Wasserpavillon abgebrannt

Die Holzkonstruktion des Wasserpavillons ist fast vollständig verbrannt. Ermittler sichern auf dem Gelände Spuren.Foto: dpa  Foto: dpa

Es war um 3.41 Uhr in der Nacht zum Donnerstag, als ein Anwohner des Chinesischen Gartens im Frankfurter Nordend die Feuerwehr alarmierte. Der Wasserpavillon stand in Flammen...

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FRANKFURT. Es war um 3.41 Uhr in der Nacht zum Donnerstag, als ein Anwohner des Chinesischen Gartens im Frankfurter Nordend die Feuerwehr alarmierte. Der Wasserpavillon stand in Flammen – „in voller Ausdehnung“, wie die Feuerwehr im Kurzmitteilungsdienst Twitter schrieb. Die 22 Feuerwehrleute hatten den Brand um 4.15 Uhr unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten bis halb neun Uhr morgens.

Es ist das zweite asiatische Gebäude in Frankfurt, das binnen eines Monats in Flammen aufging. In der Nacht zum 1. Mai brannte der Morgentau-Pavillon im Koreanischen Garten im Grüneburgpark ab. In beiden Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus. In dem chinesischen Pavillon fanden die Ermittler ein „Behältnis mit Restflüssigkeit“. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Bränden gibt und ob den Taten womöglich ein politisches Motiv zugrunde liegt, werde ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Der Schaden im Chinesischen Garten wird auf 250 000 Euro geschätzt, beim koreanischen Pavillon habe die Versicherung den Schaden inzwischen auf 200 000 Euro veranschlagt, sagte Stephan Heldmann, Leiter des Frankfurter Grünflächenamts, dieser Zeitung .

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Am Donnerstagmittag ist der Chinesische Garten abgesperrt. Er ist Teil des beliebten Bethmannparks und mit einer Mauer umgeben. Die beiden Türen sind nachts immer abgeschlossen, jetzt bleiben sie vorerst auch tagsüber zu. Zwischen den zwei steinernen Löwen an einem der Eingänge haben die Ermittler ein rot-weißes Absperrband gespannt.

Das Dach hat standgehalten, die Ziegel sind verrutscht

Immer wieder bleiben Passanten stehen und schauen durch die Ornamente in der Mauer in den Chinesischen Garten hinein. Zu sehen ist das Gerippe des ausgebrannten Pavillons, in dem Polizisten noch Spuren sichern. Die Mauern an den Stirnseiten stehen noch, auch das Dach hat standgehalten, aber an einigen Stellen neigen sich die Ziegel gefährlich nach unten. Leichter Brandgeruch hängt in der Luft.

Viele, die sich die Szenerie anschauen, sind entsetzt. „Ich konnte das gar nicht glauben, als ich es im Radio gehört habe“, sagt eine Frau. „Ich musste herkommen und selbst gucken.“ Sie wohne um die Ecke und sei regelmäßig im Park und im Chinesischen Garten. Genau wie der junge Mann, der die entspannte Atmosphäre dort mag: „Der Garten strahlt so viel Ruhe und Frieden aus, das hier ist ein Angriff darauf.“ Am Vormittag besichtigt auch die grüne Umweltdezernentin Rosemarie Heilig die Brandstelle: „Man kann es kaum fassen und es blutet einem das Herz.“

Klar sei jetzt schon, dass die Stadt beide Pavillons wieder aufbauen lässt, sagt Heldmann. Der Wasserpavillon, errichtet im Jahr 1989, sei vor zehn Jahren „aufwendig neu gebaut“ worden, weil die hölzernen Teile angegriffen waren. 520 000 Euro habe die Sanierung 2007 gekostet, obwohl die Sanierungsgewerke bei einer chinesischen Firma günstig eingekauft worden seien. Ob beim Wiederaufbau des Gebäudes erneut eine chinesische Firma beauftragt werde, könne man noch nicht sagen.

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Zunächst einmal wird der Chinesische Garten nach Auskunft Heldmanns geschlossen bleiben. Erst wenn eine Gefährdung der Besucher ausgeschlossen werden könne und der Bereich des Pavillons abgesperrt sei, werde das Areal teilweise wieder geöffnet.