergessliche Momente des Glücks, der Euphorie, Party und verrückter Storys, die man in dieser Zeitung besser nicht erzählt (lacht).

Von dort aus scheint es ein kurzer Weg zu Ihrem internationalen Durchbruch zu sein. Was ist Ihr Geheimrezept?

Ich wünschte, ich könnte das so bestätigen (lacht). Doch in Wirklichkeit war es ein sehr langer, kräftezehrender und teilweise beängstigender Weg. Wir haben all unser Geld in die Band gesteckt, schliefen oft im Auto, weil wir uns das Hotel nicht leisten konnten. Wir fuhren einmal quer durch Europa, um insgesamt vor so vielen Leuten zu spielen, wie heute auf ein einziges unserer Konzerte kommen. Unser erstes Album verkauften wir aus dem Kofferraum, ohne Plattenvertrag oder sonstige Hilfe. Es gab viele Momente des Zweifelns, aber irgendwas ließ uns durchhalten. Ich denke, dass wir trotz allem spürten, dass es das richtige Leben für uns ist und das wir das Zeug dazu hatten, uns da durchzukämpfen.

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Das hat sich ausgezahlt: Sie haben mit Rock-Legenden wie Kiss und den Scorpions Shows gemacht und sind in den USA getourt. Wie haben Sie das erlebt?

Diese Tourneen sind immer großartig. Es ist ein riesiger Trubel, und man hat eben die Chance, mit Legenden die Bühne zu teilen, die unsere Musik natürlich maßgeblich mit geprägt haben. Es ist ein großer Glaubwürdigkeitsboost in der Szene und vielleicht die beste Art, neues Publikum von sich zu überzeugen. Mit Kiss haben wir ja schon einiges erlebt. So waren wir ja auch schon zweimal in den USA auf der Kiss Kruise zu Gast. Es ist eine ganz andere Erfahrung, als im Club ganz nah an den Leuten dran zu sein. Beides hat eine unvergleichliche Magie, und wir sind sehr froh, dass wir beides erleben dürfen.

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Auch Sie mussten während Corona Konzerte absagen. Was haben Sie in dieser Zeit gemacht?

Wir wurden mitten in unserer „Nothing But Wild Tour“ von Hundert auf Null gebremst. Alles stand still, und schnell wurde uns klar, dass es lange so bleiben würde. Zwischendurch stellten wir uns, wie viele unserer Kollegen, die Frage, ob unsere Band diese Zeit überhaupt überleben würde. Doch dann rissen wir uns zusammen und begannen, an einem neuen Album zu arbeiten. Wir schrieben über die tollen Zeiten, die wir erlebt haben, und konzentrierten uns auf positive Songs. Uns wurde wieder einmal bewusst, welche Kraft und Bedeutung Rock'n'Roll für uns hat – und das half uns da durch.

Sie hatten in dieser Zeit auch personelle Veränderungen?

Ja, nachdem Dizzy nach dem ersten Album erst einmal einen anderen Weg ging, hatten wir Norman Bites an der Gitarre. Er war ein wichtiges Mitglied der Band und eine echte „Rampensau“. Schließlich entschied sich Norman aber dazu, eigene Projekte verfolgen zu wollen. Nach diesem Entschluss hatten alle denselben Gedanken: „Get Dizzy back in the band!“ Das Family-Feeling ist uns wichtig. Als Dizzy zur erstem Probe kam, war es wie immer. Derselbe Humor, der alte Spirit.

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Nach Ihrem erfolgreichen Album „Nothing But Wild“ haben Sie jetzt „Sweet Poison“ herausgebracht. Wie hat sich Ihr Sound verändert?

Bei „Nothing But Wild“ hatten wir den Fokus auf gute Performance gelegt und versucht, die Songs so griffig und eingängig wir möglich zu gestalten. Auf „Sweet Poison” machen wir unserem „Corona-Frust“ auf gewisse Weise Luft. Die Platte klingt dreckiger und setzt den Fokus auf die Energie. Wir verwenden große Teile der ursprünglichen Demos auf dem Album, weil diese oft noch roher und ehrlicher klingen, als man das im Studio nachbilden könnte. Wir bringen viel vom neuen Album auf die Bühne und sind nach der langen Pause total wild darauf, endlich wieder mit dem Publikum zusammen einen drauf zu machen. Und da ein Heimspiel immer etwas Außergewöhnliches ist, freuen wir uns auf den Schlachthof ganz besonders.