Salzbachtalbrücke: Entspannung durch Öffnung der Kasteler...

Wann wird die Sperrung der Kasteler Straße aufgehoben? Foto: René Vigneron

Wiesbaden hofft auf frühere Wiederöffnung der Kasteler Straße: Zur Entschärfung der Verkehrssituation an der Salzbachtalbrücke. Zudem soll der Amöneburger Kreisel ausgebaut werden.

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WIESBADEN. Im besten Fall einige Wochen, wenn es schlecht läuft rund ein Jahr – so lange könnte es laut Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) dauern, bis die zweispurige Verkehrsführung auf der Salzbachtalbrücke ein Ende hat. Am Dienstag informierte Kowol die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses über die Situation rund um die beschädigte Autobahnbrücke. Dabei war auch zu erfahren, auf welche zusätzlichen Entlastungsmaßnahmen die Stadt Wiesbaden gegenüber Hessen Mobil drängt. Unter anderem sollen eine Kapazitätserweiterung des Amöneburger Kreisels sowie Änderungen der Verkehrsführung zur Entspannung der Situation beitragen. Und auch in Sachen Wiederöffnung der Kasteler Straße scheint der Termin Ende Mai nicht mehr unverrückbar.

Die seit Mai 2018 voll gesperrte Straße wieder zur Verfügung stellen zu können, sei einer der wichtigsten Bausteine, an dem man momentan im Dezernat arbeite, erläuterte Kowol. Im Zusammenspiel mit Äppelallee und der Wiesbadener Landstraße entstehe ein „zusätzliches Verkehrsband im Norden Biebrichs“, das insbesondere dem innerstädtischen Verkehr zugutekommen soll.

Nicht als Schleichweg nutzen

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Die Stadtverwaltung arbeite aktuell an einem Konzept, wie man durch Änderungen der Verkehrsleitsysteme hier eine leistungsfähige Route anbieten könne. Eine Aufgabenstellung sei dabei, auswärtige Pendler möglichst von der Nutzung der Kasteler Straße als Schleichweg abzuhalten – das würde den Sinn und Zweck der Verbindung schließlich konterkarieren.

Um für einen besseren Verkehrsfluss zu sorgen, werde man sich mit Hessen Mobil auch über eine Kapazitätserweiterung des Amöneburger Kreisels unter der A671 unterhalten, berichtete Kowol. Bei der Sanierung der Autobahntrasse in diesem Bereich habe man diese Option nicht genutzt. Platz genug sei aber auf jeden Fall, um mit zusätzlichen Spuren in allen Fahrbeziehungen mehr Kapazität zu schaffen: „Momentan ist das eher bescheiden.“

Voraussetzung, die Verbindung über die Kasteler Straße überhaupt anbieten zu können, ist freilich deren Befahrbarkeit. „Aktuell gehen wir von einem Termin früher als Mai aus“, berichtete die Leiterin des Tiefbauamtes, Petra Beckefeld, „Wann dieses ‚früher‘ ist, können wir aber leider noch nicht sagen.“ Es stünden noch einige wichtige Teilprojekte aus, die derzeit wegen der kalten Witterung nicht weitergeführt werden könnten. Sobald man weitermachen könne, gehe es mit Hochdruck weiter. Bei der Beschleunigung des Projekts helfen soll auch ein „attraktives Bonussystem“ für schnelles Arbeiten. Die Stadt werde mit der Wiederöffnung auch nicht warten, bis jedes Geländer an jeder Ecke installiert sei, stellte Beckefeld klar, die Mitarbeiter seien für die Problematik und den Zeitdruck „hochsensibilisiert“.

Was die eigentliche Problematik an der Autobahnbrücke angehe, sei man momentan zum Abwarten verdammt, hieß es aus der Verwaltung. Die Ermittlung des Schadensausmaßes werde sich noch einige Wochen hinziehen. Erst dann gebe es Klarheit darüber, wie es mit dem Neubauprojekt an der A66-Brücke und der Befahrbarkeit weitergehe, erläuterte Verkehrsdezernent Kowol. Man stehe mit Hessen Mobil aber in engem Kontakt, um auf neue Erkenntnisse zeitnah reagieren zu können.

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Möglich sind, wie berichtet, drei Szenarien. Sollte sich der Schaden als reparabel erweisen, wäre das der beste Fall. Nach der Instandsetzung der beschädigten Nordbrücke könnte die ursprüngliche Baustellenplanung mit einigen Wochen Verzögerung wieder greifen. Diese sieht vor, die südliche der beiden Teilbrücken abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, während über die nördliche – nun beschädigte – der Verkehr auf drei Fahrspuren fließt. Nach Fertigstellung der Südbrücke, mittlerweile geht man in der Stadtverwaltung von 2022 aus, würde der Autobahnverkehr dann auf den deutlich stabileren Neubau verlegt, der dann sogar vier Spuren – zwei in jede Richtung – aufnehmen kann.

Im schlimmsten Fall: Warten bis 2022

Deutlich mehr Verzögerung würde entstehen, sollte sich der Schaden an den angebohrten Spanngliedern unter der Nordbrücke nicht reparieren lassen. Dann müsste die Projektplanung umgedreht werden und die eigentlich zuerst für den Abriss vorgesehene Südbrücke verstärkt werden. Erst dann wäre sie stabil genug, um dann selbst drei Fahrspuren aufnehmen zu können. Die aktuelle Verkehrsführung auf der Brücke würde hierdurch auf Monate bestehen bleiben – und damit auch die Leidenszeit für Wiesbaden.

Noch länger, nämlich bis 2022, wäre die Wartezeit im schlimmsten Fall: dem, dass die zweispurige Verkehrsführung bis zur Fertigstellung der Südbrücke bleibt. Das, machte Kowol aber deutlich, werde die Stadt Wiesbaden aber auf keinen Fall akzeptieren.

Von André Domes