Am Fort Biehler in Kastel fallen 200 Ahornbäume

Das Wäldchen am Fort Biehler ist in einem traurigen Zustand. Die Rußrindenkrankheit sorgt dafür, dass 200 Bäume gefällt werden müssen.

Anzeige

KASTEL. Manche Anwohner trauern schon: Das Wäldchen am Fort Biehler wird lichter. Dort lässt die Stadt rund 200 Ahornbäume fällen, die unter der Rußrindenkrankheit leiden und ohne Zutun absterben würden. Die Pilzerkrankung ist auch für Menschen wegen der Sporen gefährlich. Wer unter chronischen Erkrankungen der Atemwege oder an Allergien leide, solle das Wäldchen meiden. Auch robusteren Naturen empfiehlt die Stadt, die erkrankten Bäume, die an einem rußartigen Belag auf der Rinde zu erkennen sind, nicht anzufassen.

Die Dürre im vorigen Sommer habe dem Pilz ideale Bedingungen geboten, um sich in den gestressten Bäumen auszubreiten. Infizierte Bäume im fortgeschrittenen Stadium ließen sich an Blasen auf der Rinde erkennen, die aufplatzen und einen schwarzbraunen Sporenstaub freigeben. Einen Kinderspielplatz, der mitten im Wäldchen liegt, sperrt die Stadt aus diesem Grund. Beim Fällen müssen die Waldarbeiter Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der eigenen Gesundheit treffen. Stämme, Äste und Laub der Ahornbäume würden vor Ort mit Wasser besprüht, nass gehäckselt, in geschlossene Container verpackt und anschließend im Kraftwerk verheizt. Die Ahornbäume am Fort Biehler stehen nicht gehäuft an einer Stelle, sondern wachsen quer im ganzen Wäldchen verteilt. Es ist als Naturdenkmal eingestuft und genießt einen hohen Schutzstatus. Von den 200 erkrankten Bäumen stünden 50 im geschützten Bereich. Damit keine Tiere zu Schaden kämen, würden die Arbeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Die erkrankten Bäume bildeten einen untergeordneten Anteil des Bewuchses, der Bestand des Naturdenkmals werde durch die Rodung nicht gefährdet. Nachpflanzungen werde es keine geben, die Lücken schlössen sich durch Naturverjüngung im Lauf der Zeit von selbst. Die Rußrindenkrankheit an den Ahornbäumen war bei Baumkontrollen entdeckt worden. Die meisten von dem Pilz befallenen Bäume am Fort Biehler seien stark geschädigt oder schon abgestorben. Die Hälfte der Bäume seien schwache Gehölze mit weniger als 80 Zentimeter Stammumfang. Das Wäldchen gehört der Bundesrepublik, Bund und Stadt teilten sich die Kosten der Holzaktion, wobei die Stadt nur für das Fällen im geschützten Bereich bezahle.