Auch Freizeit-Kapitäne helfen: Polizei bittet bei...

Neben den Helfern etwa der DLRG, Feuerwehr oder Polizei helfen auch Kapitäne privater Boote auf dem Rhein in Notfällen. Foto: Feuerwehr
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Bei Badeunfällen auf dem Rhein bittet die Polizei Hobby-Bootsfahrer über Funk um Hilfe. Allerdings besteht nicht für jeden Freizeit-Kapitän eine Funkpflicht.

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WORMS. Die Großschifffahrt ist über einen bestimmten Funk-Kanal erreichbar. Hier können die Kapitäne etwa auf dem Rhein angesprochen werden, wenn auf einem bestimmten Streckenabschnitt Gefahr droht. Oder wenn sie um Mithilfe oder Aufmerksamkeit gebeten werden, wenn nach einem Menschen gesucht wird, der im Strom vermisst ist.

Drei Menschen sind in den letzten Wochen im Rhein bei Rheindürkheim ertrunken. „Hier haben wir die Schiffe gewarnt“, sagt Polizeioberkommissar Peter Gölitz von der Wasserschutzpolizei Ludwigshafen. Sie war jeweils mit eingebunden bei den Großeinsätzen, im Rahmen derer versucht worden war, die Vermissten zu finden, sie vielleicht noch zu retten.

Wäre es nicht auch sinnvoll, private Halter von Sportbooten, die die gerade im betreffenden Streckenabschnitt unterwegs sind, mit einzubinden? Die wendigen Boote bei der Suche zu nutzen? „Das haben wir in beiden Fällen getan“, sagt der Polizeibeamte. Nicht alle Boote seien aber erreichbar, denn für Sportboote gebe es keine Pflicht, mit Funk ausgerüstet zu ein. Nur bei größeren sei dies der Fall, „und hier hatten wir einige erreicht, deren Bootsführer auch mitgesucht haben“.

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Warnschilder am Rheinufer geplant

Und dabei kämen private Sportboote nicht den professionell Suchenden ins Gehege: „Die Absprache klappt gut, sie sind dann hilfreich“, so Gölitz. Es gehe ja auch in den meisten solcher Fälle darum, zu suchen, Rheinabschnitte abzufahren: „Wenn sie wirklich jemanden finden und sich nicht zutrauen, ihn aus dem Wasser zu ziehen, sind wir ja dann schnell zur Stelle.“

Die Stadt hatte nach den jüngsten Badeunfällen, wo zwei Mädchen und knapp eine Woche später ein Mann ums Leben gekommen waren, überlegt, nach dem Vorbild anderer Städte am Rheinufer Warnschilder aufzustellen. OB Michael Kissel hatte versichert, dies vorantreiben und in den entsprechenden Gremien zum Thema machen zu wollen.

Die Bestellung entsprechender Warnschilder und die Abstimmung der geeigneten Standorte mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion seien in Arbeit, teilte nun Stadtsprecher Hans Brecht mit. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft habe Vorschläge gemacht, welche eindeutigen und unmissverständlichen Piktogramme verwendet werden könnten.