Städtische Bühnen: Feldmann hält Kostenschätzung für überzogen

Fast eine Milliarde Euro würde es kosten, die Städtischen Bühnen in Frankfurt zu sanieren – oder abzureißen und neu zu bauen. Das hat – wie berichtet – eine...

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FRANKFURT. Fast eine Milliarde Euro würde es kosten, die Städtischen Bühnen in Frankfurt zu sanieren – oder abzureißen und neu zu bauen. Das hat – wie berichtet – eine Machbarkeitsstudie ergeben. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) reagierte mit Erschrecken auf die Studie. Er hält diese Summe für völlig überzogen.

„Kulturdezernentin Ina Hartwig hat meine vollste Unterstützung für die Haltung, dass die in der Studie genannten Summen nicht akzeptabel sind und neu geplant werden muss“, teilte Feldmann am Mittwoch kurz und bündig mit und fügte hinzu: „Unsere kulturpolitischen Ziele liegen nicht in Infrastruktur-Fantastereien, sondern in qualitativ hochwertigen Angeboten für Bürger, vor allem auch Kinder und Jugendliche.“

Das Hamburger Planungsbüro PFP, das die Studie erstellt hat, schätzt die Kosten bei Abriss und Neubau von Oper und Schauspiel auf 889 Millionen Euro. Eine Sanierung des aus dem Jahr 1963 stammenden Bühnenkomplexes in der Frankfurter Innenstadt würde demnach 848 bis 868 Millionen Euro kosten. In der Summe sind allerdings auch zu erwartende Kostensteigerungen und die Ausgaben für Ersatzspielstätten enthalten. Zum Vergleich: Für den Bau der Hamburger Elbphilharmonie, die mit immensen Kostensprüngen von sich reden gemacht hatte, wurden am Ende 866 Millionen Euro ausgegeben.

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Frankfurts Oberbürgermeister sprach sich ebenso wie die Grünen-Fraktion im Römer für einen Neubau der Städtischen Bühnen an gleicher Stelle aus. „Der Standort Willy-Brandt-Platz hat Priorität“, sagte Feldmann. „Ein Neubau scheint mir die vernünftigere Lösung zu sein als eine Renovierung.“

Grünen-Fraktionschef Manuel Stock sagte: „Auch die deutlich geringeren Bauzeiten bei einem Neubau und die geringere Beeinträchtigung der künstlerischen Arbeit stützen die Entscheidungen für einen Neubau.“ Die Grünen wollen ebenfalls nach Möglichkeiten suchen, die Kosten zu drücken.

Ein Sprecher des Steuerzahlerbundes Hessen nannte Kostenschätzungen von deutlich mehr als 800 Millionen Euro „erschreckend“. Allerdings sei es „positiv, dass die Frankfurter Verantwortlichen aus Kostenexplosionen andernorts lernen wollen und die Karten offen auf dem Tisch liegen“.

Von Rainer H. Schlender