Versorger WVR in Rheinhessen erhöht die Trinkwasserpreise

Kunden der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz müssen im kommenden Jahr durchschnittlich 17 Prozent mehr für das Trinkwasser bezahlen.

Kunden der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz (WVR) müssen im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Wie die WVR diesen Schritt begründet – und was das Wasser künftig kostet.

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Rheinhessen. Die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz (WVR) wird im kommenden Jahr ihre Preise erhöhen. Dies kündigte das Unternehmen mit Sitz in Bodenheim, dessen Versorgungsgebiet Teile der Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms, Bad Kreuznach sowie die Mainzer Stadtteile Ebersheim und Laubenheim umfasst, am Donnerstag an. Im Durchschnitt steigen die Preise für das Trinkwasser um rund 17 Prozent.

Die WVR begründet die Preissteigerung mit mehreren Faktoren: Größter Preistreiber seien die gestiegenen Stromkosten, die bei der WVR in diesem Jahr mit einer Mehrbelastung von drei Millionen Euro zu Buche schlagen. Lohnsteigerungen sowie „extreme Verteuerungen innerhalb der Baubranche” seien weitere Gründe, heißt es. „Zudem stellt einen Wasserversorger wie die WVR die Folgen des Klimawandels vor große Herausforderungen”, schreibt die WVR. „Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der Trinkwasserinfrastruktur, um die Versorgungssicherheit auch zukünftig zu gewährleisten, sind dringend notwendig.”

Die finanzielle Mehrbelastung für die Kunden stellt die WVR in mehreren Modellrechnungen dar. Denn die Preise sind in unterschiedlichen Teilen des WVR-Gebiets unterschiedlich hoch. Am günstigsten ist (und bleibt) das Wasser in Ebersheim und Laubenheim. Hier kalkuliert der Wasserversorger ab 2023 für einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 40.000 Litern einen jährlichen Wasserpreis von 187,68 Euro. Zum Vergleich: 2022 lag der Wasserpreis in diesem Fall noch bei 160,71 Euro. Ein Vier-Personen-Haushalt mit 150.000 Litern jährlichem Wasserverbrauch zahlt nun 435,92 statt zuvor 369,79 Euro. Tiefer in die Tasche greifen müssen Verbraucher im Teilgebiet Alzey-Kirchheimbolanden. Hier steigt der Jahrespreis von 178,69 auf 208,86 Euro (Single-Haushalt) sowie von 411,52 auf 484,39 Euro. Das übrige Versorgungsgebiet der WVR liegt preislich im Mittelfeld. Hier geht der Preis von 164,99 auf 193,03 (Single-Haushalt) sowie 379,42 auf 447,15 Euro nach oben.

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Die unterschiedlichen Preise in den drei Tarifgebieten begründet die WVR mit der Konzessionsabgabe, die die WVR an die jeweiligen Kommunen im Versorgungsgebiet zahlen muss. Diese ist in Alzey-Kirchheimbolanden mit Abstand am höchsten, während die WVR in den beiden Mainzer Stadtteilen aufgrund einer fehlenden Vertragsgrundlage aktuell gar keine Konzessionsabgaben bezahlt.